Making-Of Fettnäpfchenführer Rom Teil 2

Der tierische Freund am Steuer links auf dem Foto könnte eine Erklärung für manch eine Kuriosität im römischen Straßenverkehr sein, für den ich eine ganze Episode im "Fettnäpfchenführer Rom" eingeplant habe. Und seit ich an dieser arbeite plagt mich ein wahres Luxusproblem. Es gibt mehr über den Verkehr in Rom zu berichten, als in ein Buchkapitel passt! Unerwähnt darf auf keinen Fall bleiben, dass es in keiner anderen europäischen Großstadt so viele Autos gibt wie am Tiber. Und Motorini! Große Motorroller, die sich durch den römischen Dauerstau an den Autos vorbeischlängeln und auch gerne mal bei roter Ampel über die Kreuzung gesteuert werden. Sehr gewöhnungsbedürftig für den nordeuropäischen Verkehrsteilnehmer ist auch die Lust der Römer aus einer zweispurigen Straße eine mit vier Spuren zu machen. Man kommt sich schon ungewöhnlich und manchmal auch unangenehm nah auf römischen Straßen! Was auch gut am ramponierten Zustand der meisten Autos zu erkennen ist. Gott sei Dank habe ich meinen großen schicken Kombi mit allem möglichen Schnick-Schnack aus Deutschland gegen einen bereits in die Jahre gekommenen Kleinwagen ohne Klimaanlage eingetauscht. Der springt zwar erst nach dem zwanzigsten Versuch an und im zweiten Gang am Berg sehe ich im Rückspiegel eine bedrohlich schwarze Wolke aufsteigen, im römischen Straßenverkehr ist die nach deutschen Maßstäben alte Schleuder jedoch Gold wert.

Zumindest plagt mich beim Kampf durch den römischen Verkehr nicht die Sorge, dass ich mir einen Kratzer einfange. Sorgenfrei muss auch der Autofahrer sein, den ich heute Vormittag im Stau vor mir stehen hatte. Ich dachte gerade unweigerlich an eine aktuelle Studie, die besagt, dass Rom die verstopfteste Stadt Europas ist, als mir auffiel, dass der Wagen vor mir eigentlich nur noch durch Klebeband zusammengehalten wurde. Nicht, dass Klebeband an Autos ungewöhnlich in Rom wäre, aber das Ausmaß des Packbandgebrauchs war schon äußerst verblüffend und deutete auf einen sehr kreativen Geist. Die wagemutige Konstruktion hätte auch den Händen des Verpackungskünstlers Christo stammen können. Die komplette Stoßstange war großzügig umwickelt und ging so eine klebende Liaison mit dem Kofferraum ein. Auch über den Radkästen wölbte sich die braune Folie. Sowohl der linke als auch rechte Außenspiel wurde durch Packband gehalten, wobei der Spiegel auf der Fahrerseite den Kampf gegen die Schwerkraft bald verlieren würde. Er neigte sich bereits bedenklich gen Boden. Diese Konstruktion musste unbedingt im Fettnäpfchenführer verewigt werden. Und natürlich die Sache mit dem Anschnallen im Auto. Besser gesagt, das Nicht-Anschnallen. Und das ständige Zufahren von Kreuzungen. Das Parken in zweiter und dritter Reihe und auf Zebrastreifen. Und die Schlaglöcher in den Straßen, die sich nach einem Regenguss in Krater verwandeln....

 

Welche Kuriositäten des römischen Straßenverkehrs es ins Buch geschafft haben, können Sie ab April nach lesen. An dieser Stelle möchte ich allen Rombesuchern den wohl gemeinten Tipp geben: lassen Sie das Auto zu Hause in der Garage. Wenn Sie sich in Rom oder auch außerhalb in einem bequemen Fahrzeug fortbewegen möchten, dann empfehle ich Ihnen den wunderbaren Fabrizio. Er besitzt eine schicke Oberklasse-Limousine und fährt Rombesucher nicht nur vom Flughafen bis ins Zentrum und zurück, sondern macht auch Ausflüge in die Umgebung. Wenn er keine Zeit hat (was sehr schade wäre, denn Fabrizio ist wirklich ein sehr korrekter und zudem angenehmer Zeitgenosse), vermittelt er an einen Kollegen weiter. Unverbindliche Anfragen stellen Sie am Besten über die Homepage, auf Italienisch oder Englisch! 

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