Rom geht das Wasser aus!

Heute vormittag habe ich spontan Anguillara Sabazia einen Sonntags-Besuch abgestattet. Das Dörfchen liegt malerisch am Bracciano-See,  nur 30 km von Rom entfernt. Beliebt ist der Vulkansee nicht nur als Naherholungsgebiet, sondern er versorgt einen Teil von Rom mit Wasser. Wer nun ganz aufmerksam das Foto links (2015) mit dem Rechten (heute) vergleicht, wird sehen, dass die Strandbreite sich mehr als verdreifacht hat und der Bracciano-See  merklich an Wasser verloren hat. Soviel Wasser, dass eine Zerstörung des Ökosystems droht. Soviel Wasser, dass ab dem 28. Juli die Wasserlieferungen an Rom  eingeschränkt werden sollen und bei 1,5 Millionen Römern nur noch zu bestimmten Uhrzeiten das Wasser aus den Leitungen sprudeln  wird.

Nun werden die Folgen der ewig langen Dürre in Italien auch in der Hauptstadt drastisch spürbar, nachdem in manch einer Region bereits der Notstand ausgerufen und in Rom zumindest einmal ein Teil der öffentlichen Brunnen abgestellt. Allerdings wird nicht nur das diesjährige Ausbleiben von Regen für die Wasserknappheit verantwortlich gemacht. Marode Wasserleitungen tragen auch ihren nicht unwesentlichen Teil zu dieser Misere bei. Allein im Latium, der Region rund um Rom sollen 70 Prozent des transportierten Wassers einfach so versickern. Außerdem ist Wasser in Italien im Vergleich zu Deutschland billig zu haben. Daher neigt manch ein Bewohner der Ewigen Stadt gerade jetzt im Sommer zu einem geradezu verschwenderischen Gebrauch des kühlen Nass. Auch auf unserer Wohnanlage wird nach wie vor der Rasen mit Sprengern munter geflutet und die Blumenkübel vollgegossen, obwohl die Zeitungen voll waren mit guten Einspar-Tipps. Hilfe von oben ist nicht zu erwarten. Die meteorologische Aussichten deuten auf noch mehr Hitze und keinen Regen hin. 

 

Sobald ich weiß, ob auch das touristische Zentrum Roms von den Wasserrationierungen betroffen sein wird und in welchen Umfang, melde ich mich zu diesem Thema wieder. 

Out of Rom: Grüße aus Apulien!

AHHHHHPULIEN! Immer wieder verliebe ich mich neu in diese italienische Region. Und immerhin habe ich dort gerade meinen dritten Sommerurlaub in Folge verbracht. Langweile kommt hier im Süden zwischen urigen Wäldern, kristallklarem Meer, normannischen Kastellen, Trulli und der köstlichen cucina pugliese erst gar nicht auf. Dieses Jahr ging es zuerst ins Gargano, den Sporn Italiens. Eine spannende Gegend mit Steilküsten, verwunschenen Wäldern, malerischen Buchten, weltbekannten Pilgerorten und verschlafenen Städtchen. Die Reiseempfehlungen rund um Vieste kann man unter Out of Rom, GARGANO - DER WILDE SPORN nachlesen. Nach vier wunderbaren Tagen ging es weiter gen Süden auf einen tollen Agriturismo (Hotel-Bauernhof) im pittoresken Itria-Tal. Ein Teil der reichlich vorhandenen Ausflugs-Möglichkeiten dieser Region habe ich unter Out of Rom, ITRIA-Tal - HERRLICHES APULIEN beschrieben. Ich wünsche ganz viel Spaß beim Nachmachen!

Heiß auf Eis! Das beste Gelato in Rom!

Mindestens 1 Gelato gehört zu einem perfektem Rom-Trip einfach dazu! Wo aber gibt es das beste Eis der Ewigen Stadt zu genießen?  Nicht ausschließlich im Stadtzentrum! Soviel sei an dieser Stelle schon einmal verraten. In meinem fürchterlich subjektiven Gelato-Ranking habe ich versucht möglichst viele Eisdielen in der Nähe von touristischen Hot-Spots zu berücksichtigen. Für die TOP 4  lohnt sich auch mal eine Fahrt mit dem öffentlichen Nahverkehr raus aus dem Centro storico.   

Hier geht es zu den 10 besten Eisdielen in Rom - meiner Meinung nach...

Ein römischer Sommer-Nachts-Traum....

Von einen Tag auf den anderen war sie da: diese typisch römische Hitze. Bereits seit ein paar Wochen brennt die Sonne erbarmungslos über der Ewigen Stadt. Jetzt hat sich die drückende Wärme in den Kopfsteinpflastergassen eingenistet und wird dort bis mindestens Ende September ihr hitziges Unwesen treiben. Von nun an laufen die Klimaanlagen der Stadt auf Hochtouren und die Fächer-Verkaufszahlen schnellen in die Höhe. Von nun an stellen die Römer spontan ihren Bio-Rhytmus um, bewegen sich tagsüber nur noch im Schneckentempo voran und verschanzen sich vor den Sonnenstrahlen hinter verschlossenen Fensterläden.  Ab jetzt findet das pralle römische Leben erst nach Sonnenuntergang statt und meine Lieblings-Jahreszeit beginnt. Die der endlos langen Sommernächte, in denen man ziellos von einer Bar zur nächsten Piazza bummelt, mit dem Motorroller den Tiber entlang braust (wenn man nicht gerade mitten in der Nacht im Stau steht), zu nachtschlafenden Zeit zu Abend isst oder weit nach Mitternacht in einer Bäckerei Schlange steht, während das Thermometer immer noch 29 Grad anzeigt. Die Chronik meiner diesjährigen ersten römischen Sommernacht mit Anregungen zum Nachmachen, gibt es hier zu lesen.

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Grattachecca - Eine typisch römische Abkühlung

Der Sommer ist da! Und mit den schweißtreibenden Temperaturen und leichtbekleideten Besuchern aus der ganzen Welt, bringt er eine herrlich kühle römische Spezialität mit sich: Grattachecca! Noch nie etwas von dieser eiskalten Köstlichkeit gehört? Der Name leitet sich von "grattare la checca" ab .

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Der Juni in Rom - Die Open-Air-Saison beginnt!

Der Juni startet direkt mit einem fulminanten Event. Am 2. Juni feiert Italien das Festa della Republicca, seinen Nationalfeiertag. Zentrale Punkte der offiziellen Feierlichkeiten inkl. Militärparade und Überflug der "Frecce Tricolori" (Flugstaffel) sind die Piazza Venezia und die Via dei Fori Imperiali. 

Mit bedeutend weniger Pathos, geht es bei zahlreichen Sommer-Events in Rom zu, von denen einige bereits im Juni beginnen. 

 

Ab dem 9. Juni zieht die schneeweiße Zeltstadt "Lungo il Tevere" an den Tiber, an dessen Ufer sich ein Restaurant an die nächste Bar reiht.  Begleitet werden die kulinarischen Genüsse von einem abwechslungsreichen Kulturprogramm. 

 

Auch für die römische Oper geht es im Juni an die frische Luft. Ab dem 13. Juni spielt das Ensemble wieder in der einzigartigen Kulisse der Caracalla-Therme.

Was sonst so im Juni in Rom passiert, das können Sie hier erfahren. 

Morgens in Trastevere...

Regelmäßig spaziere ich am Morgen durch einen Stadtteil Roms, der in der internationalen Reiseliteratur gerne als das ! Ausgehviertel der Ewigen Stadt gepriesen wird. Kein Wunder also, dass sich spätestens ab Donnerstag-Abend Touristen aus aller Welt und junge Römer durch Trastevere drängeln und zwischen Piazza Trilussa und Piazza di Santa Maria in Trastevere die Lokale aus allen Nähten platzen. Mir persönlich ist der Massenauftrieb einfach zu viel und zu hektisch. Abgesehen davon präsentiert sich - zumindest meiner Meinung nach - das altehrwürdige Viertel morgens von seiner allerschönsten und vor allem wunderbar ruhigen Seite. Wie auf den heute geschossenen Beweisfotos zu sehen ist! Was man nach einem Spaziergang über das holprige Kopfsteinpflaster noch alles in Trastevere am Vormittag entdecken kann, das gibt es hier zu lesen. 

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Rom-Inspiration: Meine Lieblingsplätze

Unter der Rubrik "To be" führe ich eine Liste meiner ganz persönlichen Lieblingsplätzen in der Ewigen Stadt auf. Für alle, die auf der Suche nach Inspirationen und kleinen Ideen für Ihren nächsten Rom-Trip sind, könnte ein Blick auf meine momentanen 25 Lieblinge (Tendenz steigend) lohnenswert sein. Viel Spaß beim Stöbern!

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Shopping-Tipp aus Rom: SUFIR in Monti

Das Viertel Monti mitten im Herzen von Rom hat sich in den letzten Monaten zu meiner absoluten Lieblings-Shopping-Zone entwickelt. Ich mag es einfach durch die ruhigen Gassen zu bummeln und in den individuellen und lässigen  Läden zu stöbern. Neben den abwechslungsreichen Shops für Interieur-Design, gibt es eine Vielzahl an Mode-Boutiquen zu entdecken, die einiges an Selbstgenähtem im Angebot haben. Sowie zum Beispiel SUFIR in der  Via del Boschetto 96. Hier findet frau Mode, die einfach gute Laune macht und vor allen Dingen tolle Handtaschen in allen Preisklassen, denen ich zumindest nur schwerlich widerstehen kann. Außerdem ist der Service extrem nett und hilfsbereit. Wer jetzt neugierig auf Monti geworden ist, dem lege ich den "Shopping-Marathon" Unter der Rubrik "To Walk" ans Herz. Hier habe ich Monti und seinen Gassen einen kompletten Abschnitt gewidmet. Ein Besuch des Viertels ist meiner Meinung nach ein absolutes Muss für Mode-Design- und Vintage-Fans. Besonders samstags und sonntags kommen viele hippe Römer in die Gegend, um sich auf dem Mercato Monti, Via Leonina 46, einem kleinen aber feinen Vintage- und Design-Markt, umzusehen. Übrigens: Für einen anschließenden Kaffee empfehle ich die romantische La Bottega del Caffè auf der Piazza della Madonna dei Monti und für einen Aperitivo ist Analemma in der  Via Leonina 77 eine gute Anlaufstelle! Ab 18.30 Uhr werden im lässigen Ambiente für 10 EUR Cocktails und Häppchen serviert. Für ein schnelles und leckeres Mittagessen bietet sich das Pasta Imperiale, Via del Boschetto 112, an. Hier kann man sich aus verschiedenen Nudelsorten und Saucen sein ganz individuelles Pastagericht zusammenstellen, das am Ende um die 5 EURO kostet. BUON APPETITO! 

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Im wunderbaren Cilento 2.0

Vor einem Jahr habe ich den Cilento, ein Gebiet in der Region Kampanien südlich von Neapel zum ersten Mal besucht und ausgiebig von dem türkisblauem Meer und tiefgrünen Bergen fernab vom Massentourismus geschwärmt. Nun, während meiner zweiten Reise sind eine ganze Menge neue Eindrücke hinzugekommen, die ich bald unter der Rubrik "Out of Rom" mit allen Reiselustigen teilen möchte. Die obigen Bilder vom Sonnenuntergang neben Capri, einsamen Sandstränden oder WWF Oasen machen vielleicht schon einmal Lust auf den nächsten Sommerurlaub in Bella Italia...

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Buona Pasqua - Schokoladige OSterGrüsse aus Rom!!

An Ostern schlägt die große Stunde der überdimensionierten Schokoladeneier in Italien. Die mit Blümchen und Glückwünschen verzierten Eier habe ich in der Auslage einer der ältesten Konditoreien Roms entdeckt. In der Backstube von Valzani in Trastevere werden seit den 1920er Jahre süße Sünden hergestellt. Das kitschig nostalgische Ambiente und die Maritozzi (Hefeteilchen) mit süßer Sahne sind übrigens auch ausserhalb der Ostersaison sehenswert und sehr lecker.  Valzani, Via del Moro 37, in der Nähe Piazza Santa Maria in Trastevere

"Bel Tempo" und Cappuccino auf der Piazza Navona

Da es in Rom keine klassischen Busfahrpläne gibt, verlasse ich mich notgedrungen auf die App der römischen Verkehrsbetriebe. Die zeigt mir (manchmal) an, wie lange es noch dauert bis der nächste Bus an meiner Haltestelle eintreffen wird.  Heute morgen sollten es noch exakt 14 Minuten sein, die ich mit einem angeregten Plausch mit unserem Portiere (Hausmeister) verbracht habe. Als die App verkündete, dass der Bus quasi just in diesem Moment vor mir anhalten müsste und von dem vertrauten Quietschen und Röcheln eines um die Ecke biegenden Atac-Fahrzeuges noch rein gar nichts zu hören war, ahnte ich bereits, dass ich es hier mit einem Geisterbus zu tun hatte. Ein Rom häufig vertretenen Busgattung, die sich ausschließlich im  virtuellen Raum der App fortbewegt und es nie bis auf die römischen Strassen geschafft hat. Also blieb mir nichts anderes über als auf den nächsten realen Bus zu warten. Der schien sich jedoch virtuell rückwärts zu bewegen. Nach anfänglichen 15 Minuten wurden würden mir 23 und zwischendurch sogar 30 Minuten Wartezeit prognostiziert. Als wäre dies nicht schon eine ausreichend anstrengende Geduldsprobe mahnte mich an der Bushaltestelle ein Werbeplakat für Gartenmöbel: Non c`è bel tempo da perdere. Ein kleines Wortspiel mit der Tatsache, dass tempo sowohl Zeit als auch Wetter bedeutet. Somit mahnte mich der Slogan weder schöne Zeit verlieren, noch schönes Wetter zu verpassen.  Zum Beispiel beim Warten auf römische Geisterbusse...??

Als der sich virtuell rückwärts bewegende Bus früher als erwartet eintraf, hatte sich der Werbeslogan zu meinem Mandra des Tages entwickelt. Und so war ich fest entschlossen das wundervolle Wetter zu nutzen und mir eine schöne Zeit im römischen Zentrum zu machen. Ich hatte mir vorgenommen etwas ganz Ungewöhnliches zu tun. Ich wollte an einen Ort, den ich aufgrund seiner hohen Touristendichte eigentlich eher meide. Zumindest um dort einen überteuerten und zweitklassigen Cappuccino zu trinken. Heute aber führte mich mein Weg schnurstracks zu einem der Lokale auf der Piazza Navona, dem Ai tre Tartufi. Mein Cappuccino kostete 5,60 Euro zzgl. 1,20 EUR Service, aber immerhin gab es ein Glas Wasser dazu und das Vergnügen, das Treiben rund um  Bernini´s Vierströmebrunnen von einem Logenplatz aus zu beobachten. Außerdem habe ich gelernt, dass man um 11 Uhr bereits Pizza auf der Piazza Navona bestellen kann und dass es beim Ai Tre Tartufi - zumindest laut beständiger Aussage der Fliege tragenden Ober - das aller aller beste Eis in ganz Rom gibt. Mein Fazit des Tages: Auch an den Touristen-Hot-Spots kann man irgendwie auch schöne Zeit verbringen. Wobei ich morgen meinen Cappuccino wieder in meiner Lieblings-Bar (Bar Giulia, Via Giulia 84, auf dem Weg vom Petersdom zum Campo de Fiori)dichtgedrängt, im Stehen, am Tresen unter Römern trinken werde. Ein Erlebnis, dass man auch als Rom-Besucher nicht verpassen sollte.  

Tierisch Römisch...

Hunde beim Spielen im Graben der Engelsburg, Katzen beim Sonnen zwischen antiken Tempeln, Papageien im Park, Hasen zwischen den Kaiserpalästen auf dem Palatin, Möwen auf allem was sich als Aussichtsplatz eignet...Die italienische Hauptstadt zählt bei weitem mehr tierische Bewohner als man vermuten (und sich als Tierfreund vielleicht wünschen) mag.  Sie leben in diesem geschichtsträchtigen Ambiente und täglichen Chaos mit einer bewundernswerten Selbstverständlichkeit. Besonders die wilden Katzen, die in Rom unter Schutz stehen, haben sich schicke Behausungen gesucht und sind somit selbst zu Attraktionen geworden. 

Ganz vorne weg sind da natürlich die Katzen vom Largo di Torre Argentina. In den 1920er Jahren begannen hier mitten im Herzen von Rom (unweit des Pantheon) die Ausgrabungen von vier entdeckten Tempelanlagen. ( Das Gelände war sogar Schauplatz eines weltberühmten Mordkomplotts!  Julius Caesar ist hier ermordet worden.) Mit den Archäologen kamen auch die wilden Katzen. Und sie blieben, weil viele Römerinnen, die sogenannten gattere (Katzenmütter), sich um die heimatlosen Tiere kümmerten. Und es wurden immer mehr, weil viele Römer ihre verletzte oder unerwünschte Katze einfach zu dem Platz brachten. Mittlerweile sorgt ein Verein sich in einer Katzenpflegestation um das Wohl der Tiere und hält den Samtpfoten-Bestand in Grenzen, in dem die Tiere sterilisiert und anschließend an neue Besitzer in die ganze Welt vermittelt werden.

5 Minuten zu Fuß von Pantheon oder Piazza Venezia, die Öffnungszeiten der Pflegestation sind täglich von 12 - 18 Uhr

 

Ein wenig ruhiger haben es die Katzen an der Cestio Pyramide im Stadtviertel Testaccio. Im Schatten der schneeweißen Pyramide befindet sich auch hier eine Station, in der Freiwillige die Streuner versorgen. Zu ihrem Revier gehört  der Campo Cestio, der Friedhof für Nichtkatholiken in Rom. Beim einem Gang vorbei an den letzten Ruhestätten vieler  Maler, Bildhauer, Schriftsteller, Dichter oder Diplomaten, die vor allem im 19. Jhd. nach Rom gekommen waren, trifft man immer wieder auf Katzen, die in der Sonne Nickerchen halten und dem Besucher an diesem reichlich melancholischen Ort ein Lächeln auf die Lippen zaubern. 

