Mercato di Porta Portese - Zwischen Ramsch und Trödel

Heute habe ich nach langer Pause einmal wieder den sonntäglichen Mercatino an der Porta Portese besucht.  Einem Markt, an dem sich die Geister scheiden. Viele Römer zieht es regelmäßig an die über 1000 Stände, die sich ab dem Stadttor "Porta Portese" durch die Straßen ziehen. Viele Touristen zeigen sich nach einem Besuch des Marktes hingegen äußerst enttäuscht. Vermutlich weil Erwartungen und nüchterne römische Realität sehr weit auseinander liegen. Fälschlicherweise wird der Mercato in der Reise-Literatur oft als Trödel-Markt bezeichnet. Was er jedoch nur zu einem kleinen Teil ist.

An sehr vielen Ständen werden statt alter Bücher, Porzellan mit Retro-Charme oder antiken Schätzchen billige Kleidung, günstige (gebrauchte) Schuhe, 1 Euro-Haushaltsartikel oder kitschiger Schmuck verkauft. Römer, die es sich nicht leisten können in der teueren Innenstadt zu kaufen wissen diese Angebote durchaus zu schätzen.  Und wer auf der Suche nach Trödel-Schätzen ist, der weiß, dass er erst einmal ab der Porta Portese eine ganze Weile gerade aus auf der Via Portuense laufen muss bis er rechts auf die Via Ippolito Nievo abbiegen kann. Ab hier steigt die Anzahl der Trödel- und Antiquitäten-Stände sprunghaft an. Ich für meinen Teil habe hier heute einige interessante Bücher, Fotos und Drucke entdeckt. Allerdings war ich schon zu spät dran. Ab 11 Uhr wurde das Gedrängel so groß, dass das Stöbern keinen Spaß mehr gemacht hat. Ich komme in der nächsten Zeit (viel früher) auf jeden Fall wieder! Mein Tipp für alle Rom-Besucher: Wer auf der Suche nach exquisiten Antiquitäten oder Ständen mit hochwertigen italienischen Spezialitäten ist, vertreibt sich den Sonntag-Morgen lieber woanders. Wer 2 Stunden sonntäglichen römischen ungeschönten Alltag erleben mag, plant einen Besuch des Mercato di Porta Portese mit ein und findet mit etwas Glück auch einen kleinen Trödel-Schatz.