Ostern in Rom - Ideen für die Feiertage

Mein erstes Osterfest in Rom vor ein paar Jahren hat mich nachhaltig beeindruckt. Im Supermarkt  haben mich vor allem diese Unmengen an riesigen Schokoladeneier zum Staunen gebracht. Diese Uove di Pasqua sind mit bunten Zellophan-Papier verpackt und oft mit Spielzeug gefüllt. Nette Idee, aber wie bitte schön sollte ich diese Mega-Eier verstecken? Gar nicht, wie ich erfuhr. Unsere österlichen Klassiker von Eier-Auspusten über Eier-Anmalen bis zum munteren Eier-Versteckspiel, sind in Italien weitgehend unbekannt. 

 

Was mich damals ebenfalls sehr beeindruckt hat, war der Besucheransturm auf Rom. Schon eine Woche vor Ostern wurde es eng in den Gassen des centro storico, der römischen Altstadt. Vor den Seightseeing-Hot-Spots bildeten sich ewig lange Schlangen. Reisebusse verstopften die Straßen. Seitdem hielt  ich es wie viele Römer. An Ostern war ich dann mal für ein paar Tage weg. Keine Option, für diejenigen unter Euch, die gerade einer Oster-Reise nach Rom entgegen fiebern. Daher habe ich hier ein paar Tipps wie Ihr an den Feiertagen in der Ewigen Stadt hin und wieder dem Getümmel entfliehen könnt. 

Karfreitag in Rom

Karfreitag ist kein offizieller Feiertag, die Geschäfte haben geöffnet. Um 17 Uhr findet eine Papstmesse (nur mit vorbestellten Karten) im Petersdom statt. Ab 21.15 Uhr startet im Kolosseum die Kreuzwegprozession, an der Papst Franziskus teilnehmen wird. Für dieses sehenswerte nächtliche Spektakel sind keine Eintrittskarten nötig. Ihr solltet jedoch mindestens 2 - 3 Stunden vorher da sein, um einen Platz zu ergattern. Rechnet bitte den Zeitaufwand aufgrund der erhöhten Sicherheitsvorkehrungen mit ein. Der Kreuzweg führt vom Kolosseum weiter zu den Papstbasiliken San Giovanni in Laterano und Santa Maria Maggiore.

Wegen der Vorbereitungen schließen das Kolosseum und das Forum Romanum bereits um 12 Uhr. 

Soweit die österlichen Rahmenbedingungen.

Viele Reiseveranstalter werden versuchen, ihre Gruppen bis 12 Uhr durch das Kolosseum zu schleusen. Einen Besuch des Amphitheaters würde ich heute nicht einplanen. Stattdessen würde ich am Freitag Vormittag lieber einen Streifzug durch die Altstadt unternehmen. Möglichst früh, damit Trevibrunnen, Pantheon und Spanische Treppe nicht völlig überfüllt sind. 

 

Zum pranzo, zum Mittagessen, empfehle ich das La Margutta. Das Restaurant an der romantischen Via Margutta bietet abseits vom Trubel ein tolles vegetarisches Buffet für 15,- EUR. Anschließend gehts dann auf den Pincio, der Aussichtsterrasse über der Piazza del Popolo. In der Villa Borghese, der großen Parkanlage, die sich hinter dem Pincio erstreckt, kann man im Grünen entspannen. Wenn Ihr schon einmal hier seid, lege ich Euch den Besuch des Museums Pietro Canonica ans Herz. Die Location ist traumhaft, der Eintritt kostenlos und ein Blick in die Wohnräume des Bildhauers interessant. Anschließend würde ich einen Shoppingbummel durch das angesagte Stadtviertel Monti machen. Die zahlreichen tollen individuellen Shops machen in der Regel nach einer Mittagspause gegen 16 Uhr wieder auf. Info für alle Hungrige: In der Via Leonina 73 gibt es in der Pizzeria La Boccaccia superleckere Pizza al taglio, also Pizza in Stücken. Von hier aus ist es nicht weit bis zum Kolosseum, falls Ihr Euch rechtzeitig für den Kreuzweg anstellen möchtet.  Falls Ihr dem Kreuzweg-Trubel entgehen möchtet, verbringt doch einfach den Abend in Trastevere und schaut im Eggs auf eine schnelle Carbonara vorbei. Die kulinarische Ausrichtung des Bistros passt prima ins Oster-Thema. Hier drehen sich alle Rezepte um Eier. 