Metro B bis Piramide, Tram 3 bis Piazzale Ostiense, Öffnungszeiten Campo Cestio in der Via Caio Cestio 6: Mo - Sa 9 - 17 Uhr, So 9 - 13 Uhr 

Mercato di Porta Portese - Zwischen Ramsch und Trödel

Heute habe ich nach langer Pause einmal wieder den sonntäglichen Mercatino an der Porta Portese besucht.  Einem Markt, an dem sich die Geister scheiden. Viele Römer zieht es regelmäßig an die über 1000 Stände, die sich ab dem Stadttor "Porta Portese" durch die Straßen ziehen. Viele Touristen zeigen sich nach einem Besuch des Marktes hingegen äußerst enttäuscht. Vermutlich weil Erwartungen und nüchterne römische Realität sehr weit auseinander liegen. Fälschlicherweise wird der Mercato in der Reise-Literatur oft als Trödel-Markt bezeichnet. Was er jedoch nur zu einem kleinen Teil ist.

An sehr vielen Ständen werden statt alter Bücher, Porzellan mit Retro-Charme oder antiken Schätzchen billige Kleidung, günstige (gebrauchte) Schuhe, 1 Euro-Haushaltsartikel oder kitschiger Schmuck verkauft. Römer, die es sich nicht leisten können in der teueren Innenstadt zu kaufen wissen diese Angebote durchaus zu schätzen.  Und wer auf der Suche nach Trödel-Schätzen ist, der weiß, dass er erst einmal ab der Porta Portese eine ganze Weile gerade aus auf der Via Portuense laufen muss bis er rechts auf die Via Ippolito Nievo abbiegen kann. Ab hier steigt die Anzahl der Trödel- und Antiquitäten-Stände sprunghaft an. Ich für meinen Teil habe hier heute einige interessante Bücher, Fotos und Drucke entdeckt. Allerdings war ich schon zu spät dran. Ab 11 Uhr wurde das Gedrängel so groß, dass das Stöbern keinen Spaß mehr gemacht hat. Ich komme in der nächsten Zeit (viel früher) auf jeden Fall wieder! Mein Tipp für alle Rom-Besucher: Wer auf der Suche nach exquisiten Antiquitäten oder Ständen mit hochwertigen italienischen Spezialitäten ist, vertreibt sich den Sonntag-Morgen lieber woanders. Wer 2 Stunden sonntäglichen römischen ungeschönten Alltag erleben mag, plant einen Besuch des Mercato di Porta Portese mit ein und findet mit etwas Glück auch einen kleinen Trödel-Schatz. 

 

 

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Lese-Tipp für den Oster-Trip - Kurzurlaub in Rom

Für alle, die einen Oster-Trip nach Rom planen habe ich hier zur Einstimmung einen passenden Lese-Tipp:

meinen Fettnäpfchenführer Rom, in dem es tatsächlich nicht um Näpfchen geht, in die man als Besucher der Ewigen Stadt treten könnte.

 

Ich berichte vielmehr davon wie sehr es sich lohnt, hin und wieder von den ausgetretenen Touristenpfaden abzuweichen. Ich erzähle aus meinem römischen Alltag und liefere jede Menge Tipps, wie man das Rom der Römer jenseits von Kolosseum und gängigen Klischees kennenlernen kann. Oder wo man sich in Rom am besten bei Regen vergnügt, wo es die tollsten Mitbringsel zu finden gibt, wie man die römische Hitze erträgt und wo die typisch römische Küche besonders gut schmeckt. 

Ich führe Sie in Kirchen voller Kunstschätze, über Straßen voller Street-Art oder auf monumentale Friedhöfe voll römischer Geschichten.  

 

Eine Lese-Probe und das Buch selbst gibt es nicht nur auf amazon, sondern auch in anderen online-Buchhandlungen.

 

Viel Spaß beim Einstimmen auf Ihren Oster-Trip nach Rom!

 

 

Wieder Entdeckt: Grappolo d´oro - Restaurant-tipp Rom

Die Hosteria Grappolo d`Oro ganz nah am Campo de´Fiori war mein allererstes Lieblings-Restaurant in Rom. Besonders die Auswahl an köstlichen Vorspeisen, die in dieser Form auf klassischen römischen Karten sonst nur schwer zu finden sind, hatten es mir angetan. Außerdem mochte ich den reduzierten Einrichtungsstil, das junge Team des Restaurants und die Vielfalt an italienischen Bio-Weinen. 

Die Beziehungskrise zwischen mir und dem Grappolo d´Oro kam schleichend. Irgendwann hatte die Karte nichts Neues mehr für mich zu bieten. Dem Service war der Erfolg ein wenig zu Kopf gestiegen. Und der Koch hatte einmal zuviel einen schlechten Tag. Kurzum: die Luft war raus und ich begab mich auf die Suche nach einer neuen Location. Erst nach über einem Jahr hat es mich mehr aus Zufall nun wieder ins Grappolo d`Oro geführt. Und ich werde definitiv wieder kommen! Der Brotsalat war hervorragend, der Baccalà (Stockfisch) mit Tomaten, Pinien und Rosinen schmeckte köstlich und der rote Hauswein war mit der Beste, den ich in den letzten Wochen serviert bekommen habe. Statt arrogant war der Service sehr bemüht (und sehr ansehnlich). Für alle Rom-Besucher, die ihren Gaumen auf eine römische Reise schicken möchte bietet das Grappolo d´Oro einen "Percorso Romano" an. Der besteht aus: Antipasto (gemischte Vorspeisenplatte), Primo (Auswahl aus drei typisch römischen Pasta-Gerichten), Secondo (Auswahl aus drei typisch römischen Hauptgerichten), Contorno (1 Beilage), Dolce (Nachtisch) und Wasser. Das ganze kulinarische Vergnügen ist für 28 EURO zu bestellen! Allerdings müssen alle am Tisch den Percorso Romano wählen. Und das Reservieren sollte man unter gar keinen Umständen vergessen!! 

Grappolo d`Oro, Piazza della Cancelleria 80, 1 Minute vom Campo de`Fiori entfernt 

48 Stunden in Rom - Gegen den Strom

Wer einen Wochenend-Trip nach Rom plant, steht vor einem unlösbares Problem. Es gibt einfach mehr Sehenswertes in der Ewigen Stadt , als Zeit es zu entdecken! Außerdem sind es da noch viele andere Touristen aus der ganzen Welt, die von Freitag bis Sonntag zwischen Petersdom, Kolosseum und Trevibrunnen über die üblichen Pfade hetzen. Wer sich lieber gegen den Strom bewegen, auch einmal in Ruhe einen Cappuccino oder Aperitivo genießen und Rom´s Vielfalt kennenlernen möchte, der findet vielleicht ein paar Anregungen in meinen Vorschlägen für 48 Stunden in Rom - Gegen den Strom. Ich wünsche viel Spaß nachts in den Vatikanischen Museen, beim Mittagessen über den Dächern von Rom oder beim Spaziergang im Park der Aquädukte. 

Der März in Rom

Der März ist ein toller Monat für einen City-Trip nach Rom. Es sind zwar bereits einige Touristen unterwegs, aber die Wege zwischen den römischen Hot-Spots sind bei weitem nicht so überfüllt wie ab April. Außerdem macht es bei den aktuellen Temperaturen (18 Grad) richtig Spaß, Rom zu Fuß zu erkunden. In der Sonne wird es manch einem Nordeuropäern so warm, dass sich die T-Shirt-Träger auf den Straßen mehren und ich sogar bereits einige nackte Füße in Flip Flops zu Gesicht bekommen habe. Die Straßen-Cafés mit Sonnengarantie sind schon zum Frühstück voll und alle Eisdielen haben nach einer evtl. Winterpause wieder geöffnet. 

Was sonst alles die nächsten Wochen in der Ewigen Stadt los ist, das erfahren Sie hier. Zum Beispiel wie die Römerinnen den Weltfrauentag feiern. Oder wann auch Männer kostenlos ins Museum kommen und wo die 40 besten italienischen Pizzabäcker gegeneinander antreten.   

Die 5 schönsten Cafés in Rom...

Rom quillt nur so über vor Bars und Cafés, in denen man mit allen Sinnen in die römische Kaffee-Kultur eintauchen kann. Manch einer dieser Orte ist so sehenswert, kurios oder skurril, dass Espresso, Cappuccino & Co. zu einer koffeinhaltigen Nebensächlichkeit geraten. Hier nun meine persönliche Rangliste der 5 schönsten Cafés in Rom : 

 

5. Café Ganova Tardolini 

Irgendetwas zwischen herrlichem Kitsch und großer Kunst - so lässt sich das ungewöhnliche Ambiente des Café in der Nähe der Spanischen Treppe wohl am besten beschreiben. In dem ehemaligen Ateliers der Bildhauer  Canova und Tadolini wird eine Tasse Cappuccino zwischen all den Skulpturen der beiden Künstler zum einem echten kulturellen Erlebnis.  Via del Babuino 150 A-B 

 

4. Antiko Caffè Grekko

Wer hat sich nicht alles in diesem prunkvollen Räumen auf der Via Condotti dem Koffeingenuss hingegeben: Johann Wolfgang von Goethe, Casanova oder Lord Byron. Heute sind es eher Touristen denn Poeten, Dichter und Denker, die das Café besuchen. Dennoch lohnt sich ein Abstecher. Die verschiedenen Salons stecken vor Kunst und Geschichte. Wer dort allerdings Platz nimmt bezahlt die Aussicht auf Gemälde und Skulpturen. Am Tresen im Stehen genossen wird der Cappuccino ein etwas kostengünstigeres Vergnügen. Via dei Condotti 86

 

Zu den Top 3 geht es hier entlang. 

Verkehrserziehung aus Rom: Der Zebra-Ziel-Streifen!

Ich verzichte an dieser Stelle darauf, all die Schimpfwörter zu wiederholen mit denen ich heute Vormittag eine Smart-Fahrerin bedacht habe, die mich beim Überqueren der Straße fast umgebracht hätte. Selbstsicher, weil der Smart in langsamen Tempo heran rollte , machte ich mich auf den Weg über den Zebrastreifen. Dann sah ich aus den Augenwinkeln wie der Kleinwagen plötzlich rasant Fahrt aufnahm. Nichts was vollkommen ungewöhnlich im römischen Straßenverkehr wäre. Manchmal fahren Autos, und auch Motorroller, an Passanten auf dem Zebrastreifen einfach im Slalom vorbei. Aber für solch einen Stunt war die Straße hier viel zu schmal. Nur in allerletzter Sekunde brachte ich mich mit einem Kurzsprint in Sicherheit, während ich noch den Fahrwind des rasenden Smarts

im Nacken spürte. 

 

Ich lebe seit Jahren in Rom. Ich weiß, dass die weißen Balken auf der Straße kein sicherer Ort für Fußgänger sind, sondern wahlweise als Parkplatzmarkierungen oder gestricheltes Visier angesehen werden um arglose Fußgänger treffsicher in Panik zu versetzen.  Wenn mich also dieses morgendliche Ereignis schon so fassungslos zurückläßt, wie geht es dann Besuchern die das erste Mal am römischen Straßenverkehr teilnehmen? Um Panikattacken oder gar Schlimmeres zu verhindern, hier nun ein paar Verkehrs-Erziehungs-Tipps für das sichere Überqueren von Straßen in Rom: 

 

 

1. Gruppe Bilden oder auf Römer Warten

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5 gute Gründe für einen Kurztrip nach Rom im Januar

Frühling und Herbst - das sind die beliebtesten Jahreszeiten für einen Rom-Besuch. Dass jedoch auch so einiges für einen spontanen Trip in die Ewige Stadt im Januar spricht, das gibt es hier zu entdecken. 

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Weihnachts-Grüsse aus Rom!

Weihnachten steht vor der Tür... Ein  aufregendes römisches Jahr geht zu Ende...  Was es 2017 Neues aus Rom zu berichten gibt, erfahren Sie nach einer kleinen Festtags-Pause wieder ab Januar auf www.unterwegs-in-rom.eu. Bis dahin wünsche ich "Buone Feste"!!!

Weihnachts-Geschenk-Tipp aus Rom!

Optisch eingebettet in römische Weihnachtsimpressionen hier mein Geschenke-Tipp für Liebhaber der Ewigen Stadt: "Mein" Fettnäpfchenführer Rom, in dem es weniger um Näpfchen mit Fett geht als viel mehr um kleine Geschichten inklusive interessanter Fakten aus dem römischen Alltag und viele Tipps rund um ein spannendes, hinreissendes Rom jenseits der Touristenströme! Viel Spaß beim Verschenken!  www.amazon.de 

"All You Can Eat" auf Römisch - Il Papetto

Zugegeben - einen Schönheitspreis wird das Papetto nicht gewinnen. Die dicken Gitterstäbe an den Fenstern sind wenig einladend und die einfache Einrichtung lässt designverwöhnte Herzen auch nicht höher schlagen. Sensible Feinschmecker-Gaumen, die kontemplative Stille um sich brauchen, um die Bilder auf ihrem Teller zu verspeisen sowie Fisch-Allergiker, sollten sicherheitshalber Abstand vom Papetto halten.  Wer allerdings Lust auf einen langen Abend in einer einfachen traditionellen Fisch-Trattoria jenseits der Touristenströme hat, ist hier genau richtig. Weitere ideale Grundvoraussetzungen für einen römisches Gelage, sind ein paar Italienischkenntnisse und eine gewisse kulinarische Neugierde. Denn am besten lässt man sich erst gar nicht die Karte bringen, sondern wählt das Fischmenü, das sich über Stunden hinzieht. 

Neben diversen Antipasti wie Austern, frittierten Sardinen, Miesmuscheln, Meeresfrüchtesalat oder gratinierte Muscheln wurden mir bei meinem Besuch zwei Primi (erste Gänge) an den Tisch gebracht.  Köstliche Pasta mit Shrimps und Artischocken und darauf folgende Hummer-Spaghetti. Krönung war der Secondo (2.Gang), der aus einer opulenten Grillplatte und frittierten Mini-Tintenfischen und  Tintenfischringen bestand. Zu guter Letzt gab es noch ein Zitronen-Sorbet, Grappa und Limoncello sowie ein starker und heisser Caffè. Begleitet wurden all diese Köstlichkeiten vom weißen Hauswein. Genauer gesagt von diversen Flaschen eines unauffälligen aber charmanten Falanghina´. Unabhängig von der konsumierten Weinmenge fallen für dieses imposante Menü 35,- EURO pro Person an. Das Papetto liegt ausserhalb des Zentrums, ist aber prima mit der Tramlinie 8, die ab Piazza Venezia fährt zu erreichen. UNBEDINGT RESERVIEREN!!!

Papetto, Circonvallazione Gianicolense 91, Tel.: 06 537 6668 

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Winter in Rom - die schönsten InDOOR-Events Am Abend

Bei 19 Grad Außentemperatur mit Sonnenschein freut der hartgesottene Nordeuropäer sich darüber, im T-shirt durch die Ewige Stadt zu bummeln. Die Römer hingegen frösteln bereits sehr. Seit Wochen haben sie die sommerliche Kleidung gegen dicke Winterjacken, Stiefel und Pudelmützen eingetauscht. Tagsüber eine recht hitzige Kombination, am Abend jedoch mittlerweile auch in Rom angebracht.   Wie wäre es statt einem kühlen Spaziergang durch das nächtliche Rom mit einem wunderbaren und warmen Indoor-Events? Die Kapitolinischen Museen zum Beispiel öffnen noch bis zum 3. Dezember jeden Samstag ihre Pforten. Neben umwerfender Kunst und beeindruckender Geschichte gibt es auch Musik zu hören. Als wären diese nächtlichen Öffnungszeiten außer der Reihe nicht Grund zur Freude genug, kostet das Vergnügen auch nur 1 EUR.  Im Museum Ara Pacis erwartet den Besucher am Abend (freitags und samstags) auch ein ganz außergewöhnliches Ereignis. Der Friedensaltar des großen Kaiser Augustus erstrahlt in einem Multimediaspektakel in bunten Farben. So wie er einst vor mehr als 2000 Jahren ausgesehen haben muss. Wer sich lieber auf flüssige Art und Weise mit der italienischen Kultur auseinandersetzen möchte, reserviert!! einen Tisch im Open Baladin. In der hippen und gut besuchten Bierkneipe gibt es mehr als 80 italienische Biere aus Micro-Brauereien zu probieren. Dazu werden Spitzen-Hamburger serviert.  Was es sonst noch so im "winterlichen" Rom zu erleben gibt, finden Sie wie gewohnt unter der Rubrik TO DO!

Zum Tiramisu - Süße Versuchungen am Campo de` Fiori

Nur einen Katzensprung vom Campo de`Fiori entfernt hat erst vor kurzem ein kleines Tiramisu-Paradies eröffnet: ZUM.   Das steht für die ersten Buchstaben der Hauptzutaten: Zucchero (Zucker), Uova (Eier), Mascarpone (Bedarf keiner Übersetzung). In dem reizenden Laden mit gläserner Küche werden täglich frisch appetitliche Geschmackskreationen hergestellt: natürlich klassisch, mit Nüssen, mit Waldfrüchten, mit Pistazien und als Hommage an die Ewige Stadt wird die Sorte "ZUM" mit Keksen des römischen Traditions-Keks-Fabrikanten "Gentillini" serviert. Kalorienbewusste Naschkatzen greifen zur Light-Version, in der statt schwerer Mascarpone Ricotta verarbeitet wird.  Oder man teilt sich die Kalorien und eine Portion..oder zwei...oder man entscheidet sich für eines der süßen Tramezzini. Statt wie üblich aus Weißbrot mit deftigen Belag bestehen die im ZUM aus Eis, Schokolade und Keksen. In diesem Sinne: Lassen Sie es sich schmecken! 

