Flavio Al Velavevodetto - Hausmannskost am SCherbenhügel

Zu Zeiten der alten Römer befand sich im heutigen Stadtviertel Testaccio der Hafen. Viele der Waren wurden in Tonkrügen angeliefert. Gingen die zu Bruch wurden ihre Scherben auf einen Halde geworfen. Im Laufe der Zeit wuchsen die Scheiben zu einem veritablen Hügel an, dem Monte Testaccio. Rund zum diesen großen Scherbenhaufen hat sich einiges an römischer Gastronomie angesiedelt.

So wie das Flavio al Velavevodetto. Gekocht wird hier gute römische Hausmannskost. Also deftige und reichhaltige Gerichte wie 

Rigatoni alla carbonara (Pasta mit Ei, Pecorino und Guanciale (Speck aus der Schweinebacke))

Tonnarelli cacio e pepe (Pasta mir Pecorino und reichlich Pfeffer) 

Polpette al sugo (Hackbällchen in Tomatensauce)

Polpette fritte di bollito (frittierte Fleischbällchen)

Coda alla vaccinara (Ochsenschwanzragout)

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Die Portionen (im besonderen die Pasta) sind großzügig bemessen. Wer keinen großen Hunger hat, teilt sich am besten einen der Gänge, damit er nicht auf den hier so beliebten Tiramisu verzichten muss. Der Hauswein wird in Weiß und Rot angeboten und ist ein solides Tröpfchen. Das Ambiente erinnert mich als Rheinländerin immer ein wenig an einen urigen Weinkeller. Dank der Scheiben in den Wänden hat man einen pittoresken Ausblick auf den Scherbenhügel. Für den Klassiker Rigatoni alla carbonara bezahlt man 9 EUR.

Die Coda alla vaccinara steht für 14 EUR auf der Karte. 

 

Im Sommer kann man draußen in einem kleinen Innenhof speisen. 

 

 Flavio al Velavevodetto, Via di Monte Testaccio 97, UNBEDINGT RESERVIEREN

Anfahrt: Metro B bis Piramide, Bus 23, 75, 280 bis Marmorata-Galvani 

 

Il Papetto - Fisch am laufenden Band

Zugegeben - einen Schönheitspreis wird das Papetto nicht gewinnen. Die dicken Gitterstäbe an den Fenstern sind wenig einladend und die einfache Einrichtung lässt designverwöhnte Herzen auch nicht höher schlagen. Sensible Feinschmecker-Gaumen, die kontemplative Stille um sich brauchen, um die Bilder auf ihrem Teller zu verspeisen sowie Fisch-Allergiker, sollten sicherheitshalber Abstand vom Papetto halten.  Wer allerdings Lust auf einen langen Abend in einer einfachen traditionellen Fisch-Trattoria jenseits der Touristenströme hat, ist hier genau richtig. Weitere ideale Grundvoraussetzungen für einen römisches Gelage, sind ein paar Italienischkenntnisse und eine gewisse kulinarische Neugierde. Denn am besten lässt man sich erst gar nicht die Karte bringen, sondern wählt das Fischmenü, das sich über Stunden hinzieht. 

Neben diversen Antipasti wie Austern, frittierten Sardinen, Miesmuscheln, Meeresfrüchtesalat oder gratinierte Muscheln wurden mir bei meinem Besuch zwei Primi (erste Gänge) an den Tisch gebracht.  Köstliche Pasta mit Shrimps und Artischocken und darauf folgende Hummer-Spaghetti. Krönung war der Secondo (2.Gang), der aus einer opulenten Grillplatte und frittierten Mini-Tintenfischen und  Tintenfischringen bestand. Zu guter Letzt gab es noch ein Zitronen-Sorbet, Grappa und Limoncello sowie ein starker und heisser Caffè. Begleitet wurden all diese Köstlichkeiten vom weißen Hauswein. Genauer gesagt von diversen Flaschen eines unauffälligen aber charmanten Falanghina´. Unabhängig von der konsumierten Weinmenge fallen für dieses imposante Menü 35,- EURO pro Person an. Das Papetto liegt ausserhalb des Zentrums, ist aber prima mit der Tramlinie 8, die ab Piazza Venezia fährt, zu erreichen. UNBEDINGT RESERVIEREN!!!

Il Papetto, Circonvallazione Gianicolense 91, Tel.: 06 537 6668 

La Carbonara - Pasta Essen in Monti

Wenn man sich nur einen Katzensprung vom Touristenmagneten Kolosseum entfernt und plötzlich die Hipster-Bärte länger werden, die Anzahl an kleinen Boutiquen und Antiquitätenhändlern sprunghaft steigt, die Street-Food-Läden mit Biologischem und Veganem locken, zauberhafte Cafés mit Efeubewachsenen Hauswänden zum Verweilen unter freiem Himmel einladen, dann ist man in Monti gelandet. In einem der ältesten Stadtviertel von Rom, befindet sich auch das La Carbonara, in dem seit 1906 römisch gekocht wird. Heute schwingt hier Donna Teresa ihren Kochlöffel und zaubert fantastische hausgemachte Pasta und Gnocchi, die sowohl von Touristen als auch Römern geliebt werden. Die Speisekarte glänzt mit typisch rustikaler römischer Küche. Neben den vielen deftige Pastagerichten, Artischocken oder Ochsenschwanzragout, glänzt die Karte mit einer ungewöhnlich große Auswahl an Straccetti-Kreationen (hauchdünne Streifen Rindfleisch, kurz angebraten, zum Beispiel mit Radicchio und Parmesan angemacht).  Sowohl bei rotem als auch weißem Wein besteht die Auswahl zwischen einer Handvoll Sorten, die Glas- oder Flaschenweise bestellt werden können. Besonders erwähnenswert ist der professionelle, höfliche und zuvorkommende Service, den man im ersten Moment in dem recht lässigen Ambiente nicht erwartet.  Im La Carbonara ist übrigens etwas erlaubt, was in fast jedem Kinderzimmer bei fast jedem Erziehungsberechtigten einen kleinen Nervenzusammenbruch provoziert. Die Wände sind von oben bis unten mit Stiften bemalt und mit Gästenamen sowie ganz viel Lob beschrieben. 

 

La Carbonara, Via Panisperna 241, am Wochenende auf jeden Fall reservieren 

Anfahrt: prima zu Fuß zu erreichen, weil sehr zentral 

 

 

 

Le Mani in Pasta - Turbulentes essen in Trastevere

Die Osteria befindet sich im etwas ruhigeren Teil Trasteveres in der Nähe der Chiesa St. Cecilia. Pizza und karierte Tischdecken sucht man hier vergebens.  Auch wer einen romantischen Abend zu Zweit verbringen möchte ist hier definitiv falsch am Platz. Im Le Mani in Pasta wird allabendlich ein turbulent italienischer Lebensstil zelebriert. Die Tisch stehen eng an eng. In der einsehbaren Küche wird viel Geklapper und Gezische viel Römisches und vor allem Fisch zubereitet. Der Charme der Kellner ist  römisch rau und ständig kommen Stammgäste herein, um die Küchencrew persönlich zu begrüßen. Wie der Name schon verrät sollte man auf jeden Fall eines der Pastagerichte probieren. Römer nehmen gerne Austern oder die sautierten Muscheln vorweg. Wer gerne Fisch isst, lässt sich den Fang des Tages auf einem Tablett präsentieren und bespricht die Zubereitungsart an Ort und Stelle. Das funktioniert hier übrigens auch auf Englisch. 

Osteria "Le Mani in Pasta", Via dei Genovesi 37, Trastevere, unbedingt reservieren!