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Darum lohnt sich eine Reise im Dezember nach Rom!

Wann ist die beste Zeit für einen City-Trip in die Ewige Stadt? Auf diese Frage habe ich nur eine Antwort: Rom ist das ganze Jahr über eine Reise wert. Wobei jede Jahreszeit so ihre Vor- und Nachteile mit sich bringt. Einer meiner persönlichen Lieblingsmonate ist der Dezember. Warum ich die Ewige Stadt ausgerechnet vor Weihnachten so gerne mag und Euch ein Dezember-Wochenende ans Reise-Herz lege, das erfahrt Ihr hier. 

Blau - Blauer -der Himmel über Rom im dezember

Rom und sein knallblauer Himmel. Dieses Azurblau ist einfach betörend schön. Übrigens auch im Winter. Während der November in den letzten Jahren immer etwas nasskalt daherkam, strahlte die Sonne im Dezember über der Ewigen Stadt. Im Winter verändert sich die Himmelsfarbe ein wenig. Das Blau ist nicht mehr so dominant, es wirkt sanfter, irgendwie weichgezeichnet. Und dann gibt es diese "Goldene Stunde" am späten Nachmittag, wenn die Sonne sich langsam zum Untergehen bereit macht und die Stadt in einen warmen Goldton taucht, den man den Rest des Jahres nicht zu sehen bekommt. Ich empfehle Euch einen Dezember-Spaziergang am Nachmittag. Und zwar startet Ihr nach einem Besuch der Basilica di San Giovanni in Laterano (Taufkirche und Kreuzgang bitte nicht vergessen!) in Richtung Kolosseum. Über die Via dei Santi Quattro geht es zu der uralten Basilica dei Santi Quattro Coronati, zu der auch ein Augustinerkloster gehört. Der Kirchenbau stammt aus dem 4. Jahrhundert und ist äußerst sehenswert! Wenn die zurückgezogen lebenden Ordensschwestern keinen Einlass gewähren, so bleibt einem zumindest von hier aus der tolle Ausblick auf das güldene Kolosseum und das nicht weniger beeindruckend beleuchtete römische Zentrum! Wer jetzt noch etwas Zeit hat, läuft nicht direkt geradeaus zum Kolosseum, sondern klingt sich in meinen Spaziergang "Slow-Rom: Über den Monte Celio" ein. 

Kürzere Schlangen vor Petersdom, Kolosseum & Co.

Obwohl es sich mittlerweile in der ganzen Welt herum gesprochen hat, dass Rom auch im Dezember eine Reise wert ist, sind im Winter bedeutend weniger Touristen zwischen Petersdom und Kolosseum unterwegs als im Frühjahr oder Herbst. Am Wochenende kann es trotzdem zu Staus vor den Hot-Spots der Stadt kommen. Viele Italiener nutzen den Dezember zum Weihnachts-Shopping und Seightseeing in der Hauptstadt. Allerdings ist die Atmosphäre bei Weitem nicht so hektisch wie im Sommer und man gerät beim Schlangenstehen auch nicht sofort ins Schwitzen. Außerdem gibt es manch Sehenswertes nur im Winter zu bewundern. Wie zum Beispiel die Ausstellung der 100 Weihnachts-Krippen (100 presepi). Eigentlich sind es viel mehr Krippen, die an der Piazza del Popolo ausgestellt werden. Sie stammen aus der ganzen Welt und werden von November bis Januar gezeigt. 

