Die 5 tollsten Museen in Rom

Rom ist nicht nur ein einzigartiges Freilicht-Museum, sondern auch Standort zahlreicher Museen, die für Freunde jeder Zeitepoche, für unterschiedlichste Kunstgeschmäcker und Interessen etwas zu bieten haben. Es ist also nur ein kleiner Ausschnitt der römischen Museumslandschaft jenseits der Vatikanischen Museen, den ich an dieser Stelle präsentiere. Ein grundsätzlicher Tip für alle Rombesucher, die sich am ersten Sonntag des Monats in der Ewigen Stadt befinden: Der Eintritt in Museen und archäologische Stätten ist frei! Nun  aber meine persönliche Top 5 der tollsten Museen in Rom:

5. Antikes Dream-Team: Kolosseum, Forum Romanum, Palatin

Zugegeben, von Anfang April bis Ende Oktober mache ich tagsüber einen riesigen Bogen um das Kolosseum. Der Touristenansturm macht keinen großen Spaß. Dabei ist das antike Dream-Team bestehend aus Kolosseum, Forum Romanum und Palatin wirklich sehenswert. Wobei ich einen Spaziergang über den Palatin-Hügel mit seinen kaiserlichen Palästen und dem wahnwitzigen Ausblick über Rom besonders zu schätzen weiß. Das Ticket kostet 12 Euro und gilt für 2 Tage. Daher mein Tip für die Hochsaison: Ab Ende April öffnet das Kolosseum an bestimmten Tagen nochmals nach 20.00 Uhr seine Pforten. Das Amphitheater beim Mondlicht ohne Touristenmassen zu besuchen, ist einfach ein unvergessliches Erlebnis! Am nächsten Morgen sollte es dann in aller Frühe (öffnet ab 8.30 Uhr) aufs Forum und auf den Palatin gehen, bevor man vor lauter Menschen die antiken Steine nichts mehr sieht.   

4. Das römische Nationalmuseum: 4 Museen auf einen Streich

Das römische Nationalmuseum hat sage und schreibe 4 Standorte über das Stadtzentrum verteilt und bietet neben antiker Kunst ein unschlagbares Preis-/Leistungsverhältnis. Mit der Eintrittskarte in Höhe von 13 Euro hat man 3 Tage Zeit, folgende vier Museen (9 - 19.45 Uhr, montags geschlossen) zu besuchen: 

Palazzo Massimo alle Terme

Im Palazzo Massimo warten auf drei Etagen nicht nur ein ganzer Schwung bedeutender Skulpturen und Büsten auf den Besucher, sondern auch beeindruckende Wandmalereien wie zum Beispiel aus der Villa der Livia, der Ehefrau des Kaiser Augustus. Sehenswert sind im zweiten Stock auch die komplett nachgebauten Räume einer römischen Luxusvilla, der Casa di Farnesina. 

Palazzo Massimo alle Terme, Largo di Villa Peretti 1, gegenüber Stazione Termini  

Diokletians-Thermen

Im Museum der Diokletians-Thermen weiß man bei all der Fülle an Skulpturen, Sarkophagen, Keramiken, Waffen und Mosaiken gar nicht wohin man schauen soll! Und dann noch diese abwechslungsreichen Räumlichkeiten: zwei Kreuzgänge, ein Garten und die hohen Hallen der ehemals größten Badeanstalt Roms, in der sich vor ungefähr 1600 Jahren die römische Bevölkerung beim Bad, Masseur oder Barbiere entspannt hat. Hier ist die Location genauso sehenswert wie die Ausstellungsstücke selbst.