Piazza del Teatro di Pompeo 

Unterwegs in Rom

Mein neues Buchprojekt (pssst! noch ganz geheim) hält mich ganz schön auf Trab! Tags wie nachts. Aber wie man sieht gibt es wirklich schlechtere Arbeitsbedingungen...

"Santo" in Trastevere: Cocktails unter Römern

Als langjährige Wahlrömerin ist mir allzu bewusst, dass man an einem Samstagabend in der Location seiner Wahl einen Tisch reservieren sollte. Meine Recherche bezüglich "Santo" in Trastevere hatte allerdings ergeben, dass die relativ neue Risto-Cocktail-Bar ein wenig abseits der eingefahrenen Touristenströme liegt und noch recht verwaist - bezüglich der Gästeanzahl - sein sollte. Was sich am heutigen Abend als Fehlinformation herausstellte. Nur einen Katzensprung vom touristischen Epizentrum Trastevere´s entfernt, habe ich mit meiner Begleitung und mit Mühe und Not den letzten nicht reservierten Platz an einem der raren Tische ergattert.  Wieso die Neuerscheinung in Trastevere so gut läuft, war nach wenigen Minuten klar. 

Zum einen ist da das moderne Ambiente jenseits von allen Rom-Klischees. Schwarze Kacheln an den Wänden, von der Decke herabhängende Pflanzen, eine kleine aber feine Bistro-Karte, deren Gerichte in einer offenen Küche von einem Koch mit gestyltem Hippster-Bart und coolen Tatoos sowie extrem viel Liebe zum Detail und zur Perfektion zubereitet werden. Die Cocktails werden von einer mürrisch dreinblickenden Bardame geschüttelt und gerührt,  die ihr Handwerk trotz Übellaunigkeit mehr als versteht. Dazu läuft beschwingte Club-Musik. Nicht mehr und nicht weniger braucht es , um die Movida, das römische Partyvolk anzulocken. Ich persönlich werde auf jeden Fall noch einmal wieder kommen und einen "JJ e J" trinken, der wirklich hervorragend war. Allen die es mir gleichtun wollen, empfehle ich einen Tisch zu reservieren und etwas von der Speise-Karte zu probieren. Es sah einfach alles köstlich aus. 

Santo Trastevere, Via della Paglia 40, 06 58377020 

Neu in Rom: Mercato Centrale

500 Sitzplätze und 16 "Marktstände" auf 1900 qm im Gebäude des römischen Hauptbahnhofes Termini. Das ist der Mercato Centrale in Rom, der nun endlich langerwartet am 5. Oktober eröffnet wurde. Der Begriff Markt trifft das Ganze nicht wirklich. Es ist vielmehr ein Food-Court, der allerdings nicht mit internationalen Gastro-Konzernen bestückt wurde, sondern mit vielen römischen Unternehmern. Zum Beispiel ist hier Gabriele Bonci vertreten, der es in  der Ewigen Stadt als der Michelangelo des Brotes und der Pizza zu Ansehen und Ruhm unter den Feinschmeckern gebracht hat. Oder Martini Campebilli, der Meister über alles was man in eine Friteuse steckt und anschließend als Gaumenschmaus emporsteigt. Die Orientierung in der großen Halle fällt etwas schwer. Die Gestaltung der "Fressbuden" wurde einem sehr strengen Corporate Design unterzogen. Was schlichtweg bedeutet: alles sieht gleich clean aus. Auf den Werbetafeln ist durchgängig ein merkwürdiges Gekritzel zu sehen, dessen Sinn sich mir auf der Schnelle nicht erschloss, der Name des Inhabers und die verkauften Produkte in serifenlosen Lettern darunter. Die Lage an einem Seitenflügel des Hauptbahnhofes ist nicht die günstigste. Zum Beispiel halten die Bustransfers nach Fiumicino vor einem Teil der Eingangstüren, die von wartenden Buspassagieren samt Gepäckstücken versperrt sind. Trotz einiger Kritikpunkte meinerseits, bin ich mir andererseits sehr sicher, dass den Römern der Mercato Centrale gefallen wird. Großraumrestaurants und grundsätzlich alles was dem Verdacht unterliegt modern zu sein, ist momentan sehr angesagt. Unbestritten sind auch die mitwirkenden Gastronomen und ihre Produkte einen Besuch wert. Gerade weil dieser Ort optisch so gar nicht den touristischen und romantischen Wunschvorstellungen von italienischer Kulinarik entspricht.  Und vielleicht hilft der Mercato Centrale, die Gegend um den Hauptbahnhof wieder etwas attraktiver zu machen. Also nichts wie hin! Und wer das allgegenwärtige Gekritzel entschlüsselt, möge mich bitte per Mail an seiner Erkenntnis teilhaben lassen. 

Mercato Centrale, Via Giolitti 36-38 

Backstage Rom .... oder ....Ein Blick hinter die Touri-Kulissen

Der Oktober ist in Rom nicht nur golden sondern auch voll. Es ist der Monat der Bustouristen und Klassenfahrten. Kein Wunder also, dass es rund um die römischen Hot-Spots zur Zeit etwas eng wird. Wer eine Verschnaufpause vom Gedränge, der Hektik und dem internationalen Stimmengewirr braucht, für den gibt es ab sofort meine BACKSTAGE ROM Tips. Ich werde einen Blick hinter die überfüllten Kulissen der beliebtesten Sehenswürdigkeiten offenbaren. In BACKSTAGE Rom lernen Sie  verträumte Gassen, ruhig Ecken, reizende Geschäften oder großartige Restaurants kennen, die nur einen Katzensprung von Piazza Navona, Kolosseum & Co. liegen. Heute geht es los mit der Gegend rund um den Campo de Fiori, dessen täglicher Markt trotz seiner - sagen wir mal - touristischen Prägung definitiv einen Besuch wert ist. Auch in den umliegenden Cafés kann man mit einer Tasse Cappuccino nichts falsch machen. Wenn man nicht zuviel erwartet! Hier zählt der Faktor "Andere-Menschen-Beobachten" mehr als der Gaumengenuss. Wer es dann doch etwas intimer und römischer mag, folgt mir jetzt bitte in die Straßen rund um den Campo, wo versteckte Manufakturen, authentische Cafés und Shopping-Gelegenheiten mit Stil auf uns warten. 

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Oktober in Rom .... und ganz viel Kunst

Der römische Oktober hat nicht nur viel Sonne und angenehme Temperaturen zu bieten.  In diesem Jahr feiert Rom den Abschied vom Sommer mit zahlreichen Events, die der Kunst und im besonderen der zeitgenössischen gewidmet ist.  Hier geht es zur Monatsübersicht. 

 

Wer grundsätzlich einen gewissen Hang zu den modernen Künsten verspürt, dem darf ich an dieser Stelle folgende Locations in Rom empfehlen: 

 

MAXXI, Nationalmuseum für Kunst des 21. Jahrhunderts, erbaut nach Plänen der Star-Architektin Zaha Hadid, wenn auch hin und wieder über die Klasse der Ausstellungen debattiert wird, unumstritten ist die sehenswerte Architektur des Museum!

Via Guido Reni 4 A, Tram Linie 2 ab Piazzale Flaminio 

 

MACRO, Museum für zeitgenössische Kunst mit gleich zwei Standorten in Rom, 

in einer ehemaligen Bierfabrik (Via Nizza138) und dem ehemaligen römischen Schlachthof in Testaccio (Piazza Orazio Giustiniani 4)  

 

BigCityLife heißt das Projekt in dem 20 internationale Street-Art-Künstler 20 Hauswände einer Sozialbausiedlung im Stadtviertel Tormarancia in übergroße Kunstwerke verwandelt haben. In Sachen Street-Art mag Rom im Vergleich mit anderen europäischen Metropolen keine Vorreiterrolle spielen, was in der letzten Zeit jedoch auf römischen Fassaden auftaucht, ist durchaus sehenswert. Hauptbahnhof Termini in die Buslinie 714 in Richtung Palazzo dello Sport bis  Via Cristoforo Columbo Haltestelle Rufino aus. Von dort geht es ein paar Meter zu Fuß weiter zur Via Valeria Rufina/ Ecke Viale Tor Marancia. Die bunten Wände sind kaum zu übersehen.   

"Warten Auf Godot" oder "Wieder zurück in Rom"

Manchmal frage ich mich, ob Samuel Becket die Inspiration zu seinem Stück "Warten auf Godot" vielleicht während eines Aufenthalts in Rom ereilt hat. Seitdem ich nach einem langen und heißen Sommer wieder in der Ewigen Stadt weile, komme ich mir durchaus vor wie ein Protagonist in einem absurden Theater. Man hat gehört, dass Busse fahren! Zwar nur ein Bruchteil, weil viele der Fortbewegungsmittel defekt sind und aus finanziellen Gründen nicht repariert werden können. Also wartet man und wartet und wartet.... Auf einen Bus der vielleicht nie kommt! Wenn ich all die Zeit zusammenrechne, die ich an römischen Haltestellen verbracht und Bäume und ihre Schattenspiele fotografiert habe, dann überfällt mich die Wehmut. Was hätte ich alles in diesen ewigen Stunden Sinnvolles mit meinem Leben anstellen können. Mandarin lernen, Pilates machen, die 100 letzten Ausgaben der Zeit lesen.... Wenn dann allerdings irgendein Bus irgendwann endlich erscheint und bereits aus allen Nähten platzt, denke ich nicht mehr an all die verschwendete Zeit, sondern hoffe inständig, dass die Klimaanlage funktioniert (oder wenigstens nicht tropft) und das Vehikel bis zu meiner Zielhaltestelle durchhält. An dieser Stelle möchte ich alle zukünftigen Rombesucher (ein wenig) beruhigen! Im Zentrum versuchen die öffentlichen Verkehrsbetriebe absurd anmutenden Wartezeiten zu vermeiden. 

Ferragosto - Rom ohne Römer

Still ist es in Rom geworden und leer. Zumindest dort wo keine Touristen unterwegs sind. Die Römer (zumindest jeder der etwas auf sich hält und es sich leisten kann)  haben ihrer Stadt wie jedes Jahr im August den Rücken gekehrt, um zusammen mit dem Rest Italiens an den Stränden am 15. August  Ferragosto, den Höhepunkt des Sommers, zu feiern.  Dieser alljährliche Kollektivurlaub hat eine lange Tradition - trotz unangenehmer Nebenwirkungen. Der Alltag in Rom kommt zum erliegen. Viele Lieblings-Restaurants, Cafés, Friseure, Arztpraxen, Cafés, Bäckereien, Autowerkstätten stellen fast für einen Monat den Betrieb ein.  Anderseits hat der August auch seine schöne Seiten. So bekommt man in den Bars entlang des Tibers (Festival Lungo il Tevere & Hollywood sul Tevere) oder in sonst überlaufenen Aperitivo-Locations (Camillo B in Prati) immer den besten Platz und auch am Meer im nahen Fregene kann man den Sonnenuntergang ohne den üblichen Trubel genießen. Der wird erst wieder im September über die Ewige Stadt hinein brechen.  Bis dahin wünsche ich  viel Spaß in Rom ohne Römer!

Otaleg - Eiskunst auf höchstem Niveau

Die Suche nach dem besten Eis in Rom hat mich heute ins OTALEG geführt.  Seit ihrer Eröffnung ist die Eismanufaktur in aller Munde. Zum einen durch ihre komplett gläserne "Genuss-Werkstatt" und vor allem dank der Eiskreationen, die darin entstehen. Stadtbekannt ist die gewagte Geschmacksvariation "Cacio e Pepe", die sonst nur als römisches Pastagericht in den Mund kommen. 

Clean und etwas steril, so war heute mein erster Eindruck beim Anblick des Otaleg. Hier dreht sich alles definitiv um den eigentlich Star, den Eissorten (bis zu 60) und den teils überraschenden Kombinationen.  Das berühmte Cacio e Pepe habe ich nicht gefunden, dafür jedoch "Gorgonzola mit Nüssen und Birne". Im Otaleg wechselt das Geschmackssorten-Angebot regelmäßig und wird ständig um neue kreative Sorten ergänzt. Klassiker sind natürlich immer mit von der Partie und sie sind einfach hervorragend!! Jedem der das Otaleg besucht, darf ich "Iranische Pistazien" ans Herz legen.  Das Eis ist nicht süß, hat einen kräftigen nussigen Pistaziengeschmack. Wer es etwas milder mag, greift vielleicht zur "Türkischen Pistazie" oder zu einer Mischung aus beiden. Mein Tip: Zeit lassen bei der Auswahl und seinem Gaumen auch mal etwas Ungewohntes zumuten.  Experimentierfreudige Eisliebhaber sind im Otaleg genau richtig aufgehoben. Und die etwas längere Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln lohnt sich. Das Otaleg liegt im  Stadtteil Portuense an einer breiten und belebten Einkaufsstraße. Hier gibt es also nicht nur Eisgenuss auf höchstem Niveau zu erleben, sondern auch prallen römischen Alltag!

Otaleg, Viale dei Colli Portuensi 594, Buslinie 44 ab Marcello Teatro in Richtung Moltancini bis Agnelli Morelli. 

Nachts auf den Spuren der Alten Römer: Viaggio nei Fori!

Wer es sonst nicht so mit toten Steinen hat oder wem es im Sommer auf dem schattenfreien Forum Romanum zu hitzig ist oder wer die alltäglichen Touristenmassen scheut, für den ist das Projekt "Viaggio nei Fori" (Reise durch die Kaiserforen) genau das richtige! Dank einer ausgefeilten Multimedia-Show erwacht das Augustus- und Caesar-Forum von April bis Oktober jeden Abend wieder zum Leben. Nachdem ich vor ein paar Wochen einen sternenklare Nacht mit Augustus verbracht habe, war heute Caesar dran.  Sein Forum erkundet man nicht von einer Tribüne aus wie es im August-Forum der Fall ist, sondern es geht zu Fuß (sogar unter der Via Fori Imperiali hindurch) durch die antiken Ruinen.

Unerlässlich sind dabei die Hightech-Kopfhörer, die man während der ganzen Tour trägt und über die man alle Informationen zu den Bildprojektionen an den Wänden und Säulen erhält. Der erste "Dia-Vortrag" findet tatsächlich in den Gewölben unter der Via Fori Imperiali statt. Anschließend geht es ins Freie mitten hinein ins Caesar-Forum. Die einzelnen Stationen vor den antiken steinernen Leinwänden sind sehr abwechslungsreich gestaltet. Mal geht es um die Nutzung des Forum, ein anderes Mal um die Erbauung oder um die Ausgrabungsarbeiten.  Zwischendurch bietet sich auch die  Gelegenheit auf Bänken eine Pause einzulegen. Insgesamt dauert die Tour 45 Minuten, die für mich rasant schnell vergangen sind. 

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Pure Eis-Zeit in Rom: Ein Besuch im "Neve di Latte"

Der römische Sommer ist lang und heiß! Ich habe mir eine kühlende Art und Weise überlegt, wie ich die nächsten Wochen sinnvoll verbringen möchte. Und zwar mit der Suche nach meinem neuen römischen Lieblings-Eis! Heute hat es mich an meine erste Test-Location geführt. Zum "Neve di Latte". 

 

Die Nähe zum MAXXI, dem Museum der Künste des 21. Jahrhundert, spiegelt sich im reduzierten Einrichtungsstil des "Neve di Latte" wieder. Pur und ohne viel Schnick-Schnack - so sind auch die Geschmackskombinationen der kleinen Eis-Manufaktur, die nur mit wenigen, sehr natürlichen, biologischen, hochwertigen Zutaten (Deutsche Bio-Milch!) arbeitet. Dank meiner Begleiter konnte ich folgende Sorten probieren: Neve di Latte (Milcheis), Neve di Latte e Cannella (Milcheis und Zimt), Fragola (Erdbeere), Fondete 70% (Schokolade), Nocciola (Nuss). Lecker waren alle "gusti" und vor allen Dingen waren sie nicht übermäßig süß und nicht fettig. Sehr nett und praktisch ist der angeschlossene Raum, in dem man sein Eis im sitzen und mit Klimaanlage!!! genießen kann.  Das "Neve di Latte" liegt im Stadtteil Flaminio. Wer das Neve di Latte auch einmal testen möchte, setzt sich an der Piazzale Flaminio (direkt hinter Piazza del Popolo) in die Tram 2 und steigt entweder an der Haltestelle Apollodoro oder Piazza Mancini aus. Das Neve di Latte liegt jeweils nur ein paar Fußminuten entfernt in der Via Luigi Poletti 6. Geöffnet ist es von 12 bis 23 Uhr. Wenn man schon einmal in dieser Ecke Roms ist,  kann man direkt einmal im MAXXI selbst vorbeischauen. Oder über die Ponte Milvio spazieren und den Tiber überqueren, wo gerade am Abend ein quirliges Viertel wartet.  Viel Spaß dabei!

NEU bei "To Walk" - Nachts Durch Rom

Eine Night-Seeing-Tour durch Rom ist die ideale und coole Alternative zu einem schweißtreibenden Marsch durch die momentan überhitzte Innenstadt. Einen bebilderten Routenvorschlag für einen nächtlichen Spaziergang vorbei an den römischen Hot-Spots gibt es jetzt in der Rubrik "To walk". 