Rom Glitzert, funkelt und Blinkt

Rom ist chronisch pleite! So kann man also die letztjährige Idee der römischen Bürgermeisterin Virginia Raggi, ein wenig Geld bei der städtischen Weihnachtsdeko einzusparen, nicht als unvernünftig bezeichnen. Allerdings war das Ergebnis der Einsparbemühungen tatsächlich sehr unansehnlich und gipfelte in einem dürren, fast ungeschmückten Tannenbaum auf der Piazza Venezia. Man konnte schon fast Mitleid mit diesem klapprigen, lieblos verzierten Etwas haben. Hauptsächlich schämten sich die Römer jedoch. Sie liefen Sturm und riefen so laut vergogna (Schande), dass der Baum etwas üppiger geschmückt wurde. In der Zwischenzeit hatten sich die Besucher der Stadt und die Einheimischen selbst mit den von italienischen Firmen gesponserten Weihnachtsbäumen angefreundet. So wie der Valentino-Baum auf der Piazza Mignanelli, direkt an der Spanischen Treppe.  Wer eine kleine Weihnachtsbaum-Tour durch Rom machen möchte, sollte folgende Stationen anlaufen: Petersdom - Piazza Venezia - Kolosseum - Piazza Mignanelli  - Spanische Treppe - Galleria Alberto Sordi. Aktuelle Infos zu sehenswerten Weihnachtsbäumen gibt es dann in den Dezember-Event-Tipps!

Im Winter schmeckt Typisch Römische Küche besonders Gut!

Auf viele der karierten Restaurant-Tische  kommen typisch römische Gerichte, die weder filigran noch kalorienarm sind. Die klassische Küche der Ewigen Stadt präsentiert sich eher bodenständig, deftig und reichhaltig. Mein Gaumen und Magen zumindest hat an den folgenden Gerichten im Winter mehr Freude als bei 35 Grad im Schatten: 

 

 

Antipasto 

Suppli - panierte und frittierte Reisbällchen mit diversen Füllungen

Fiori di zucca - frittierte Zucchiniblüten mit Mozzarella und Sardellen gefüllt

Filetto di baccalà - gebackener Stockfisch  

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Primo 

Pasta e fagioli - Pasta mit Bohnen

Carbonara - Pasta mit Ei und Speck aus der Schweinebacke 

Cacio e Pepe - Pasta mit Pecorino und reichlich Pfeffer 

Gnocchi - die Kartoffelklösschen werden traditionell in vielen Lokalen nur donnerstags angeboten 

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Secondo 

 Coda alla vaccinara - Ochsenschwanz-Ragout

Trippa - Kutteln

Abbacchio a scottadito - Gegrilltes Lamm

Saltimbocca alla romana - Kalbsschnitzelchen 

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Contorni (Beilagen) 

Carciofo alla giudia - Frittierte Artischocke

Carciofi alla romana - Artischocken in einem Sud gekocht 

Puntarelle - ein Salat aus einer Chicorée-Art, der mit einer Zitronen-Sardellen-Dressing angemacht wird. 

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Dolce 

Tiramisù, Panna Cotta & Co. - kennt man...

 

An dieser Stelle direkt ein passender Restaurant-Tip:

Die Hosteria Grappolo d`Oro ganz nah am Campo de´Fiori war mein allererstes Lieblings-Restaurant in Rom. Besonders die Auswahl an köstlichen Vorspeisen, die in dieser Form auf klassischen römischen Karten sonst nur schwer zu finden sind, hatten es mir angetan. Außerdem mochte ich den reduzierten Einrichtungsstil, das junge Team des Restaurants und die Vielfalt an italienischen Bio-Weinen. 

Für alle Rom-Besucher, die ihren Gaumen auf eine römische Reise schicken möchte bietet das Grappolo d´Oro einen "Percorso Romano" an. Der besteht aus: Antipasto (gemischte Vorspeisenplatte), Primo (Auswahl aus drei typisch römischen Pasta-Gerichten), Secondo (Auswahl aus drei typisch römischen Hauptgerichten), Contorno (1 Beilage), Dolce (Nachtisch) und Wasser. Das ganze kulinarische Vergnügen ist für 28 EURO zu bestellen! Allerdings müssen alle am Tisch den Percorso Romano wählen. Und das Reservieren sollte man unter gar keinen Umständen vergessen!! 

Grappolo d`Oro, Piazza della Cancelleria 80, 1 Minute vom Campo de`Fiori entfernt