Die Vier-Papstbasiliken-Tour

Exakt 4 Papstbasiliken gibt es in Rom: Petersdom + Santa Maria Maggiore + San Giovanni in Laterano + San Paolo fuori le Mura 

Ein Besuch der beeindruckenden Gotteshäuser lohnt sich nicht nur für Pilger, sondern auch für Kunst- und Architektur-Liebhaber.  Die folgende Tour bietet sich übrigens besonders bei Regen an, da es sich mehr um eine Spazierfahrt als um einen Spaziergang handelt.

Los geht es am 

 

Petersdom

Und zwar so früh wie möglich. Die Warteschlange vor der weltberühmten Kirche wird von Jahr zu Jahr länger. Ich empfehle unbedingt vor 10 Uhr da zu sein. Dann spart man sich nicht nur lästiges Schlangestehen, sondern auch das Gedrängel im Dom

Wer gut zu Fuß ist, sollte unbedingt die Kuppel des Petersdoms besichtigen. Der Ausblick von dort oben ist einfach sensationell. Zuerst geht es mit einem Aufzug auf eine weitläufige Dachterrasse, von der aus man anschließend die Kuppel betritt. Bevor Ihr die 320 Stufen bis zur Laterne erklimmt, gönnt Euch auf jeden Fall einen Blick von oben ins Innere des Petersdoms.  

Piazza San Pietro, Metro A bis Ottaviano, Bus 23, 40 bis Conciliazione, Bus 64 bis San Spirito

Der Petersdom öffnet um 7 Uhr, die Kuppel um 8 Uhr. Der Eintritt in die Kuppel kostet: 8,00 EUR inkl. Lift + 320 Stufen oder 6 EUR inkl. 520 Stufen ganz ohne Aufzug. 

Nun lauft Ihr ans Tiberufer zur Haltestelle Lungotevere Sassia/S. Spirito. Die Haltestelle liegt vom Petersdom kommend rechts von der Ponte Vittorio Emanuelle II vor einem Krankenhaus. Hier steigt Ihr in die Buslinie 23 ein. Die Fahrt führt entlang des Tibers. Rechts von Euch liegt das bekannte Stadtviertel Trastevere. An der Porta Portese, einem Tor der antiken römischen Stadtmauer, überquert der Bus den Tiber auf die Via Mamorata. Zur Linken erhebt sich der Aventin, einer der sieben römischen Hügel. Rechts erstreckt sich das sehr sehenswerte Stadtviertel Testaccio. Weiter geht es vorbei an der Cestio Piramide auf die schnurgerade Via Ostiense. Jetzt geht es eine ganz Weile gerade aus. Zur Orientierung: die vorletzte Haltestelle lautet Ostiense/LGT. San Paolo. Ausgestiegen wird erst bei Viale S. Paolo. Und dann steht man vor einem unermesslich langen Gebäude, das von einer Säulen-Armada umfasst wird und das in dieser urbanen Gegend völlig deplaziert wirkt. Wie eine Art Säulen-Ufo, das zwischen dem wenig einladenden Parco Schuster und einem modernen Krankenhauskomplex gelandet ist. Ich darf Euch vorstellen: 

Basilika San Paolo fuori le Mura

Im 4. Jahrhundert wurde die Basilika über der hier vermuteten Grabstelle des Apostel Paulus errichtet. Sie wurde ständig erweitert und verschönert bis im Jahre 1823 ein Feuer einen Teil der Kirche vernichtete. 1854 wurde San Paolo fuori le Mura erneut geweiht.  Der Kreuzgang, der nicht zerstört worden war, stammt aus dem 12. Jahrhundert und ist ein echtes Juwel. Ansonsten ist die Basilika weniger verschnörkelt als die drei übrigen, eher gradlinig und vor allem beeindruckend groß.