Reise-Tip: Das Itria-Tal im sonnenbeschienen Apulien

Graue Zipfelmützen. Weisse Städte. Türkisfarbenes Meer. Grüne Olivenhaine. Knallblauer Himmel. Die Farbvielfalt im und rund ums Valle d`Itria ist so betörend, dass es mich dieses Jahr zum zweiten Mal in ein Agriturismo in der Nähe von Alberobello verschlagen hat. Die Masseria Torricella ist ein idealer Ausgangspunkt für Erdkundungstouren durch den italienischen Stiefelabsatz.

Hier gibt es mehr zu lesen...

Städtetrip nach Rom im Herbst geplant? Hier die ideale Strandlektüre!

Das sommerlich erhitzte Rom ist nicht jedermanns Sache! Wer einen Herbst-Trip nach Rom geplant hat, für den habe ich genau die richtige Urlaubslektüren, um sich auf die Ewige Stadt einzustimmen. Im "Fettnäpfchenführer Rom" erzähle von dem schönsten Chaos in Bella Italia und gebe Tips wie man die langen Schlangen vor den touristischen Hotspots umgeht und das Rom der Römer jenseits von Kolosseum und Klischees kennenlernt. (hier bei amazon direkt online bestellen)

Ein Must-Have für Rom-Besucher, die ihre Kenntnisse der italienischen Sprache vertiefen möchte, ist der "Bessersprecher Italienisch" von Sandro Mattioli und Francesco Bianco. Die beiden Herren erläutern auf sehr kurzweilige Art und Weise die Herkunft und korrekte Anwendung von 150 Redewendungen für ein ausdrucksstarkes Italienisch. In diesem Sinne mache ich mich nun "a tutta birra" (mit Vollgas) auf an den Strand!

Ein Sommerabend in Rom - Chillen auf dem Baja

Als ich vor einer Woche beim Friseur in einem italienischen Klatschmagazin geblättert habe, bin ich an einem Artikel mit einer ansprechenden Fotostrecke hängengebliebenen. Zwei dänische Stylistin hatten zu einer hippen C-Promi-Party aufs "Baja" geladen. Es waren jedoch weniger die Aufnahmen der knapp bekleideten Soap-Sternchen, sondern viel mehr das lässige Ambiente des Partybootes auf dem Tiber, dass mich an dem heutigen Abend auf einen Aperitivo nach längerer Pause mal wieder ins Baja getrieben hat. 

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Straßenkunst vor dem Petersdom

Zur Feier der Schutzpatrone der Stadt Rom, Peter und Paul, geht es heute kunterbunt vor dem Petersdom zu. Aus Blüten, Hülsenfrüchten, gefärbten Spänen und vielem mehr wurden farbenfrohe Kunstwerke auf die Via della Conciliazione gestreut! Absolut sehenswert! 

!!!Girandolo di Castel Sant Angelo zieht um!!!

Achtung an alle Rombesucher, die wie jedes Jahr am Fest der römischen Stadtheiligen Peter und Paul ans Tiberufer strömen, um das Feuerwerk an der Engelsburg zu bestaunen. Das Lichtspektakel wird in diesem Heiligen Jahr am 29. Juni gegen 21.40 Uhr auf dem Pincio stattfinden und wird besonders gut von der Piazza del Popolo aus zu bestaunen sein!

Neu bei "Ciao Bella!" : Mein Interview mit Rebecca Spitzmiller!

In meinen Projekt "Ciao Bella! Mit Frauenpower durch Rom!" stelle ich Frauen der römischen Geschichte vor, auf deren Spuren man die Ewige Stadt erkunden kann. Auch Frauen aus dem Hier und Jetzt kommen in Interviews zu Wort und berichten über ihr Leben in und mit Rom. Ich freue mich heute verkünden zu können, dass mein Erfahrungsbericht bzw. Interview mit der fabelhaften Rebecca Spitzmiller, der Mitbegründerin von Retake Roma online ist: 

"Heute, an einem Mittwochvormittag, treffe ich mich mit Rebecca Spitzmiller, der Mitbegründerin  von Retake Roma. Gelesen habe ich über diese Bürgerinitiave, die Rom von Dreck, Müll, Graffiti-Schmiereien und lästigen Werbeaufklebern befreit, schon so einiges. Sogar deutsche Medien und die New York Times haben über die "Putzkolonne" und die "Freiwilligen-Legion" berichtet. Um so mehr freut es mich, dass Rebecca sich ganz spontan zu einem Interview bereit erklärt hat. In ihrem Viertel, dem sogenannten Afrikanischen Viertel, im Norden von Rom."

Hier lang geht es weiter im Text!

Ab auf´s Dach - Ein römischer Hitze-Tip-Nachschlag

Wenn sich die Hitze in Rom noch bis in den späten Abend staut, dann geht es für mich gerne mal ab auf´s Dach. Am liebsten auf eines mit Weitblick über die Ewige Stadt und einem gewissen Chill-Faktor. So wie die Dachterrasse des Atlante Hotel in Prati. Hier liegt einem nicht nur Rom zu Füßen, sondern mit etwas Glück weht hier oben ein laues Lüftchen. Wenn man dann der Sonne beim Untergehen jenseits des Petersdoms zuschaut und hin und wieder an einem kühlen Glas Wein nippt, dann ist man dem 7. römischen Himmel nahe. Mag der Service auch etwas schleppend sein, empfehle ich jedem Besucher einmal vorbei zu schauen. Hier oben wird übrigens auch Frühstück gereicht! Atlante Hotel, Via G. Vitelleschi 34  

Kühlen Kopf bewahren - Mit Hitze-Tips aus Rom

Hitzig waren in Rom in den letzten Wochen höchstens die Debatten rund um die Bürgermeister-Wahl. Was die Temperaturen anging zeigte sich die Ewige Stadt in diesem Jahr bisher von der moderaten Seite. Nun ist aber Schluss mit dem ewigen Lamentieren der Sonnenanbeter! Der Sommer ist da und mit ihm die altbekannte römische Hitze! Drei Tipps wie man in Rom bei über 35 Grad einen kühlen Kopf bewahrt, habe ich dafür heute im Angebot. Einfach auf den Button mehr lesen drücken!

Über 10 weitere Dinge, die man im Sommer in Rom tun sollte, ohne dabei ins Schwitzen zu geraten, habe ich übrigens im "Fettnäpfchenführer Rom" geschrieben. Wer also noch mehr Abkühlung braucht, kann das Buch auf amazon oder direkt beim conbook-Verlag bestellen. 

Tip 1 - Der Innenhof von Santi Cosma e Damiano

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Rom - Event-Tipp: Sommersonnenwende im Pantheon

9 Meter breit ist die Öffnung in der Kuppel des Pantheon. Bei Sonnenschein fallen die Strahlen durch den sogenannten Okkulus und wandern im Tagesverlauf einmal im Rund des Pantheon. In den Wintermonaten oben am inneren Kuppelrand. Im Sommer entlang der Wände und des Bodens. 

 

Am 21. Juni zwischen 12 und 13 Uhr findet nun im Pantheon ein besonderes Lichtspektakel statt, dass nicht nur etwas für Astronomiefans ist. Zur Sommersonnenwende trifft das Licht als runde und knapp 9 Meter breite Scheibe auf den Boden des Pantheon!

 

Bleibt nur noch zu hoffen, dass sich an diesem Tag der römische Himmel in seinem typischen strahlenden Blau präsentiert!

 

 

 

 

Raus aus der Komfort-Zone: Meine erster Einsatz als Retaker in Rom!

Heute hatte ich die riesengroße Freude und Ehre mit der Mitbegründerin der Bürgerinitiative Retake Roma, Rebecca Spitzmiller, ein Interview im Rahmen meines römischen Frauenpower-Projektes "Ciao Bella" zu führen. Das komplette Interview wird erst in ein paar Tagen online sein, aber die Erlebnisse, die ich beim Überstreichen von Graffiti und Abkratzen von Plakaten hatte, gibt es vorab hier in einer Kurzversion zu lesen. 

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Rom gegen den Strom - 3 eckige "römische Kleinigkeiten"

Voll ist es zur Zeit mal wieder in Rom! Eng und hektisch kann es in der Nähe der römischen Touristen-Hot-Spots zugehen. Wer nur kurz vor all dem Trubel fliehen möchte, dem empfehle ich  heute einen Abstecher in drei eckige "römische Kleinigkeiten", die großartig sind und dennoch etwas abseits der Touristen-Pfade liegen. Wer Lust auf Einblicke in drei stille römischen Innenhöfe hat, muss unbedingt weiterlesen.  

Arco degli Acetari (Bild links)

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Verliebt in Rom - Interview mit Monica Tiezzi

Monica Tiezzi ist 56 Jahre alt und Mutter von zwei erwachsenen Kindern, von denen der 32jährige Sohn entgegen aller Gerüchte über italienische Nesthocker, nicht mehr zu Hause wohnt. Monica arbeitet als Angestellte beim italienischen Verteidigungsministerium und hat mehr kreative Leidenschaften, als Zeit sie auszuleben. In unserem Gespräch für mein neues Projekt "Ciao Bella. Mit Frauenpower durch die Ewige Stadt" dreht es sich nicht nur um die Faszination der Römer für Blondinen, sondern auch um die Zeitnot als berufstätige Frau in Rom, das Geheimnis der italienischen Küche und die tiefe Liebe zur eigenen Stadt. Im Anschluss an das Interview geht es gemeinsam an die römischen Lieblingsplätze von Monica: dem Trevibrunnen, auf den Aventin und ins märchenhafte Quartiere Coppedè. Für alle Interessierten geht es hier lang!

Aufgeschnappt! Römische Busgespräche Part II

Buslinie 990 in Richtung Piazza Cavour, an einem Mittwoch, 8.45 Uhr 

Der Bus hält an einer Haltestelle, direkt neben drei eng stehenden bulligen Müll- containern. Beim Öffnen der hinteren Türen kann sich eine Seite nicht komplett ausfahren, weil der erste Müllcontainer in der Reihe sie aufhält. Ein piepsendes Warngeräusch veranlaßt den Busfahrer gemächlich seinen Platz zu verlassen und einmal um den Bus an den hinteren Bereich zu gehen. Nach einer Weile hört man für eine Weile kräftiges Rumpeln, Quietschen und lautes Stöhnen. Dann begibt sich der Fahrer abermals im Schlendertempo wieder auf seinen Platz und fährt weiter. 

Eine Businsassin dreht sich zu mir und meiner Sitznachbarin um. "Hat er jetzt etwa die Müllcontainer weggeschoben?" Meine Sitznachbarin und ich nicken im gleichen Takt. "Warum ist er nicht einfach ein Stück nach vorne gefahren, statt die ganzen schweren Müllcontainer wegzuschieben?", kommt nun die Frage von vorne. "Das wäre zu einfach gewesen", schätze ich. "Und zu logisch", fügt meine Sitznachbarin hinzu, während die Dame vor uns plötzlich in prustendes Gelächter ausbricht. 

"Ich fasse es nicht. Anstatt vorwärts zu fahren, macht er diesen Aufwand mit den Mülltonnen. Ein Hoch auf die Intelligenz." Sie wischt sich ein paar Tränen weg und ringt um Fassung. "Was man alles in dieser Stadt erlebt. Manchmal weiß ich nicht ob es an der Intelligenz oder Ignoranz der Menschen hier liegt." "An beidem", kommt es bei von meiner Seite. "Letzte Woche fahre ich über eine Kreuzung. Ich habe Grün und trotzdem kommt jemand von rechts und fährt mir in den Kotflügel. Ich schreie ihn an: Sie hatten Rot! Und er antwortet mir: Na und! Seit wann muss man bei Rot stehen bleiben! Das ist ja wohl dumm und ignorant." Die Dame vor uns legt noch eine Geschichte drauf. "Ich wohne in einer Einbahnstraße. Letztes Mal kommt mir ein Herr mit seinem Wagen entgegen und regt sich über mich auf, obwohl er gegen die Fahrtrichtung fährt. Ich solle doch bitte schön rückwärts fahren. Er wolle nach Hause. Ich habe ihn dann auf die Tatsache aufmerksam gemacht, dass er gerade eine Verkehrsregel bricht und nicht ich. Ob ich denn glauben würde, dass er so blöd sei jeden Tag diesen riesigen Umweg zu machen und außen rum zu fahren, wenn er doch entgegen der Einbahnstraße viel schneller nach Hause käme, lautete die Antwort. Da ist mir nichts mehr eingefallen." Wir lachen ein bißchen gemeinsam vor uns hin, während mich die zwei Damen immer erwartungsvoller anschauen. Ok. Jetzt bin ich also mit einer absurden Geschichte aus dem römischen Straßenverkehr dran. Ich schüttele bedauernd den Kopf: "Ich bin Ausländerin, wenn ich solche Geschichten über Römer erzähle findet das keiner mehr lustig." "Woher kommen Sie denn?" "Deutschland", sage ich. Auf einmal haben die beiden Damen Sorge mit ihren Erfahrungsberichten aus Rom "brutta figura" (schlechten Eindruck) gemacht zu haben. Und zwar nicht sie persönlich, sondern Rom und dazu noch ganz Italien. Außerdem vermuten sie, dass das römische Chaos für mich als ordnungsgewöhnte Deutsche besonders schlimm sein muss. Meine Beteuerungen dem leicht anarchistischen Flair in Rom durchaus etwas abgewinnen zu können, tun die Damen als reine Höflichkeit ab. Erst als ich erzähle, dass in Deutschland auch nicht alles so perfekt abläuft und es dabei noch oft regnet und es sowie keine deutsche Stadt gibt, die so außergewöhnlich ist wie Rom, gerät die Sache mit der "brutta figura" in Vergessenheit. Bei dem "Buona giornata", das sie mir an der nächsten Haltestelle wünschen, höre ich fast schon so etwas wie Mitleid für mich arme Deutsche heraus! 

"Ciao Bella" geht an den Start. Endlich mit Frauenpower durch Rom!

Heute möchte ich zwei Römerinnen vorstellen. Da ist zum einen Kerstin Bude, eine Deutsche, die seit vielen Jahren in Rom lebt und mit der ich über römische Integrationshürden und Männer geplaudert habe. Ihre Rom-Tipps führen uns in einen wundervollen Renaissance-Kreuzgang und durch Rom zur Aperitivo-Stunde. Und dann gibt es noch so einiges über Costanza Bonarelli zu erfahren, die im Zentrum einer Vierecks-Beziehung stand, deren weiterer Protagonist niemand anderer als der bedeutende Barockkünstler Gian Lorenzo Bernini gewesen ist. Morgen, am 2. Juni, werde ich Ihnen übrigens eine Frau vorstellen, die der Welt das Fürchten gelehrt hat. Ich freue mich schon!

Ciao Bella! Mit Frauenpower durch die Ewige Stadt!

!!Der neue Rom-Online-Reiseführer (nicht) für Frauen startet am 1. Juni 2016!!

Mein neues Projekt "Ciao Bella! Mit Frauenpower durch die Ewige Stadt" geht am 1. Juni 2016 online! Beim Blättern, Googeln und Lesen rund um das weite und faszinierende Thema Rom, ist mir eines aufgefallen: Die römische Geschichtsschreibung ist äußerst Testosteronlastig. 

So als hätten einzig und allein die römischen Kaiser,viele Päpste, Bernini, Berlusconi & Co. das Gesicht der Stadt am Tiber geprägt. Viel zu kurz kommen für meinen Geschmack die römischen Frauen, was ich gerne ändern möchte. In kurzweiligen Portraits werde ich berühmte, bisher recht unbekannte, interessante, bedeutende,intrigante, schöne und kluge römische Frauen der Geschichte vorstellen, deren Spuren ich in Rom gefolgt bin. 

 

So geht es mit Costanza Bonarelli, der Geliebten des Barockkünstlers Gian Lorenzo Bernini in eines der ältesten Museen der Welt. Wer mag, der macht mit Livia Drusilla, der Gattin des großen Augustus, eine Zeitreise zurück in die antike Vergangenheit. Mit Audrey Hepburn, die viele Jahre in der Ewigen Stadt gelebt hat, erlebe ich Szenen aus dem Filmklassiker "Ein Herz und eine Krone" nach. Zusammen mit Anita Garibaldi, der mutigen Freiheitskämpferin, genieße ich vom Gianicolo aus den Blick auf Rom und lerne warum es in fast jeder italienischen Stadt eine "Piazza di Risorgimento" gibt.  Aber auch moderne Römerinnen sollen zu Wort kommen. In Interviews werden sie mit mir über ihren Alltag als Frau in Rom sprechen, natürlich auch ein wenig über die römischen Männer fachsimpeln und ihre Lieblingsplätze in der Stadt vorstellen. 

 

Wer Lust auf einen römischen Perspektivwechsel hat und die Ewige Stadt auf den Spuren von starken Frauen erkunden möchte, dem empfehle ich regelmäßig im Blog vorbeizuschauen. Das Projekt "Ciao Bella! Mit Frauenpower durch die Ewige Stadt" ist im ständigen Werden und wird wöchentlich erweitert.  

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"Ein Reiseknigge unerlässlich für Ihre nächste Romreise"

Die obigen Worte stammen natürlich nicht von mir, der Autorin selbst, weil Eigenlob bekanntlich eine unangenehme Duftnote versprüht. Ich zitiere nur aus einer Buchrezension, in der auch zu lesen ist: "Und das Schönste ist: dieser Fettnäpfchenführer liest sich richtig gut. Obwohl ich selbst Rom sehr gut kenne, hat mich die Lektüre nicht eine Sekunde gelangweilt. Ständig konnte ich nicken und der Autorin Nicole Testa-Kerpen innerlich zustimmen. Ja, sie weiß wovon sie spricht!" 