Terme di Diocletiano, Viale Enrico De Nicola 79, gegenüber Stazione Termini an der Piazza della Repubblica  

Palazzo Altemps

Der Palazzo Altemps ist eines dieser Museen, bei denen die Ausstellungsräume den ausgestellten Kunstwerken fast die Schau stehlen. Ich liebe es an einem späten Sonntag Nachmittag durch die wundervoll renovierten Räume zu schlendern, und die Freskenarbeiten an den Wänden und die Holzdecken zu bewundern. Der Innenhof des Palazzo ist ein Traum ebenso wie die hauseigene Kapelle und das kleine Theater im Untergeschoss. Die bedeutenden antiken Kunstwerke (viele aus der berühmten Ludovisi Sammlung) sind in der Anzahl wohl dosiert und mit Lichteffekten hervorragend inszeniert. 

Palazzo Altemps,Piazza di Sant`Apollinare 46, Nähe Piazza Navona 

Crypta Balbi

Auf drei Etagen kann man hier durch das antike Theater des Balbus laufen und so by the way etwas über römische Baugeschichte im Wandel der Zeiten lernen. 

Crypta Balbi, Via delle Botteghe Oscure 31, gegenüber vom Katzenplatz am Largo di Torre Argentina 

3. Kapitolinischen Museen

1471 beginnt die lange Geschichte der Kapitolinischen Museen, deren Antiken- und Kunstsammlung ich bereits oft besucht habe, ohne mich daran satt sehen zu können. Untergebracht ist das Museum auf dem Kapitolshügel im Palazzo Nuovo und Konservatorenpalast. Beide beeindruckenden Gebäude sind durch einen unterirdischen Gang verbunden, der einen außerdem zur offenen Galerie des Tabularium (das Archiv der antiken Römer) führt, von der man einen tollen Blick auf das Forum Romanum genießen darf. Die Liste der außergewöhnlichen und ausgestellten Kunstwerke ist lang: Gian Lorenzo Bernini´s Büste der Medusa, die Bronzestatue des Marc Aurel, Gemälde von Caravaggio, eine herrliche Porzellansammlung und vieles vieles mehr. Bei römischem Starkregen ist das Museum ein idealer Ort, um ein paar angeregte Stunden im Trockenen zu verbringen. Übrigens: Bei schönem Wetter hat man von der Terrasse des Museum-Cafés meinen einen wunderbaren Blick auf Rom . 

Piazza di Campidoglio 1, die Kapitolinischen Museen haben auch MONTAGS geöffnet! 

2. Centrale Montemartini

Die Centrale Montemartini in Ostiense zählt zu den optisch interessantesten Museen in ganz Rom. Meiner bescheidenen Meinung nach. Als vor einigen Jahren in den Kapitolinischen Museen wegen Umbauarbeiten Platzmangel herrschte, zog ein Teil der Ausstellung in das ehemalige zwischenzeitlich renovierte Kraftwerk um.  Das Aufeinandertreffen von Industrie-Archäologie des frühen 20. Jahrhunderts und antiker Kunst fanden die Besucher so spannend, dass aus diesem Arrangement eine Dauerlösung geworden ist. Der Anblick von schneeweißen Statuen vor riesigen Dieselmaschinen ist wirklich eine Reise ins Viertel Ostiense wert. Via Ostiense 106, Metro B bis Piramide, Bus 23 bis Via Ostiense/Garbatella 

1. GNAM-Nationalgalerie für moderne und zeitgenössische Kunst

Die Galleria nazionale d´arte moderna e contemporanea kurz GNAM, liegt direkt an der Villa Borghese, dem großen Park im Herzen Roms. In den ca. 50 Sälen werden Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen aus dem 19. und 20. Jahrhundert ausgestellt. Meist aus den kreativen Händen italienischer Künstler. International bekannte Künstler wie Klimt, van Gogh, Monet und Pollock sind jedoch auch vertreten. Ich mag die Zusammenstellung der Sammlung sehr. Die Fülle an Stilrichtungen und Objekten macht das GNAM auch für schlichte Liebhaber von Kunst, die wie ich keine Kenner sind, abwechslungsreich und spannend. An einem regenreichen römischen Tag ist das GNAM übrigens ein wahrer Lichtblick!

GNAM, Viale delle Belle Arti 131, 8.30 - 19.30 Uhr, montags geschlossen