Piazzale San Paolo 1 - Bus 23 wie oben beschrieben wenn man vom Petersdom kommt - ansonsten Metro B ab Termini bis Haltestelle San Paolo 

Öffnungszeiten Basilika: 7.00 bis 18.30 Uhr

Öffnungszeiten Kreuzgang: 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr, Eintritt 4 EUR

 

Zurück ins römische Zentrum führen Euch zwei Wege:

1.  mit dem Bus 271 Richtung Volpi, Haltestelle direkt vor der Basilika, bis Kolosseum, auf die andere Strassenseite und von dort weiter mit dem Bus 85  oder Bus 117 bis Piazza San Giovanni in Laterano 

b) mit der Metro B, Haltestelle auf der Via Ostiense hinter der Basilika bis Kolosseum, auf die andere Strassenseite und von dort weiter mit dem Bus 85  oder Bus 117 bis Piazza San Giovanni in Laterano 

Und dann seid Ihr auch schon an der dritten Papstbasilika angekommen: 

Der Basilika San Giovanni In Laterano

San Giovanni in Laterano ist der Sitz des römischen Bischofs und somit die Kathedrale Roms. Ihre Ursprünge reichen zurück bis ins 4. Jhd.. In all den Jahren wurden hier reichlich Päpste ernannt, hat es mehrfach gebrannt und regelmäßig beauftragten Päpste bekannte Künstler ihrer Zeit die Kathedrale zu renovieren, reparieren oder zu verschönern. 1650 beendete z.B. Borromini seine Arbeiten im Innenraum. Er schuf die Nischen und Sockel für die übergroßen Skulpturen der 12 Apostel, die Anfang des 18. Jhd. entstanden sind und für mich persönlich das optische Highlight der Kirche darstellen. Neben dem beeindruckenden Apsismosaik, dem Kreuzgang und dem achteckigen Baptisterium natürlich. Letzteres besteht übrigens aus einem eigenen Gebäude mit eigenem Eingang an der Piazza S. Giovanni Paolo II. 

Piazza di San Giovanni in Laterano

Öffnungszeiten Basilika: 7.00 bis 18.30 Uhr

Öffnungszeiten Kreuzgang: 9.00 bis 18.00 Uhr, Eintritt mit Audio Guide 5,00 EUR

Die letzte und somit vierte Papstbasilika ist nicht weit entfernt. Zu Fuß dauert es 15 - 20 Minuten. Ansonsten steigt Ihr in den Bus  714 (Richtung Termini) oder 16 (Richtung XX Settembre) und fahrt 3 Haltestellen bis zur 

Basilika Santa Maria Maggiore

Den heutigen verkehrsgünstigen Standort in Nähe der Stazione Termini verdankt die Basilika einem "Schneewunder". Laut einer Legende erschien die heilige Maria Papst Liberius im Traum und forderte genau an der Stelle in Rom eine Kirche zu errichten, an der am nächsten Tag Schnee liegen würde. Mitten im Hochsommer, wohlgemerkt! Doch tatsächlich soll am Tag darauf am 5. August der Esquilinhügel weiß gefärbt gewesen sein. Santa Maria Maggiore ist unter den 4 Papstbasiliken mein ganz persönlicher Favorit. Morgens setze ich mich gerne auf eine der Bänke, beobachte das Kommen und Gehen derjenigen, die sich noch vor der Arbeit zu einem Gebet in eine der üppigen Kapellen zurückziehen. Der Blick nach oben, an die vergoldete Holzkassettendecke ist atemberaubend und ich könnte mir stundenlang den prächtigen Baldachin über dem Papstaltar anschauen. Unterhalb des Altars erreicht man über eine kleine Treppe die Reliquie der Santa Maria Maggiore. Reste der Krippe von Bethlehem. Davor kniet die Statue von Pius IX. Auch hier unten gibt es Bänke, die zum Bleiben verführen. Dieser kleine Raum - wenn nicht von einer Busladung Pilger überfüllt - ist eine Insel der Ruhe, ganz weit weg von der trubeligen Hektik am Hauptbahnhof, der nur einen Katzensprung entfernt ist.