Die Autorin dankt und freut sich besonders über diese Worte, weil sie aus der Feder einer sehr fachkundigen Dame stammen. Erika Mager hat selbst von 1998-2001 ein Internettagebuch über ihr Leben in Rom und Neapel geführt. Noch heute ist sie online aktiv und schlägt mit ihrer Website eine Kulturbrücke, auf der ein lebendiger Austausch zwischen Italien und Deutschland stattfinden soll. Wer selber mal einen Blick in den Fettnäpfchenführer Rom werfen möchte, der kann ihn hier bestellen. 

 

Auf die (römischen) Plätze fertig...los!

Römische Plätze gelten weltweit als Orte, an denen das berühmte "Dolce Vita" zelebriert wird. Hier kann man im Kreis oder im Quadrat das römische Lebensgefühl in vollen Zügen genießen, vorbeiziehende Römer und Touristen  beobachten, Cappuccino trinken, die Sonne genießen, mit dem Kellner flirten, einen Aperitivo genießen, sich im Schatten ausruhen... Welcher Platz mitten im Herzen der Ewigen Stadt, der passende für Sie sein könnte, das erfahren Sie hier...

Piazza del Popolo - Trubel im Glanz vergangener Zeiten

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Rom und Kunst: Rachele del Nevo und ihr "Drawingbike"

Fast wäre ich in Rachele und ihr Fahrrad voller Kunst hineingelaufen, als ich von der Piazza Pietra auf den überfüllten Vorplatz des Pantheons kam. Trotz all des bunten Menschengetümmels hatte ich von dem Zeitpunkt an nur noch Augen für die Zeichnungen von Rachele del Nevo. Die aus Messina stammende Künstlerin zeichnet ihre römischen Impressionen auf Pappe von Lebensmittelkartons, deren Logo-Aufdrucke sie in das Motiv integriert. Allerdings ist nicht nur das verwendete Material mal was anderes, sondern auch ihr Stil. Zumindest im Vergleich zudem, was man sonst als gemalte Erinnerungsstücke auf der Piazza Navona erwerben kann. Die Motive vom Trevibrunnen, Pantheon, der römischen Wölfin, Berninis Elefanten uvm. sind frisch, jung, modern, lebendig und ebenso wenig still wie die Ewige Stadt selbst. Mich hat die moderne Auffassung der historischen Motive sofort begeistert. Die Arbeiten von Rachele, die übrigens in Messina Kunst studiert hat, erinnern mich irgendwie an mobile Street-Art und zeigen Rom, so wie ich es kenne. Laut, bunt und schnell.  Auf Wunsch zeichnet Rachele auch ganz bestimmte Motive vor Ort.  Wer sich Rachele`s Arbeiten aus der Nähe anschauen möchte, trifft sie und ihr "Drawing-Bike" regelmäßig am Pantheon in der Nähe des Café "Tazza d`Oro". Wer jetzt schon neugierig ist findet Rachele del Nevo auch im Internet. Ich bin mir ganz sicher, dass ganz bald ein oder zwei Werke von Rachele meine vier Wände aufwerten werden!

 

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Aufgeschnappt! Römische Busgespräche Part 1.

Buslinie 70. Haltestelle Termini bis Piazza Cavour. Mittwoch 11. Mai 2016. 

Es ist um die Mittagszeit als ich in letzter Sekunde in den Bus springe und fast mit einer Wand aus Reisetrolleys kollidiere. Sie gehört zu einer Gruppe Amerikaner, die mir mitsamt ihres Gepäcks den Weg in den hinteren Busteil zu freien Sitzplätzen versperrt. Ich widerstehe dem spontanen Drang mich nörgelnd irgendwie an dem Bollwerk aus Mensch und Koffern vorbei zu quetschen und füge mich in mein erträgliches Stehplatz-Schicksal.Immerhin ist es im Bus relativ leer. Und schön stickig. Also positioniere ich mich strategisch klug hinter einem der geöffneten Oberfenster und warte auf einen erlösenden Fahrtwind. Der allerdings ausbleibt, weil wir direkt nach dem Anfahren im Stau steckenbleiben. Jedes Mal wenn der Bus sich ruckelnd einen Meter nach vorne bewegt,kommt die amerikanische Kofferwand ins Wanken und landet unsanft in meinen Kniekehlen. Während ich mich in tiefer Gelassenheit übe und die Trolleys immer wieder kommentarlos mit einem Fuß in ihre alte Position befördere, bleibt ein älterer italienischer Fahrgast nicht ganz so ruhig, als ein Herr aus einer niederländischen Reisegruppe ihm mit einem Gepäckstück zu nahe kommt.

Er schüttelt missmutig den Kopf und sagt ebenso laut wie abfällig:"Touristen!"

Einige umstehende und - sitzende Fahrgäste werfen sich vielsagende Blicke über die Ränder ihrer Sonnenbrillen hinweg zu. Hoffentlich handelt es sich bei dem braungebrannten Weißhaarigen nicht um einen dieser berüchtigten Monolog-Nörgler, die einem die komplette Busfahrt den Nerv rauben. 

"Soll ich einmal sagen, was ich von den ganzen Ausländern in der Stadt halte?", macht er alle Hoffnung auf eine ruhige Busfahrt zu Nichte. 

"Nein", antwortet eine Dame von ganz vorne. "Ihre Meinung interessiert hier niemanden."

Das zustimmende Gemurmel im Bus ist leider auch nicht hilfreich.

"Diese ganzen Ausländer gehen mir auf die Eier! Ganz mächtig auf die Eier!"

Vor lauter Fremdschämen sackt die Hälfte der Businsassen leise stöhnend in sich zusammen. Auch die Niederländer, die offensichtlich kein einziges Wort Italienisch verstehen, müssen am Tonfall und den bösartigen Blicken des pöbelnden Herrn erkannt haben, dass er es nicht gut mit ihnen meint. Wie versteinert schauen sie aus dem Fenster, an dem die vielen Geschäfte der Via Nazionale vorbeiziehen. 

"Wenn Sie noch einmal solche fürchterlichen Worte in den Mund nehmen, rufe ich die Carabinieri", schaltet sich wieder die Dame von vorne ein. 

"Diese ganzen Ausländer gehen mir auf die Eier!"

"Rausschmeissen sollte man diesen Menschen", zischt eine meiner Nachbarinnen.

Obwohl wir mittlerweile Fahrt aufgenommen haben kann der Wind, der durch die Oberfenster weht nicht die dicke Luft im Bus vertreiben. 

"Ausländer gehen mir auf die Eier!"

"Da vorne stehen übrigens die Carabinieri", schaltet sich jetzt auch mal ein Herr ein als wir an der nächsten Haltestelle stoppen. Genau in diesem Moment wäre die Situation ganz bestimmt eskaliert, hätte nicht eine schicke, ältere, sehr aufgelöste Dame die Bus-Bühne betreten und mit ihrem Gezeter den pöbelnden Herrn davon abgehalten, weiterhin über die Zwangslage seiner Geschlechtsteile zu referieren. 

"Seit 1 Stunde warte ich auf den Bus", schreit sie den Busfahrer in seiner Kabine an und ich hoffe für ihn, dass sie nicht nur abgeschlossen, sondern auch schallgeschützt ist. "So eine Unverschämtheit. So etwas gibt es auch wirklich nur in Rom."

Die Antwort des Busfahrers geht im kollektiven Stöhnen der übrigen Fahrgäste unter. Kann man denn nicht mal in Ruhe Busfahren? Reicht es denn nicht die stickige Luft einatmen zu müssen und alle paar Minuten einen Reisetrolley in den Kniekehlen hängen zu haben? Offensichtlich nicht!

"Ich weiß doch wie lange ich gewartet habe. Wie kann so etwas in der Hauptstadt passieren? In der Hauptstadt! Eine Schande ist das."

"Dann geh doch zu Fuß." Der pöbelnde Herr hat ein neues Opfer gefunden, welches nun vor lauter Empörung nach Luft schnappt. Genau in diesem Moment klingelt das Telefon einer meiner Steh-Nachbarn.

"Pronto?"

"Ach du bist es."

"Nein, nein. Wir sind zur Zeit in Rom."

"Ob es schön ist in Rom?"

Während der Herr sich breit grinsend im Kreise der übrigen Fahrgäste umschaut, brechen diese  in kollektives Prusten und Lachen aus. 

"Rom ist schön. Nur das Busfahren ist ein Desaster!"

 

Rosige Aussichten in Rom

Man muss nicht zwingend ein Blütenfreund oder Romantiker sein, damit man am Besuch des römischen Rosengartens seine Freude hat. Alleine schon die Kulisse, in der hier mehr als 1100 Rosensorten um die Wette blühen ist sehenswert. Der Roseto Comunale liegt am Fuße des Aventin direkt gegenüber vom Circus Maximus und dem Palatinhügel, auf dem die Ruinen der Kaiserpaläste thronen. 

In erhöhter Lage stehen einige Bänke mit garantierter Weitsicht zur Verfügung und laden (vormittags) zur einer schattigen Pause ein. Der Rosengarten ist bis zum 29. Juni täglich von 8.30 Uhr bis 19.30 Uhr geöffnet. Wem es nach Rosen und einer Erfrischung ist, der läuft einmal über den Aventinhügel vorbei am Orangengarten und dem berühmten Schlüsselloch, durch das die Kuppel des Petersdoms zu erblicken ist, und stößt auf das Tram-Depot. Ein Café in einem ausrangierten Tram-Waggon mit einem reizenden Außenbereich mit Rosenhecken und romantisch wackeligen Gartenmöbeln.Tram-Depot, Via Marmorata 13, Tram 8, Bus 23,75 bis Marmorata-Galvani, Metro B bis Piramide

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Rom gegen den Strom - Tipp: 4 x Kaffee-Pause mit Flair

Heute nach langer Zeit war ich mal wieder ganz bewusst im touristischen Epizentrum der Ewigen Stadt unterwegs. Der Gegend zwischen Kolosseum und Piazza Venezia. Zudem in einem ganz ungünstigen Zeitfenster (11 Uhr - 16 Uhr) was die Anzahl an Besuchern betrifft. Inspiriert durch das Gedränge und die allgegenwärtige Hektik, erschreckt über die schlechte Laune, die manch einer an solch einem sonnenbeschienen Tag wie heute demonstriert, hier für alle die eine Verschnaufpause vom anstrengenden Massentourismus brauchen meine 4 Empfehlungen für eine Kaffee-Pause mit Flair

Pause auf der Piazza Benedetto Cairoli

Im neuen Glanz erstrahlt der Miniatur-Park zwischen Campo de`Fiori und dem jüdischen Viertel. Wer einen Kaffee für seine Pause auf einer der Bänke rund um das Denkmal des italienischen Freiheitskämpfers Benedetto Cairoli braucht, bekommt den im nahegelegenen Roscioli Caffè. Ebenso wie süße Kleinigkeiten, denen nur schwerlich zu widerstehen ist. 

Piazza Benedetto Cairoli, vom Campo de Fiori Richtung jüdisches Viertel


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Barocker Badboy + 33 Video-Projektoren = Caravaggio Experience

Am heutigen Vormittag habe ich mich gut eine Stunde den Werken des Barockmalers Michelangelo Merisi da Caravaggio (1571 - 1610) gewidmet.Im Palazzo delle Esposizioni auf einer Bank, zwischen einer italienischen Kunstlehrerin und einer Kunst-lieb-habenden Norditalienerin, die beide mal von rechts und von links, manchmal auch gleichzeitig, hauchten: "Was ein Wunder", "Unglaublich", "Eine der wundervollsten Ausstellungen, die ich je besucht habe." Ob das Projekt "Caravaggio Experience", in dem Video-Künstler aus den Meisterwerken des 17. Jahrhunderts ein multimediales Kunstwerk des 21. Jahrhunderts erschaffen haben, allen auf den Banksitzenden zugesagt hat, können Sie bei Bedarf hier lesen. 

Bevor ich ein paar Details zur "Caravaggio Experience" schreibe, möchte ich mich erstmal als Caravaggio-Fan outen. Ich bin von seinem gnadenlos realistischen Malstil fasziniert und mag auch diese kleinen Geschichten, die von seinem verruchten Lebensstil und seinem Hitzkopf berichten, der ihn immer wieder in Schwierigkeiten brachte. So wie die Episode, in der er  ausgerechnet den Sohn des Kommandanten der Engelsburg umgebracht haben soll und sich aus diesem Grund die letzten Jahre seines Leben auf der Flucht befand. In Rom gibt es viele Möglichkeiten Caravaggio`s Können zu bewundern. Sein "Narziss" hängt im Palazzo Barberini, ebenso wie "Judith und Holofernes". Ganz umsonst hat man gleich zu drei seiner Werke in der Kirche San Luigi dei Francesi Zugang.

Im Projekt "Caravaggio Experience" werden die Werke, die Arbeitsweise, aber auch die Persönlichkeit des Barockmalers mit Hilfe von 33 Projektoren großflächig und ganz neu in Szene gesetzt. Der Caravaggio-"Film" läuft in mehreren Räumen, die immer wieder neue Perspektiven eröffnen, und dauert knapp 50 Minuten. Untermalt wird das optische Spektakel mit Musik und Düften, die ich allerdings nicht erschnuppern konnte. Ich fand die riesengroßen Detailaufnahmen der einzelnen Bilder sehr spannend und manchen Videoeffekt überraschend. Die Idee einen modernen, und visuell abwechslungsreichen Zugang zu Kunst des 17. Jahrhunderts zu schaffen mag ich auch. Ein zweites Mal werde ich jedoch die Videoinstallation nicht besuchen. Auf der Bank im Palazzo Barberini vor dem Narziss, der sein Spiegelbild in einer Pfütze bewundert, werde ich wahrscheinlich noch öfters sitzen. Den Projektionen fehlt mir persönlich diese messerscharfe Klarheit, die mich an den Originalen so fasziniert. Der Eintritt in "Caravaggio Experience" kostet 12 EUR, und liebenswerte Begegnungen mit italienischen Freunden der Kunst sind im Preis inbegriffen. 

Rom-Tipp: Carbonara essen im hippen Monti

Wenn man sich nur einen Katzensprung vom Touristenmagneten Kolosseum entfernt und plötzlich die Hipster-Bärte länger werden, die Anzahl an kleinen Boutiquen und Antiquitätenhändlern sprunghaft steigt, die Street-Food-Läden mit Biologischem und Veganem locken, zauberhafte Cafés mit Efeubewachsenen Hauswänden zum Verweilen unter freiem Himmel einladen, dann ist man in Monti gelandet. In einem der ältesten Stadtviertel von Rom, das seinen Namen der beengten Lagen zwischen diversen Hügeln verdankt. Zu Zeiten der alten Römer hatte die Gegend keinen sonderlich guten Ruf. Was neben der Vielzahl an Bordellen, auch an den üblen Spelunken lag. Heute hingegen ist Monti irgendwie schick und hip. Ein bißchen Prenzlauer Berg (ohne Schwaben und Kinderwagen,)kombiniert mit einem Hauch französischem Kleinstadtcharme und einer gehörigen Ladung römischer Lebensart. Während man tagsüber in den ruhigen Straßen zwischen der Via Nazionale und Via Cavour einen ruhigen Schaufensterbummel über rumpeliges Kopfsteinpflaster einlegen kann, wird es am Abend voll in Monti. Vor den angesagten Cafés und Bars des Viertels, wie zum Beispiel der beliebten Weinbar "Ai tre scalini", drängeln sich die Freunde der gepflegten Abendunterhaltung. Rund um den Brunnen auf der Piazza della Madonna dei Monti tummelt sich internationales Publikum und wartet auf das was die römische Nacht noch zu bieten hat. In Monti sind das unter anderem einige gute Restaurants mit individuellem Charme. Heute Abend habe ich das "La Carbonara" besucht und darf es auf diesem Weg weiterempfehlen. 

 

Das Publikum war durchweg gemischt. Sowohl Römer als auch Touristen hatten an den einfachen Tischen Platz genommen. Neben den top gestylten Bärten der Servicekräfte, fällt einem sofort die Wanddekoration ins Auge. Was in fast jedem Kinderzimmer bei fast jeder Mutter einen kleinen Nervenzusammenbruch provoziert, war im La Carbonara erlaubt. Die Wände sind von oben bis unten mit Kugelschreibern und Filzstiften bemalt und mit Gästenamen beschrieben. Dazwischen hängen alte Rom-Stiche unter handsignierten Trikot bekannter Fußballspieler. Die Speisekarte glänzt mit typisch rustikaler römischer Küche. Viele deftige Pastagerichte, Artischocken, Ochsenschwanzragout, eine ungewöhnlich große Auswahl an Straccetti-Kreationen (hauchdünne Streifen Rindfleisch, kurz angebraten, zum Beispiel mit Radicchio und Parmesan angemacht)und vieles mehr. Sowohl bei rotem als auch weißem Wein besteht die Auswahl zwischen einer Handvoll Sorten, die Glas- oder Flaschenweise bestellt werden können. Besonders erwähnenswert ist der professionelle, höfliche und zuvorkommende Service, den man im ersten Moment in dem recht lässigen Ambiente nicht erwartet, und der sich nicht nur auf Stammgäste bezog, sondern auch auf Touristen. 

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News aus Rom: Über Mäuse, Bürgermeister und tierische Lösungsansätze!