Ostersonntag in Rom

Ostersonntag treffen sich die Römer, die in der Stadt geblieben sind, gerne zum Brunch oder Mittagessen mit Freunden. Die Restaurants sind dementsprechend voll. Um 10 Uhr findet die Ostermesse am Petersdom statt, der Segen Urbi et Orbi folgt um 12 Uhr. 

Außerdem ist heute der 1. Sonntag im Monat und viele der römischen Museen verlangen keinen Eintritt.

Wenn Ihr früh aus den Federn kommt, lohnt sich ein Abstecher zum Forum Romanum und Kolosseum (öffnen ab 8.30 Uhr). Heute kostet der Eintritt keinen Euro. Sollten die Schlangen schon zu lang sein, staunt Ihr ein wenig über die Menschenmassen und lauft einfach weiter zu den Caracalla-Thermen. Die sind auch antik, toll anzusehen und meist nicht überlaufen. Wer ausserhalb des ganzen Trubels zu Mittag essen möchte, reserviert noch rechtzeitig einen Tisch im Datterino Giallo. Das Restaurant liegt im Viertel Trieste im Osten der Stadt. Touristen verlaufen sich nur selten in diese nette Gegend. Nach einem ausgiebigen Osterpranzo schaut Ihr Euch das nahe und zauberhafte Quartiere Coppedè an. Anschließend ist die Villa Torlonia samt entzückendem Eulenhäuschen dran. 

Ostermontag in Rom

Pasquetta - kleine Ostern - so nennen die Italiener ihren Ostermontag. Bei schönem Wetter ist halb Italien unterwegs und befindet sich auf einem kollektiven Ausflug. Hier zwei Pasquetta-Tipps für Euch, für deren Umsetzung Ihr kein Auto benötigt.  

Street-Art und Aquädukte 

Mit der Metro A (Haltestelle Lepanto bis Porta Furba - Quadraro) oder der Buslinie 590 (ab Piazza Risorgimento bis Tusculana/Mamili geht es ins Viertel Quadraro in ein Freiluft-Museum der besonderen Art. International bekannte Street-Artisten haben in dem Viertel ihre Werke hinterlassen, die unter dem sehenswerten Projekt MURo zusammengefasst sind.  Die Murales liegen sehr nah beieinander. Ihre Position und tiefergehende Infos zu den Werken sind auf der Homepage von MURo zu finden. Jetzt geht es weiter zu einer der grünen Lungen der Stadt, in den äußerst beeindruckenden Parco degli Acquedotti  Mit Blick auf die Albaner Berge spaziert man entlang von fast schon absurd gut erhaltenen Überresten einiger Aquädukte, die einst das antike Rom mit Wasser versorgt haben. Wer schon einmal Woody Allen´s Streifen "To Rome with Love" gesehen hat, weiß was ihn da Tolles erwartet. (mit Metro A von Porta Furba - Quadraro drei Haltestellen weiter bis Giulio Agricola, dann zu Fuß zur Via Lemonia zu einem der Parkeingänge) 

Ostern mit Weitblick und Wein - Ein Ausflug nach Frascati 

Der Zug FL 4 verkehrt stündlich zwischen Bahnhof Termini und Frascati. Das Städtchen ist nicht nur für seinen Weißwein, sondern auch für seinen tollen Blick auf Rom bekannt.  In den Gassen findet sich auch die ein oder andere urige Osteria, die eine Spezialität der Region anbieten: Porchetta, ein sehr schmackhafter Schweinebraten, zu dem ein Glas kühler Wein besonders gut schmeckt.