Essen Gehen in Rom

Auf viele der karierten Restaurant-Tische  kommen typisch römische Gerichte, die weder filigran noch kalorienarm sind. Die klassische Küche der Ewigen Stadt präsentiert sich eher bodenständig, deftig und reichhaltig.  

Hier zur Orientierung ein kleiner Auszug aus einer klassischen Speisekarte:

 

 

Antipasto 

Suppli - panierte und frittierte Reisbällchen mit diversen Füllungen

Fiori di zucca - frittierte Zucchiniblüten mit Mozzarella und Sardellen gefüllt

Filetto di baccalà - gebackener Stockfisch  

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Primo 

Pasta e fagioli - Pasta mit Bohnen

Carbonara - Pasta mit Ei und Speck aus der Schweinebacke 

Cacio e Pepe - Pasta mit Pecorino und reichlich Pfeffer 

Gnocchi - die Kartoffelklösschen werden traditionell in vielen Lokalen nur donnerstags angeboten 

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Secondo 

 Coda alla vaccinara - Ochsenschwanz-Ragout

Trippa - Kutteln

Abbacchio a scottadito - Gegrilltes Lamm

Saltimbocca alla romana - Kalbsschnitzelchen 

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Contorni (Beilagen) 

Carciofo alla giudia - Frittierte Artischocke

Carciofi alla romana - Artischocken in einem Sud gekocht 

Puntarelle - ein Salat aus einer Chicorée-Art, der mit einer Zitronen-Sardellen-Dressing angemacht wird. 

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Dolce 

Tiramisù, Panna Cotta & Co. - kennt man...

 

Pizza gibt es übrigens nicht in jedem Lokal, das wie eine typische Pizzeria in Deutschland aussieht. Oft wird der Ofen auch in Pizzerien erst zum Abendessen angeschmissen. Alternativ stehen mittags unzählige von Pizza al talgio-Läden (Imbisse, in denen man Pizzastücke erwerben kann) zur Auswahl. 

 

Wenn Römer mal keine Lust auf ihre eigene Küche haben, dann gehen sie ein sizilianisches oder toskanisches Lokal. 

Die kulinarischen Vorlieben in Italien sind viel stärker regional geprägt als bei uns in Deutschland. Ausserdem interessieren sich viele Italiener nicht für fremdländische Küche, weil Ihnen Ihre eigenen Kreationen einfach zu gut schmecken.  

 

Dann gibt es natürlich auch Restaurants (und sie werden immer mehr), in denen italienische und römische Klassiker neu und kreativ interpretiert werden. Und wer dann doch einmal seinen Gaumen außerhalb der italienischen Landesgrenzen schicken möchte, dem stehen eine ganze Reihe an japanischen Restaurants zur Verfügung. Zur Zeit unheimlich angesagt ist japanisch-brasilianische Fusion-Küche. 

 

Die Auswahl an Cafés, Pizzerien, Trattorien, Osterien, Restaurants etc. ist also groß. Nichtsdestotrotz werden die Sitzplätze in der Hochsaison am Abend knapp. Wer also ein bestimmtes Ziel im Auge hat, sollte unbedingt reservieren. Weniger vorausschauende Zeitgenossen sollten etwas Geduld mitbringen. Es ist völlig normal, sich in eine Schlange vor einem Restaurant einzureihen und auf einen Sitzplatz zu warten. Es wird relativ spät gegessen. Italiener kommen gegen 21 Uhr, Römer um 22 Uhr (..sagt man).

Die meisten Lokale öffnen zwischen 19 und 20 Uhr.

 

Als Restaurantkritikerin tue ich mich ein wenig schwer. Die subjektiv empfundene Qualität einer Lokalität hängt doch immer vom persönlichen Geschmack, den eigenen Erwartungen und individuellen Bedürfnissen ab. Unter der Rubrik Food & Fun berichte ich von Orten, an denen es mir zumindest gut geschmeckt hat. 

 

 

 

Im Restaurant...

In römischen Osterien, Trattorien und Restaurants läuft der Hase in mancher Hinsicht ein wenig anders als in Deutschland.

 

* Man isst hier später am Abend, gerade im Sommer. Kommt man um 19.30 Uhr speist man für sich allein oder in Gesellschaft vieler anderer Touristen. Erst gegen 21 Uhr füllen sich die Lokale mit Römern. 

 

* Man setzt sich nicht einfach an einen Tisch seiner persönlichen Wahl. Nach Bekanntgabe der Anzahl der benötigten Plätze, wartet man auf das Angebot des Servicepersonals. Im Idealfall (am Wochenende ein MUSS) hat man sowieso vorab in seiner Lieblings-Location reserviert. 

 

* Die erste Frage am Tisch gilt meist dem Wasser. Ob es mit oder ohne Kohlensäure gereicht werden soll. Wer es sprudelig mag bestellt "frizzante" oder "gassata". Stilles Wasser läuft unter der Bezeichnung "Acqua liscia". 

 

* Die klassische italienische Speisefolge mit "Antipasto" (Vorspeise), "Primo" (Pastagericht) und "Secondo" (Fleisch/Fisch-Fischgerichte) gefolgt von einem "Dolce" (Nachspeise) halten nur die wenigsten Römer(innen) ein. Anders wären die ranken Figuren auch nicht zu halten. Es ist also nicht unüblich sich ein Antipasto oder einen Primo zu teilen oder einen der Gänge auszulassen.

 

* Bestellt man nur ein "Dolce" kommen oft ohne Aufforderung mehrere Löffel mit an den Tisch. 

 

* Pane e coperto. Eine kleine Pauschale für "Brot und Gedeck" ist im touristischen Zentrum durchaus noch üblich. 

Die Betonung liegt auf klein. Bis 2,50 EUR pro Person. 

 

* Nachdem man "il conto" (die Rechnung) verlangt hat, lässt man sich das Restgeld des exakten Rechnungsbetrag zurückgeben. Das Trinkgeld wird dezent auf dem Tisch oder in dem dafür vorgesehen Behältnis hinterlassen. Üppige Trinkgelder sind in Italien nicht üblich. Der Service ist im Preis inbegriffen. 

 

* In Italien wird am Tisch nicht getrennt bezahlt. Geht man mit Freunden essen, wird der Gesamtbetrag einfach durch die Personenanzahl geteilt. 

 

* Manch ein Römer und manch eine Römerin verfügt über eine gehörige Portion an gesunden Selbstbewusstsein. Das gilt mancherorts auch für das Servicepersonal. Über den rauen Charme und eine gewisse Ignoranz den Bedürfnissen des Gastes gegenüber darf man sich ruhig empören, aber man sollte es nicht persönlich nehmen. Auch Einheimische werden schlecht behandelt. Gerade wenn man eine angesagte Location besucht, sollte man die Ansprüche in Sachen Schnelligkeit und Freundlichkeit in Bezug auf den Service schon einmal herunter schrauben. Im besten Falle wird man positiv überrascht...