Von den vielen diversen Problemen, mit denen sich die Ewige Stadt herumschlägt, haben es direkt zwei auf einmal in die Presse geschafft! Zum einen verfügt Rom zur Zeit über keinen gewählten Bürgermeister und zum anderen leidet die Stadt am Tiber seit geraumer Zeit unter einer Mäuse- und Rattenplage. Um letzteres Problem ein wenig in den Griff zu bekommen, drohen Gastronomen und Händlern, die ihre Abfälle auf der Straße entsorgen, saftige Geldbußen. Und die Sache mit dem fehlenden Bürgermeister soll in einer Wahl am 5. Juni geklärt werden. Nun hat einer der Bürgermeisterkandidaten, ein Herr Antonio Razzi, einen tierischen und äußerst kreativen Lösungsansatz für das Nagerproblem vorgestellt. Er möchte 500.000 asiatische Katzen an den Tiber holen, sie an Stellen, wo die Ratten besonders plagen aussetzen und dann der Natur ihren Lauf lassen. Auf die Frage, was denn mit der nicht ganz unerheblichen Zahl an Katzen nach getaner Arbeit passieren soll, verwies der Kandidat auf die vielen und berühmten "gattare", die römischen Katzenmütter, die sich um die bereits jetzt extrem hohe Population an wilden Katzen in der Ewigen Stadt kümmert. Die ersten Anfragen, um die Katzen zu organisieren, soll der Herr bereits gestellt haben, weil das Nagerproblem ganz weit oben auf seiner To-Do-Liste als zukünftiger Bürgermeister steht. Ob die Wahl nun tatsächlich am 5. Juni stattfindet, bleibt im übrigen noch abzuwarten. Eine andere Kandidatin hat bereits darauf hingewiesen, dass sich am diesem Tag vermutlich sowieso ein Großteil der Wahlberechtigten am Meer befinden wird. Ob die prognostizierte Abwesenheit der Römer sich jetzt nur mit gutem Strandwetter erklären lässt, oder eventuell auch mit gewissen Lösungsansätzen zu tun hat, das entzieht sich meiner Kenntnis.

Restaurant-Tipp aus Rom: Ditirambo - Nicht nur was für Vegetarier

Mitten im Herzen von Rom, in direkter Nähe zum Campo de`Fiori befindet sich eine empfehlenswerte kulinarische Anlaufstelle für Rombesucher, die gerne gut fleischlos essen. Das Ditirambo ist jedoch kein ausschließlich vegetarisches Restaurant, sondern ein Ort an dem hervorragende Lebensmittel mit Bedacht, Sorgfalt und einer guten Portion an Kochkunst verarbeitet werden. Pasta und Süßspeisen stammen aus der eigenen Küche, woher der Käse oder das Fleisch kommt, wie der Fisch gefangen wurde, das ist alles auf der Karte vermerkt. Die Auswahl an Antipasti, ob nun vegetarisch, mit Fleisch oder Fisch ist immens. Wer sich nicht zwischen "Ricotta-Pudding mit marinierten Artischocken, Granatapfel und sizilianischen Schafskäse" oder "Gegrillter Oktopus auf Selleriecreme mit Oliven aus Gaeta und Lakritzstaub" entscheiden kann, für den sind die diversen Degustation-Vorspeisen ideal. Platz sollte man sich unbedingt!! für ein Dessert lassen. Die süßen Kreationen werden mit den passenden Dessertspirituosen angeboten und sind einfach traumhaft wie zum Beispiel das Ricottaeis mit Blätterteighippe gefüllt mit Karamellcreme und in Rotwein eingelegten Birnen, das ich bei meinem letzten Besuch genossen habe. Wem jetzt das Wasser im Munde zusammen läuft und selber einmal im Ditirambo einkehren möchte, muss unbedingt rechtzeitig reservieren. Die wenigen Tische im kleinen Gastraum sind nicht ohne Grund sehr begehrt!

 

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Alles auf einmal: Meine Motorino- und Autoren-Taufe!

Gestern war es endlich soweit! Das langersehnte Paket mit Exemplaren des "Fettnäpfchenführer Rom" ist gestern eingetroffen. Als unser Portiere es cool auf der Schulter gepackt bei mir in den Hausflur stellte, sollte ich ihm versprechen eine italienische Version des Werkes zu verfassen. Was wohl keine so gute Idee wäre, denn so würde er erfahren, dass nicht nur sein Sohn, sondern er selbst als Protagonist auf den 288 Seiten auftaucht. Wie dem auch sei: das Hochgefühl, endlich ein gedrucktes Exemplar in den Händen zu halten, hat mir offenbar so den Verstand vernebelt, dass ich nun heute bei meinem Angetrauten - nach wochenlanger und hartnäckiger Weigerung - als Sozius auf das neu erworbene Motorino gestiegen bin. In wem jetzt romantische Bilder von einer schnuckeligen Vespa aufsteigen, mit der wir entspannt über die Piazza Venezia in Richtung Kolosseum cruisen während die ersten Sonnenstrahlen die Ruinen des Forum Romanum streicheln, der liegt gedanklich von der Realität meilenweit entfernt. Im Zickzack-Kurs ging es (viel zu schnell!!)mitten im Berufsverkehr zwischen Autos, Bussen und Schlaglöchern hindurch, während rechts und links schnellere und mutigere Motorinofahrer an uns vorbeizogen. Als wir direkt in der Abgaswolke eines Busses anhalten mussten, leuchtete auf einer der Verkehrsleit-Digitaltafeln ausgerechnet die Information auf, wie viele Zweiradfahrer im letzten Jahr im römischen Straßenverkehr ihr Leben lassen mussten. Ich habe die Zahl verdrängt. Es waren jedoch definitiv viel zu viele. Nach gefühlten 3 Millionen "Oh-Gott-Oh-Gott-Oh-Gotts" durfte ich dann mit wackeligen Knien und vernichteter Frisur in der Nähe des Petersdoms absteigen. Von dort aus habe ich einen interessanten Eigenversuch gestartet: Wie gut macht sich der "Fettnäpfchenführer Rom" als Wegbegleiter durch Rom? Ich kann Ihnen verraten, das Testergebnis ist positiv ausgefallen. Er liegt hervorragend in der Hand und passt optisch super in die römische Kulturlandschaft. Die Beweisfotos sehen Sie oben. Was den Inhalt angeht bin ich eindeutig voreingenommen. Davon müssen Sie sich schon selbst ein Bild machen. Ich wünschen Ihnen viel Spaß dabei!

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Events in Rom: Was die Ewige Stadt im April zu bieten hat!

Meine Güte! Wie die Zeit vergeht! Schon steht der April vor der Tür und lässt das Thermometer bereits über 20 Grad klettern. Im vierten Monat des Jahres finden zwei römische Event-Klassiker statt, die die Massen in die Stadt ziehen werden. Zum einen ist da am 10. April der Rom-Marathon und dann natürlich am 21. April Roms Geburtstag. Stattliche 2769 Jahre hat die Ewige Stadt auf dem Buckel. Das muss natürlich ausgiebig gefeiert werden und zwar ganze vier Tage lang. Ein Highlight der Geburtstags-Sause ist die Römer-Parade in historischen Kostümen rund ums Kapitol am Sonntag, den 24. April. Wer in Rom weilt, sollte sich dieses sehenswerte Spektakel nicht entgehen lassen. Was sonst noch in Rom im April zu erleben ist finden Sie an dieser Stelle

Cilento: Die wilde Schönheit im Süden Italiens

Während sich Rom an den Osterfeiertagen mit Besuchern aus dem Aus- und Inland füllte, habe ich die Ruhe gesucht und gefunden! Im Süden Italiens, im Cilento, einer Region Kamapaniens, die vom Massentourismus im Gegensatz zur nahgelegene Amalfi-Küste vollkommen verschont geblieben ist. Der Cilento ist ein pures Stückchen Italien mit hohen Bergen, traumhaften Stränden, kurvigen Straßen, antiken fast vergessenen Sehenswürdigkeiten, kristallklaren Bächen, vielen Wasserbüffeln, ambitionierten Weinbauern, verlassenen Bergdörfern, atemberaubenden Ausblicken und bezaubernden Hafenstädtchen. Für mich persönlich eine der spannendsten und gleichzeitig entspannendsten Gegenden Italiens, die ich bisher besucht habe. All diese landschaftliche Vielfalt und optischen Gegensätze durfte ich in den Osterferien fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit kennenlernen. Wer mehr über den Cilento erfahren möchte, sollte im April noch einmal vorbeischauen. In der neuen Rubrik "Out of Rome" werde ich einen kleinen Reisebericht hinterlassen. 

Ein neuer Hingucker in Rom: Schattenkunst am Tiber! 

Von der Ponte Sisto, der Tiberbrücke, die ins Stadtviertel Trastevere zur Piazza Trilussa führt kann man zur Zeit die Entstehung eines außergewöhnlichen Kunstprojektes beobachten. Auf 550 Meter Tibermauer wird die Geschichte Roms visualisiert. Nichtchronologisch. Nach den Zeichnungen des südafrikanischen Künstlers William Kentridge. Mit einer genialen Technik! Aus dem von Smog verschmutzen Grau der Ufermauer werden mit Hilfe von Schablonen und einem Hochdruckwasserstrahl 80 Motive quasi "herausgewaschen". Das Projekt heißt "Triumphe und Niederlagen" und wird am 20. und 21. April eingeweiht werden. Aber schon jetzt sollte ein Besuch der "Schattenwesen" am Tiber auf keiner Rom-Tour fehlen!!! 

Making-of "Fettnäpfchenführer Rom" Teil 5

Kaum zu glauben, aber wahr: Auf amazon.de kann man schon einen Blick in "mein Buch" werfen! Das Inhaltsverzeichnis und das erste Kapitel "Plötzlich Hauptstadt! Warum Rom aus allen Nähten platzt" sind im Netz bereits Schwarz auf Weiss zu lesen! Für mich bereits ein guter Grund um vor dem eigentlichen Erscheinungstermin am 1. April ein wenig zu feiern. Und so geht es heute Abend ins "La Zanzara", einer angesagten Location in Prati in direkter Nähe zum Vatikan. Übersetzt bedeutet "Zanzara" Mücke. Und aus der macht man in Rom zur Zeit wahrlich einen Elefanten. Am Wochenende hat man den Eindruck halb Rom würde sich auf dem Bürgersteig vor dem Restaurant drängen, um irgendwann Einlass gewährt zu bekommen. Wer also einen der vielen und immer besetzten Tische zur späteren Stunde sicher haben möchte, sollte unbedingt reservieren. Ich hingegen empfehle zur "Aperitivo-Zeit"(18-21 Uhr)im "La Zanzara" vorbeizuschauen. Gegen 18 Uhr ergattert man noch problemlos einen Hocker an der Bar. Dort ist man am Besten aufgehoben, denn das Barteam zeigt auch bei ausländischen Gästen vollen Einsatz, während es im hinteren Bereich bei Nicht-Stamm-Gästen - sagen wir einmal- ein wenig lieblos zugehen kann. Während man an dem Drink/Cocktail/Aperitif seiner Wahl (meine Wahl: Bianco Sprizz!!) nippt, werden einem ständig Leckereien in Miniatur-Format vor die Nase gestellt. Von der Pizza über kleine Salate bis hin zu Gnocchi reichen die kleinen Gerichte und sind alle im Getränkepreis inbegriffen. Wer nun noch über weitere Varianten des römischen Aperitivo erfahren möchte, kann dies hier im fünften und letzten Teil des Making-Of "Fettnäpfchenführer Rom" erledigen. 

Getreu dem Motto "Das Beste zum Schluss" habe ich die letzten drei Kapitel "meines Buches" einem zentralen Thema des römischen Alltages gewidmet: Essen und Trinken! Es geht um Tischsitten, die jenseits der Alpen doch ein wenig von den unsrigen abweichen. Um deftige römische Küche, die aber auch rein gar nichts vom Tier verkommen lässt.Um süße Versuchungen, und wo es sich lohnt ihnen nicht zu widerstehen. Und es geht auch um den "Aperitif", der ja eigentlich ganz klassisch vor dem Essen genommen wird und der den Appetit anregen soll. Manch ein römischer "Aperitivo" ist jedoch so gehaltvoll, dass man sich die Tischreservierung für das Abendessen danach getrost sparen kann. Viele Bars, Restaurants und auch Bäckereien bieten zum "Aperol Sprizz" ein komplettes Buffet, an dem man sich so oft man mag bedienen kann. Die Preise für einen Drink plus Buffet liegen zwischen 10 und 15 EURO. Ein unschlagbares Preis-/Leistungsverhältnis, auch wenn die Qualität und Quantität der Buffets stark schwanken. In manchen Locations beschränkt man sich auf ein paar Salate und etwas Fingerfood, in anderen Bars wird hingegen von Antipasti über Pasta und Pizza bis zu Fleischgerichten alles aufgefahren, was das kulinarische Herz so begehrt. Eine Aperitivo-Institution im Stadtteil Ostiense ist das "Doppiozero". Hier geht es opulent auf dem Bartresen zu, der sich besonders unter den Pizzakreationen biegt. Klein aber fein ist das Aperitivo-Buffet im "Camillo B." an der Piazza Cavour. Nicht sehr stilvoll sind die Plastikteller und -gabeln mit denen man seine Salatauswahl in der "Hosteria Mercato" am Campo de´Fiori verspeist. Allerdings ist die quirlige Atmosphäre mitten im touristischen Herzen der Stadt unschlagbar. Im "vivi Bistrot" am Kopf der Piazza Navona schmeckt der Aperitivo mit Blick auf den Vierströmebrunnen noch mal besser!

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Making-Of Fettnäpfchenführer Rom Teil 4 

Über sportliche Römer wollte ich heute eigentlich im 4. Teil der Making-Of-Serie "Fettnäpfchenführer Rom" schreiben. Aus gegebenen Anlass möchte ich aber das Thema wechseln. Ich sitze hier vor meinem Computer eingewickelt in eine dicke Wolljacke und einen überdimensionierten Schal, der mir bis unter die Nasenspitze reicht, während ein kleiner mobiler Heizkörper heiße Luft an meine halberfrorenen Zehen pustet. Leider bleiben meine steifen Finger von dem Lüftchen unerreicht und mit Wollhandschuhen kann man so schlecht tippen. An der Klimaanlage über mir an der Decke leuchtet im farblich passenden Eisblau die Temperaturanzeige mit unerbittlichen 14 Grad auf. Da warme Luft ja bekanntlich nach oben steigt, schätze ich die Temperaturen auf meiner Fingerhöhe auf höchsten 12 Grad. Und doch nehme ich völlig selbstlos die eisigen Qualen auf mich und hacke bibbernd die Worte in die Tastatur, mit denen ich Ihnen eine vielleicht überraschende Erkenntnis mitteilen möchte: Ich habe noch nie in meinem Leben so gefroren wie in Rom! Sogar wenn die Heizung läuft und nicht wie seit drei Wochen abgestellt ist, weil der Hausverwalter seit mehreren Jahren den Gasanbieter nicht mehr gezahlt hat und mit einer beachtlichen Summe über alle Berge ist. Dem grundsätzlichen Thema "Wohnen in Rom" und dem ganz speziellen Unterthema "Frieren in römischen Wohnungen" habe ich auch im "Fettnäpfchenführer Rom" ein ganzes Kapitel gewidmet. Wer also tiefer in die Materie einsteigen möchte, der kann bereits jetzt ein Exemplar bestellen. Das Buch erscheint schon ganz bald im April! Wer sofort etwas über römische Wohnverhältnisse erfahren möchte liest hier weiter...

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Ladies First - Events und Veranstaltungen im März in Rom

In Rom wird der Weltfrauentag, die Festa della Donna, am 8. März nicht nur traditionell mit einem Sträußchen gelber Mimosen (Übrigens keine Anspielung auf weibliches mimosenhaftes Gehabe. Die gelben Mimosen blühen einfach bereits schon um diese Jahreszeit und haben in Italien kein "schnell beleidigtes" Image) begangen, sondern auch mit ganz viel Kultur. Denn am 8. März werden in den meisten Museen die Damen kostenfreien Eintritt haben!

 

Die Herren der Schöpfung kommen jedoch auch nicht zu kurz, denn bereits am Sonntag, den 6. März sind die römischen Museen und archäologischen Stätten für alle Geschlechter gratis zu bestaunen.

 

Wer am 15. März nach Rom weilt sollte sich zwischen 16 und 19 Uhr zum Largo Torre di Argentina begeben. Bekannt ist der Platz mitten im Herzen Roms weltweit für die streunenden Katzen, die hier in den Ruinen antiker römischer Tempel ein zu Hause gefunden haben. Damit jedoch nicht in Vergessenheit gerät, dass in einem der Tempel der Mordkomplott an Caesar stattgefunden hat, spielt ein römischer Historienverein die Geschehnisse in den Iden des Märzes (15. März 44 v. Chr.) jedes Jahr wieder nach. Weitere Events und Veranstaltungen für den römischen März finden Sie hier. 

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Making-Of Fettnäpfchenführer Rom Teil 3

Heute ist es soweit!  Seit knapp 6 Wochen arbeite problemlos an einem Reise-Kultur- und Alltagsführer durch die Ewige Stadt. Die Episoden sind quasi aus mir herausgesprudelt. Ich habe geschrieben und geschrieben und geschrieben... Über den  römischen Verkehr, das Leben der Vierbeiner in der ewigen Stadt, wie man die Ewige Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten gegen den Touristenstrom entdecken kann, die Lust der Römer am Grünen oder wie die Nachfahren von Lukullus noch heute der Dolce Vita  frönen. Und heute, ausgerechnet wo ich zu einem meiner Lieblingskapitel mit dem Titel "Römer in Rom" komme, sitze ich vor dem Computerbildschirm und starre wie gebannt auf eine leere weiße Seite, während meine Hände wie gelähmt über der Tastatur schweben. In meinem Kopf verknoten sich die Worte zu einem Knäuel, an dem es weder einen Anfang noch ein Ende gibt. So fühlt sie sich also an die berühmt berüchtigte Schreibblockade, vor der ich mich so sehr gefürchtet habe! Dabei gibt es soviel über die Römer zu berichten. Positives wie negatives, liebenswertes und skurriles oder auch einzigartiges und merkwürdiges. Aber kein einziger zusammenhängender Satz will in meinem Kopf entstehen. Was ist wenn diese Blockade Tage andauert? Oder gar Wochen? Das Buch wird im April 2016 erscheinen. Der Abgabetermin für das Manuskript ist... oh mein Gott.. schon bald! Ich zwinge die aufsteigende Panik nieder und beschließe den Tatsachen ins Auge zu sehen. Ich bin leergeschrieben! Was ich jetzt brauche ist römischer Input und vor allem Nervennahrung!

