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Eine Spazierfahrt ins römische Märchenland: das Coppedè-Viertel

Wenn ich Besuch aus Deutschland habe, sind die Erwartungen an mich in punkto Seightseeing-Programm extrem hoch. Neue und überraschende Rom-Impressionen abseits der Touristenpfade sind da gefragt. Eine Spazierfahrt in den Stadtteil Trieste inkl. Abstecher ins  Coppedè-Viertel und in die Villa Torlonia gehört fest zu meinen römischen Überraschung-Repertoire. Denn obwohl das Viertel von allen wichtigen Reiseführern das Prädikat Absolut sehenswert erhält, verirren sich nur vereinzelt Touristen in diese Ecke Roms. Besonders wenn man schon einige Kilometer über römischen Kopfsteinpflaster hinter sich hat, kommt eine Spazierfahrt mit der Tram wie gerufen. 

Gino Coppedè heißt der kreative Geist, der hinter dem märchenhaften Wohnkomplex rund um die Piazza Mincio steckt. Den Stil der Palazzi und Villen würde ich mit Worten wie  bizzarr, üppig oder detailverliebt beschreiben. Menschen, die von Architektur mehr Ahnung haben, als ich nennen den Stil Liberty. Italienischer Jugendstil, der von Coppedè mit Elementen des Rokkoko kombiniert wurde. in .Das Wohnviertel entstand Anfang des 20. Jahrhunderts und erstreckt sich nur über einige Straßenzüge.

Die Häuser tragen Namen wie "Feenvilla" oder "Spinnenpalast". Sie stehen direkt an der Piazza Mincio, auf der ein "Froschbrunnen" sprudelt. Um noch mehr Coppedè-Stil zu bestaunen, macht Ihr am besten einen  kleinen Spaziergang über die Via Brenta, Via Serchio, Via Clitunno, Via Aterno und landet dann wieder auf der Piazza Mincio. 

So kommt Ihr ins Coppedè-Viertel:

Um gemütlich ins Reich des Herrn Coppedè zu gelangen, steigt Ihr an der Piazza di Risorgimento (zwischen Petersdom und Vatikanische Museen) in die Tram 19 Richtung Gerani ein. Über den Tiber ruckelt Ihr vorbei an der Villa Giulia, die das Museo Nazionale Etrusco beherbergt. Vorbei an der Villa Borghese und dem Bioparco (Zoo) nähert Ihr Euch der Viale Liegi. Diese Ecke von Rom ist übrigens eine sehr schicke Wohngegend, mit einer hohen Dichte an Botschaften und deren Angehörigen. Wenn Ihr an der Fermata "Buenos Aires" aussteigt, gilt es nur noch die Viale Liegi zu überqueren und in die Via Tanaro zu gehen. Jetzt nur noch geradeaus und Ihr steht vor dem Froschbrunnen.