Eine Stunde später schlendere ich vorbei an den Auslagen vieler Antiquätenlädchen und Mode-Boutiquen auf der reizenden Via dei Coronari in Richtung Piazza Navona. In meiner Hand halte ich eine Eiswaffel auf der eine große Portion Rosmarin-Zitronen-Honig-Eis thront. Erworben habe ich die kalte Köstlichkeit in der Gelateria del Teatro (Via dei Coronari 65). Ich setze mich ein Weile auf der Piazza Navona in die Sonne und schaue dem Touristen-Trubel rund um den Vierströmebrunnen zu. Als ich merke, dass mein Hunger auf Süßes noch nicht gestillt ist, laufe ich weiter über den Campo de`Fiori in Richtung Ponte Sisto. Kurz bevor die Brücke über den Tiber mitten ins Viertel Trastevere führt, trifft man auf die Gelateria Punto Gelato (Via dei Pettinari 43). Hier entscheide ich mich spontan für Ricotta-Eis mit Pistaziencreme und Clementinenstückchen. Und auf dem Weg zur Piazza Santa Maria in Trastevere merke ich dann allmählich wie nicht nur mein Magen immer voller wird, sondern sich mein Kopf mit Sätzen füllt! Offensichtlich habe ich mein kulinarisches Heilmittel gegen Schreibblockaden gefunden! Wie gut, dass es dies in Rom an fast jeder Ecke zu kaufen gibt! Wie schade, dass es bei übermäßigem Konsum auf den Hüften hängen bleibt! Nur aus diesem Grund und aus keinem anderen lasse ich dann später in der Nähe der Vatikanischen Museen das OldBridge (Viale dei Bastioni di Michelangelo 5) an der Piazza Risorgimento links liegen und verzichte auf meine Lieblingskombination Fior di Latte (Milcheis) und Erdbeere.

In der nächsten Folge "Making-Of Fettnäpfchenführer Rom", werde ich Ihnen nicht vorjammern wie viele Kilos mich meine Schreibblockaden gekostet haben, sondern davon berichten wie und wo die Römer sich beim Sport fit halten!

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Museums-Kleinod in der Villa Borghese: Das Reich des Signore Canonica!

Ich weiß gar nicht mehr wie oft ich schon bei einem Sonntagsspaziergang durch die Villa Borghese am Museum Pietro Canonica vorbei gelaufen bin und mich gefragt habe, ob es sich lohnt einen Blick in das leicht skurril anmutende Gebäude zu werfen. Die sandfarbenen mit Zinnen besetzten Mauern und die Maultier-Skulptur vor dem Eingangstor, erinnern mich immer an ein mexikanisches Fort aus einem drittklassigen amerikanischen Western der frühen 70er Jahre. Eine Assoziation, die nicht gerade eine positive Erwartungshaltung in mir weckt und mich vermutlich bis zum heutigen Tage davon abgehalten hat die "Fortezzuola", wie das Gebäude in Rom genannt wird, zu betreten. Vorab an dieser Stelle darf ich schon einmal allen Rombesuchern raten: Machen Sie nicht den gleichen Fehler wie ich und laufen am Museum von Pietro Canonica vorbei! Es ist ein charmantes, interessantes und liebevoll gepflegtes Kleinod in der römischen Museumslandschaft, für dessen Betreten zudem keinerlei Eintrittsgeld verlangt wird!

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Rom-News: Ein römischer Fußball-Gott auf der Tribüne!

Seit 1993 spielt Francesco Totti für den Fußballverein AS Rom in der Serie A, der italienischen 1. Liga.  Für die Fans ist er eine Rasenplatz-Ikone, ein Fußball-Gott, ein Tor-Held, eine Weltmeister-Legende-2006. Die Römer lieben und verehren ihn. Nicht umsonst liegt Francesco als Jungennamen bei den Bewohnern der Ewigen Stadt auf der Beliebtheitsskala ganz weit oben. Jegliche Kritik an dem langjährigen Kapitän ist undenkbar, kommt einer Gotteslästerung gleich! Francesco Totti scheint in anderen Fußballsphären zu schweben. Trotz seines göttlichen Fußballerstatus ist jedoch auch er nur ein Sterblicher, der langsam aber sicher in die Jahre und als Fußballprofi an seine körperliche Leistungsgrenzen kommt. Als Bald-Vierziger fehlt es nun einmal an der Spritzigkeit und Kondition, die so ein Gerade-Mal-Zwanziger an den Tag legt. 

Hinzu kommt eine erhöhte Anfälligkeit für Verletzungen. Eine davon am Oberschenkel hatte ihn für geraume Zeit ausser Gefecht gesetzt. Wieder genesen wurde er vom neuen Trainer des AS Rom, Signore Spalletti, nicht wieder aufs Spielfeld geschickt, sondern musste auf der Ersatzbank sitzen. Eine Tatsache, die der römische Fußballgott in einem Interview recht beleidigt kommentierte. "Ich kann nicht so leben. Ich verlange Respekt für das, was ich in den vielen Jahren geleistet habe. Niemand kann mir verbieten weiterzuspielen", gab Totti von sich. Und noch so einiges mehr, das in der Presse für viel Wirbel sorgte und den Trainer Spalletti dazu veranlasste Francesco Totti, den römischen Fußballgott, beim Spiel letzten Sonntag gegen Palermo auf die Tribüne zu verbannen. Von dort aus schaute die Fußball-Legende zu, wie seine Kollegen ohne ihn 5:0 gegen den Gegner aus dem Süden gewannen. Trotz des eindeutigen Sieges stehen die Fans hinter Totti: "Der Kapitän ist der Kapitän. Und es gibt nur einen." "Es gibt keinen AS Rom ohne Totti." In welcher Funktion, das ist jetzt allerdings die große Frage. Während sich Francesco Totti, dessen Vertrag im Juni ausläuft eher auf dem Feld sieht, hätten die Vereinsverantwortlichen ihn lieber im Management. Bleibt dem römischen Fußballgott nur zu wünschen, dass ihm ein Abschied vom Profidasein gewährt wird, der seiner bisherigen Karriere gerecht wird und dass er selber den würdigen Augenblick nicht verpasst, die Fußballschuhe an den Nagel zu hängen!

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Rom-News: Sommer-Fahrplan im Februar!!

Auch wenn es in Rom keinen Fahrplan nach deutschem Vorbild mit fixen Abfahrtszeiten für jede Bushaltestelle gibt, existiert so etwas, das man großzügig als System bezeichnen könnte. Theoretisch kann man je nach befahrener Frequenz der Buslinie damit rechnen, dass alle 5, 15 oder 20 Minuten ein Bus vorbei kommen sollte. Praktisch kommt es jedoch regelmäßig vor, dass ich an einer Haltestelle warte und warte und warte... Heute habe ich nun in der römischen Presse gelesen woran das liegt. Momentan sind schlicht und ergreifend zu wenig Busse auf den Straßen unterwegs. Die Anzahl entspricht noch nicht einmal dem Sommerfahrplan, wenn Schulen geschlossen sind und viele Römer in den Ferien außerhalb der Stadt weilen. 24 Prozent der Busse im Fuhrpark der römischen Nahverkehrsbetriebe der ATAC sind fahruntüchtig, defekt und/oder überaltert. Das sind noch einmal 7 Prozent mehr als im Vorjahr! Obwohl 2015 mehr Mechaniker eingestellt worden sind und ihre Arbeitszeiten verlängert worden sind. Nur was hilft die beste Mechaniker, wenn die finanziellen Mittel fehlen, um Ersatzteile zu kaufen! Aber für die meisten Rombesucher gilt Entwarnung! Im Zentrum, dort wo sich die Touristen aufhalten, achtet man darauf, dass die Ausfälle nicht so deutlich spürbar sind. Ich hingegen werde warten und warten und warten...

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Making-Of Fettnäpfchenführer Rom Teil 2

Der tierische Freund am Steuer links auf dem Foto könnte eine Erklärung für manch eine Kuriosität im römischen Straßenverkehr sein, für den ich eine ganze Episode im "Fettnäpfchenführer Rom" eingeplant habe. Und seit ich an dieser arbeite plagt mich ein wahres Luxusproblem. Es gibt mehr über den Verkehr in Rom zu berichten, als in ein Buchkapitel passt! Unerwähnt darf auf keinen Fall bleiben, dass es in keiner anderen europäischen Großstadt so viele Autos gibt wie am Tiber. Und Motorini! Große Motorroller, die sich durch den römischen Dauerstau an den Autos vorbeischlängeln und auch gerne mal bei roter Ampel über die Kreuzung gesteuert werden. Sehr gewöhnungsbedürftig für den nordeuropäischen Verkehrsteilnehmer ist auch die Lust der Römer aus einer zweispurigen Straße eine mit vier Spuren zu machen. Man kommt sich schon ungewöhnlich und manchmal auch unangenehm nah auf römischen Straßen! Was auch gut am ramponierten Zustand der meisten Autos zu erkennen ist. Gott sei Dank habe ich meinen großen schicken Kombi mit allem möglichen Schnick-Schnack aus Deutschland gegen einen bereits in die Jahre gekommenen Kleinwagen ohne Klimaanlage eingetauscht. Der springt zwar erst nach dem zwanzigsten Versuch an und im zweiten Gang am Berg sehe ich im Rückspiegel eine bedrohlich schwarze Wolke aufsteigen, im römischen Straßenverkehr ist die nach deutschen Maßstäben alte Schleuder jedoch Gold wert.

Zumindest plagt mich beim Kampf durch den römischen Verkehr nicht die Sorge, dass ich mir einen Kratzer einfange. Sorgenfrei muss auch der Autofahrer sein, den ich heute Vormittag im Stau vor mir stehen hatte. Ich dachte gerade unweigerlich an eine aktuelle Studie, die besagt, dass Rom die verstopfteste Stadt Europas ist, als mir auffiel, dass der Wagen vor mir eigentlich nur noch durch Klebeband zusammengehalten wurde. Nicht, dass Klebeband an Autos ungewöhnlich in Rom wäre, aber das Ausmaß des Packbandgebrauchs war schon äußerst verblüffend und deutete auf einen sehr kreativen Geist. Die wagemutige Konstruktion hätte auch den Händen des Verpackungskünstlers Christo stammen können. Die komplette Stoßstange war großzügig umwickelt und ging so eine klebende Liaison mit dem Kofferraum ein. Auch über den Radkästen wölbte sich die braune Folie. Sowohl der linke als auch rechte Außenspiel wurde durch Packband gehalten, wobei der Spiegel auf der Fahrerseite den Kampf gegen die Schwerkraft bald verlieren würde. Er neigte sich bereits bedenklich gen Boden. Diese Konstruktion musste unbedingt im Fettnäpfchenführer verewigt werden. Und natürlich die Sache mit dem Anschnallen im Auto. Besser gesagt, das Nicht-Anschnallen. Und das ständige Zufahren von Kreuzungen. Das Parken in zweiter und dritter Reihe und auf Zebrastreifen. Und die Schlaglöcher in den Straßen, die sich nach einem Regenguss in Krater verwandeln....

 

Welche Kuriositäten des römischen Straßenverkehrs es ins Buch geschafft haben, können Sie ab April nach lesen. An dieser Stelle möchte ich allen Rombesuchern den wohl gemeinten Tipp geben: lassen Sie das Auto zu Hause in der Garage. Wenn Sie sich in Rom oder auch außerhalb in einem bequemen Fahrzeug fortbewegen möchten, dann empfehle ich Ihnen den wunderbaren Fabrizio. Er besitzt eine schicke Oberklasse-Limousine und fährt Rombesucher nicht nur vom Flughafen bis ins Zentrum und zurück, sondern macht auch Ausflüge in die Umgebung. Wenn er keine Zeit hat (was sehr schade wäre, denn Fabrizio ist wirklich ein sehr korrekter und zudem angenehmer Zeitgenosse), vermittelt er an einen Kollegen weiter. Unverbindliche Anfragen stellen Sie am Besten über die Homepage, auf Italienisch oder Englisch! 

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Rom-News: Nobles Wohnen für Sparfüchse mit guten Beziehungen!

Zur Zeit kennt die römische Presse (neben der anstehenden Wahl zum Bürgermeister) kaum ein anderes Thema, dessen Headline lautet: "Affitopoli" was übersetzt "Mietopolis" heißt, und ein recht passender Name ist für das riesige Wirrwarr rund um die Vermietungen der Immobilien, die sich im Besitz der Stadt Rom befinden. Insgesamt geht es um 40.000 Wohnungen, Sportstätten, Hallen oder Büroräume über die man im Laufe der Zeit ein wenig den Überblick verloren hat. Wer wohnt wo? Wieviel Miete wird gezahlt? Entspricht diese den gängigen Marktpreisen? Gibt es überhaupt gültige Mietverträge? Vor geraumer Zeit wurde im Rathaus eine Task Force gebildet, die sich genau mit diesen Fragen beschäftigen sollte. Bisher wurden 600 Fälle bearbeitet. Dabei geht es dieses Mal nicht wie gewohnt ausschließlich um Sozialwohnungen, von denen schon lange bekannt ist dass viele Mieter keinen gültigen Vertrag besitzen, da der sehr günstige Wohnraum zum Beispiel einfach seit Generationen weitervererbt wurde, ohne dass die Bedürftigkeit der nachfolgenden Mieter jemals überprüft worden wäre. Die Wohnungen werden wie Eigentum behandelt und es gibt mehr als genug Fälle in denen Mieter "ihre Sozialwohnung" an neue Mieter für beachtliche Beträge weiterverkauft haben. Momentan liegt der Focus eher auf Immobilien in bester Lage, auf echte Sahnestückchen. So wie eine Wohnung im Borgo Pio, direkt am Vatikan, für die jemand die unglaubliche Summe von 10,29 EUR Miete im Monat zahlt. Oder die Unterkunft mit Blick auf die Kaiserforen für einen unschlagbaren Preis von 23,36 EUR. Wohlgemerkt ich spreche nicht von Quadratmeterpreisen, sondern von MONATSMIETEN. Zudem sprechen wir hier auch nicht von Bewohnern am unteren Ende der sozialen Leiter, sondern von durchaus wohlhabenden Römern, die über Beziehungen, Gefälligkeiten oder Posten im öffentlichen Dienst an kommunale Wohnungen gekommen sind und mit ihren Familien auch bereits seit Generationen darin leben. Millionen von Euros sind durch diese lächerlich niedrigen Mieten den klammen römischen Kassen entgangen. Ein Skandal, dem sich auch die nationale Presse widmet. Wobei weder die Römer noch die Italiener zum ersten Mal von Nobelunterkünften zu Niedrigpreisen lesen und hören. Neu ist allerdings wie konsequent die eingesetzte Sonderkommission zur Aufklärung der Mietverhältnisse vorgeht und wie schnell sie ihre Ergebnisse an die Öffentlichkeit bringt. Ich schätze von "Affitopoli" wird man in Zukunft noch oft in der römischen Presse lesen können. 

Rom für Verliebte: Tipps für den Valentinstag 

In genau einer Woche, am 14. Februar wird das Fest der Floristen, Juweliere, Parfümeure und natürlich der Verliebten begangen. Genau vor einem Jahr waren wir uns dieses Feiertages nicht bewusst und sind mit der ganzen Familie in einen urigen Landgasthof in der Nähe von Montepulciano eingekehrt. Erst nach einer Weile fiel uns auf, dass außer uns nur Paare an den Holztischen saßen, die sich verliebt in die Augen schauten, während sie an ihren Florentiner Steaks, mächtigen Fleischlappen vom Holzkohlegrill sägten. Nicht nur im nördlichen Italien geht Mann und Frau am Valentinstag ins Restaurant essen, sondern auch in Rom locken viele Gastronomen mit romantischen Menü-Arrangements. Wer es weniger klassisch, ohne Kerzenschein und Stehgeiger mag, dem bietet die Ewige Stadt noch andere Möglichkeiten seine Zweisamkeit zu genießen. 

Die Villa Farnesina am rechten Tiberufer öffnet sonntags üblicherweise nicht ihre Pforten. Nur am zweiten Sonntag im Monat wird eine Ausnahme gemacht. Wie passend, dass man nun am 14. Februar Zutritt zu der Loggia "Amor e Psyche" hat und sich die märchenhaften Fresken von Raffael, die dem Saal seinen Namen gegeben haben anschauen kann.

Wem der Ausblick auf die  Liebesgeschichte zwischen dem Göttersohn und der Königstochter noch nicht spektakulär genug ist, der begibt sich zur "Straße der Verliebten" auf den Monte Mario, der höchsten Erhebung Roms. Hier liegt einem nicht nur Rom zu Füssen, sondern es gibt auch die Möglichkeit ein Liebesschloss an einem Geländer anzubringen (Bus 913 ab Augusto Imperatore bis Piazzale Medaglie d´Oro, von dort aus 15 Minuten zu Fuß bis zur Via del Parco Mellini 88).

Im Südosten der Stadt im Stadtviertel Trieste findet in der Via Sant` Agnese ein Handwerks-und Hobbymarkt im Namen der Liebe statt (Metro B bis Sant`Agnese/Annibaliano). 

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Rom-News: Alarmstufe Rot für Padre Pio

Petersdom Rom
Petersdom Rom

Padre Pio ist der Superstar unter den Heiligen!!! Nicht nur tief verankert in der gläubigen Volksseele, sondern auch in den italienischen Herzen. Padre Pio wird geliebt! Es gibt wohl kein Dorf in Italien in dem keine Statue des Heiligen steht, kaum ein italienischer Lastwagen an dem kein Padre Pio Aufkleber angebracht ist oder eine Padre Pio Plakette an einem Rosenkranz befestigt im Führerhaus baumelt. Neben einem Radiosender ist dem Mönch sogar ein eigener Fernsehkanal gewidmet.

Schon zu Lebzeiten strömten die Gläubigen zum dem Mönch mit den 5 Wundmalen Jesu Christi, aus denen täglich eine Tasse Blut geflossen sein soll! Eine Zeitlang galt Padre Pio von Seiten des Vatikans als Betrüger. Er durfte weder Messen lesen, noch die Beichte abnehmen. Ein ärztliches Attest, dem allerdings keine persönliche Untersuchung zu Grunde lag, besagte, dass der Mönch sich die Wunden an Händen, Füssen und Brust selbst zugefügt hätte. Aber die Geschichten von wundersamen Heilungen kranker Pilger machten immer mehr die Runde, und am Ende wusste auch der Vatikan die Anziehungskraft von Padre Pio zu würdigen. Im Jahr 2002 wurde er heilig gesprochen. 

Normalerweise sind die sterblichen Überreste von Padre Pio, dem 1968 verstorbenen Kapuzinermönch, in einem gläsernen Sarg in San Giovanni Rotondo ausgestellt. Nun kommt der  besonders von italienischen Gläubigen verehrte Heilige im Rahmen des Heiligen Jahres nach Rom. Das sorgt nicht nur für Aufregung in römischen Sicherheitskreisen, sondern auch in der Presse.

Seit Tagen wird besonders über die Sicherheitsmaßnahmen berichtet. Geschützt  von kugelsicherem Glas, reist der Leichnam durch drei römische Kirchen. Erster Halt der Heiligen-Tour ist am 3. Februar die Basilica San Lorenzo fuori le Mura, dann am 4. Februar San Salvatore in Laura und ab dem 5. bis zum 11. Februar wird Padre Pio im Petersdom zu sehen sein. In diesem Zeitraum gilt für ihn die gleiche Sicherheitsstufe wie für einen Staatschef. 9 Sicherheitszonen wurden um die Gotteshäuser herum eingerichtet. Fahrzeuge, die Waffen oder explosive Materialien transportieren, dürfen in diese Zonen nicht einfahren. Sogar zwei Schulen, die in direkter Nähe der Kirchen liegen, werden jeweils für einen Tag geschlossen. Und bevor die 50.0000 erwarteten Pilger sich Padre Pio nähern dürfen, werden sie und ihr Gepäck erst einmal kontrolliert. Schon jetzt wird vor Verkehrsbehinderungen gewarnt, wenn die sterblichen Überreste des Kapuzinermönchs am 5. Februar zum Petersdom transportiert werden. 

 

P.S. Soeben wurden in italienischen Fernsehsendern Bilder ausgestrahlt wie der Wagen, mit dem Padre Pio unterwegs ist, die Autobahnabfahrt nach Rom genommen hat! Möge der Ausnahmezustand beginnen!

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Events in Rom: Was passiert sonntags im Februar?

In der neuen (und im Ausbau begriffenen) Rubrik "TO DO" gibt es Ausblicke auf Veranstaltungen in Rom. Schon die nächsten drei Sonntage bieten Top-Events für Kulturbegeisterte und Sportfans:

 

Sonntag, 7. Februar: Kostenloser Eintritt in die meisten römischen Museen

Sonntag, 14. Februar: Six Nations Rugby, Italien gegen England, Olympiastadion

Sonntag 27. Februar: Six Nations Rugby, Italien gegen Schottland, Olympiastadion

 

Außerdem steht ein erstes großes Highlight des Heiligen Jahres an. Padre Pio, der wohl beliebteste italienische Heilige - und verantwortlich gemacht für Tausende von Wundern - wird nach Rom kommen. Besser gesagt, der Schrein, in dem sich die menschlichen Überreste des Kapuzinermönchen mit den Wundmalen Jesu Christi befindet. Vom 5. bis 11. Februar wird ein wahrer Pilgeransturm für den Petersdom erwartet, in dem der Leichnam für die Gläubigen zu sehen sein wird. 

 

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Making-Of "Fettnäpfchenführer Rom" Teil 1

Wie ich beim Schreiben auf den Hund gekommen bin und was dieser fantastische Ausblick mit einem Fettnäpfchenführer zu tun hat, das erfahren Sie in Teil 1 des Making-Of "Fettnäpfchenführer Rom". 

Es ist Juli, die Sonne geht gerade hinter Zypressen über dem Meer auf und ich schaue ihr dabei zu. Was mich in den Sommerferien in dieser Herrgottsfrühe aus den Federn auf eine Sonnenliege treibt? Die Arbeit! Vor drei Wochen habe ich die Anfrage eines Verlages erhalten, ob ich mir vorstellen könnte für die Reisebuch-Reihe "Fettnäpfchenführer" die Stadt Edition "Rom" zu verfassen. Trotz anfänglicher Skepsis sitze ich nun hier über den Hügeln von Pescara, überlege welche römische Geschichten und Anekdoten aus meinem reichhaltigen Fundus unbedingt in dieses Buch sollen, und streichle Basilico. Ein zugelaufener Hund, der mich seit ein paar Tagen bei meiner frühmorgendlichen Arbeit seelisch und moralisch unterstützt. Wobei ich diese Unterstützung nicht nötig hätte. Noch nie zuvor habe ich Job und Familie auf so angenehme Art und Weise unter einen Hut bringen können. Aber zurück zu meiner anfänglichen Skepsis. Schmeichelhaft war die Anfrage des Verlages ohne Zweifel, aber war sie auch seriös? Und was bitte sollte ich mir unter einem "Fettnäpfchenführer" vorstellen? Ein Mischung aus Kulturführer und Reiseroman, den es bereits in 27 Ländern- und einigen Städteausgaben gibt wie sich heraus stellte. Anhand von kleinen Geschichten und Anekdoten aus dem Alltag, erfährt der Leser Wissens-Sehens- und Erlebenswertes über Land oder Stadt, Leute und Kultur. Soviel zumindest erfuhr ich bei einem Blick auf die Homepage des CONBOOK-Verlages und in einem Telefonat. Nun, da ich wusste dass ich es mit wahren Reise-und Länderliteraturprofis zu tun hatte, stand ich der nächsten drängenden Frage gegenüber: War ich dieser Aufgabe überhaupt gewachsen? Meine Erfahrungen als Buchautorin lagen weit über 30 Jahre zurück. Im zarten Grundschulalter hatte ich mein Werk "Die Blindschleiche und die Schatzhöhle" in Schönschrift verfasst und liebevoll illustriert. Die Geschichte über eine Gruppe jugendlicher Detektive hatte es jedoch aus irgendeinem Grund nicht über den familiären Leserkreis hinaus geschafft. Trotz kleiner Zweifel stellte ich mich am Ende doch der literarischen Herausforderung, und mitsamt der Aufgabe zwei Probe-Kapitel sowie ein Inhaltsverzeichnis zu verfassen, fuhr ich in den Familien-Sommer-Urlaub.

Basilico stupst mich mit der Schnauze an und reisst mich aus den Gedanken, die mich vom Streicheln abgelenkt hatten. Während ich ihm in seine treuherzigen Augen schaue, kommt mir eine Idee. Tierisch römisch! kritzele ich auf den Block vor mir. Und dahinter: Wie Hund und Katze in Rom leben.

Wenn Sie also nach dem Erscheinen des "Fettnäpfchenführers Rom" im April im Inhaltsverzeichnis blättern, dann wissen Sie nun wer mich wo zu dem Kapitel über das tierische Leben in Rom inspiriert hat. Und im Übrigen: Wenn Sie auch einmal diesen wahnsinnigen Blick auf die Adria bei Sonnenaufgang werfen möchten, dann darf ich Ihnen als Unterkunft das Agriturismo "Le Macine" empfehlen. Unbestrittenes Highlight der Bauernhof-Hotel-Anlage ist das Essen. Bei guten Wetter wird auf einer kleinen Piazza an Holztischen unter einem großen Feigenbaum gegessen. Nur Regionales und Hausgemachtes kommt auf den Tisch! Und das in wirklich hervorragender Qualität! 

Nächsten Sonntag lernen Sie im Making-Of "Fettnäpfchenführer Rom" Teil 2, dass Scotch der italienische Begriff für Klebeband ist und welch entscheidene Rolle es bei der Autoreparatur spielt.

 

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Ausflug zum Park der Aquädukte 

Um meinen Nachwuchs am Wochenende zu einem Ausflug ins Grüne zu animieren, muss ich mit (seinem!) steigendem Alter immer stärkere Geschütze auffahren. Steht jedoch wie heute eine Fahrt in den Park der Aquädukte an, brauch es weder ein in Aussicht gestelltes Eis noch ein angedrohtes lebenslanges Fernsehverbot um ein rasches und leises Verlassen des Kinderzimmers zu garantieren. Der Park im Südosten Roms punktet nicht nur mit den teils verblüffend gut erhaltenen Überresten von sieben alten römischen Wasserleitungen oder einem weiten Blick in die Berge, sondern auch mit einem ländlichen Charme, dem sich weder Jung noch Alt samt Vierbeiner entziehen können. Sonntags herrscht hier reger Betrieb.Heute zum Beispiel belagerten diverse Pfadfindergruppen die Wiesen, deren kurzen Hosen mir trotz angenehmer Januartemperaturen Respekt abverlangten. Der Pony-Vermieter hatte Hochkonjunktur und die Väter am Zügel große Mühe die Tiere vom Grasfressen am Wegesrand abzuhalten. Neben einzelnen Spaziergänger waren angenehm wenig Jogger und Fahrradfahrer unterwegs. Hauptsächlich Familien mit Kind und Hund liefen auf den schmalen Pfaden und breiten Wegen. Meine Lieblingsstrecke verläuft entlang der Aqua Claudia, einem Äquadukt von dem noch über 100 Bögen erhalten sind. Begonnen wurde der Bau der Wasserleitung, die einmal 70 Kilometer lang war, unter Kaiser Caligula 38 n.Chr. Heute unfassbare und beinahe 2000 Jahre später sitzen unter den imposanten Bögen Paare und blicken in die Ferne. Wer selber einmal modernes römisches Freizeitverhalten und antike römische Baukunst im Grünen erleben will setzt sich am Besten in die Metro A bis zur Haltestelle Giulio Agricola und geht von dort zu Fuß zum Parkeingang in der Via Lemonia. Wenn man schon einmal in der Nähe ist bietet sich ein Besuch des italienischen Hollywoods, der "Cinecittà" an. In den einst legendären Filmstudios in denen unvergessene Klassiker wie "Cleopatra" oder "Ben Hur" gedreht worden sind, werden auch sonntags Führungen über das Gelände angeboten. 

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Cappuccino "carino" im bezaubernden Etabli  

Eigentlich habe ich es nicht so mit dem Wort "carino", das im römischen Sprachgebrauch gerade vom weiblichen Geschlecht in hoher Tonlage reichlich überstrapaziert wird und in der Übersetzung soviel bedeutet wie niedlich, süß, reizend, herzallerliebst. Ausgerechnet dieses Wort kam heute mir bei einer Cappuccino-Pause im "Etabli" in den Sinn. Und zwar aus voller Seele und tiefsten Herzen. Das Café - Bar - Restaurant nur ein paar Meter von der Piazza Navona entfernt ist tatsächlich herzerwärmend. Die Einrichtung in der "Etabli Bakery" erinnert an gute alte Zeiten. Möbel aus Holz, ein bißchen schäbiger Schick, alles in gedeckten Farben und trotzdem alles andere als fad. Im direkt angeschlossen Restaurant und Barbereich prasselt ein Feuer im Kamin und Kronleuchter baumeln über Holztischen mit verschieden farbigen Holzstühlen. Unendlich (nicht wirklich, jedoch weit über 10) verschiedene Muffinsorten stapeln sich in den Glasvitrinen. Sogar zwei vegane!! Sorten werden angeboten. Hörnchen, Brötchen und Brot warten hinter der Theke auf ihre Abnehmer.  Koffeinhaltige Getränke gibt es in allen erdenklichen Varianten, darunter auch eine vegane oder lactosefreie Cappuccino-Variante. Mit Blick auf das prasselnde Feuer in netter Begleitung und bei einem Vanille-Muffin fiel es mir trotzt blauen Himmel vor der Tür wirklich schwer das "Etabli" wieder zu verlassen. Mein nächster Besuch wird nicht lange auf sich warten lassen. Dann allerdings auf einen Aperitivo direkt am prasselnden Kamin. Ich werde davon berichten! Etabli, Vicolo delle Vacche, nur ein Katzensprung von der Piazza Navona, jedoch Welten entfernt von üblicher Touristengastronomie!!

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Kanonendonner und Sonnenschein 

Bei strahlendem Sonnenschein und eiskaltem Wind habe ich mich heute ganz nah an eine römische Institution und Tradition begeben. Wie jeden Tag wurde auch heute pünktlich um 12 Uhr vom Gianicolo aus, dem Hügel der sich über dem Stadtteil Trastevere erhebt, ein Kanonenschuss abgefeuert. Der ertönt seit Ende des 19. Jahrhunderts über der Stadt, als verbindliche 12 Uhr-Angabe für die vielen Kirchen der Stadt. Seit 1904 steht die Kanone nun unterhalb der Aussichtsterrasse an der Piazza Garibaldi und zieht  viele Schau- und Hörlustige an. Bei den heutigen klaren Sichtverhältnissen hat man zudem von hier oben einen spektakulären Rundumblick auf Rom, der einen bei einem kleinen Spaziergang über den Gianicolo ständig begleitet. Aber nicht nur der Ausblick wartet als Belohnung für den Aufstieg auf den Gianicolo. Einige interessante Bauwerke gibt es hier zu sehen. Wie zum Beispiel den schneeweißen Leuchtturm (Faro del Gianicolo) aus dem Jahr 1911 , ein Geschenk von italienischen Migranten aus Argentinien an die Hauptstadt ihrer ehemaligen Heimat. Oder dem prachtvollen Brunnen "Aqua Paola" oder dem Tempelchen von Bramante, dem die spanische Akademie eine kleine aber interessante und kostenlose Ausstellung gewidmet hat. Mit der Buslinie 115 und 870 (Abfahrt Haltestelle am Tiber vor dem Krankenhaus Santo Spirito)gelangt man bequem auf den Gianicolo. 

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Benvenuto 2016! Arriverderci römische Fettnäpfchen!

Herzlich Willkommen 2016!

Auf Nimmerwiedersehen römische Fettnäpfchen! 

Bevor ich einen kleinen Ausblick auf die wichtigsten römischen Events im Neuen Jahr geben werde, möchte ich an dieser Stelle auf ein persönliches Highlight hinweisen und erklären warum ich ausgerechnet am Anfang des Jahres über Fettnäpfchen schreibe. 

Immerhin sind diese im interkulturellen Austausch lauernden Näpfchen in Rom bereits leer und ausgetreten von Millionen von Besuchern aus aller Welt, die schon alles falsch gemacht haben, was man aus römischen Augen als Tourist so falsch machen kann. Solange man nicht plant seine Initialen in die altehrwürdigen Mauern des Kolosseums zu meisseln oder mit dem Gedanken spielt im Trevibrunnen ein Bad zu nehmen, muss man keine Sorge haben auf seiner Romreise negativ aus der Masse heraus zu stechen. Im Grunde gibt es nur einen einzigen großen Fehler, den man bei seinem Besuch der Ewigen Stadt machen kann: Entlang der ausgetretenen Touristenpfade durch Rom zu hetzen, um ein bestimmtes Soll an Sehenswürdigkeiten abzuarbeiten! Wie man diesen Riesen-Fettnapf umgeht, die Ewige Stadt mit allen Sinnen erobert und das Rom der Römer außerhalb der Enge der Hotelstadtpläne kennenlernt, darüber habe ich in den letzten Wochen in vielen kleinen Episoden geschrieben und geschrieben und geschrieben.

 

 

 

Das Ergebnis erscheint im April im  Conbook-Verlag als ein praktischer Kulturführer für das wahre Dolce Vita in der Hauptstadt Italiens, als Reiseknigge für die ewig Schöne auf sieben Hügeln, als 

Fettnäpfchenführer-Stadt-Edition ROM. Wie ich zu dieser Autoren-Ehre kam, wieviel Kilo Eis nötig sind um eine Schreibblockade zu beheben und woher ich weiss, dass es in Rom mehr Schlaglöcher als Parkplätze gibt, darüber werde ich regelmäßig bis zum Erscheinungstermin im April im Blog berichten. (Wer bis dahin nicht warten kann, hat im Übrigen bereits die Möglichkeit das Buch vorzubestellen.) Nun aber zu den weiteren wichtigen Ereignissen im römischen Eventkalender bis April.

 

Januar

Saldi: Im italienischen Winter-Schlussverkauf purzeln die Preise. Idealer Zeitpunkt für einen spontanen Freundinnen-Trip nach Rom

 

Februar

Ab ins Museum: Am Sonntag, den 7. Februar ist der Eintritt in die meisten Museen kostenfrei. Wie wäre es mit dem Besuch des Palazzo Altemps . In dem renovierten Stadtpalast aus dem 15. Jahrhundert in der Nähe der Piazza Navona gibt es nicht nur antike Kunstwerke zu bewundern, sondern auch Fresken, eine Kapelle, ein Theater und einen sehr sehr sehenswerten Innenhof!! 

Römischer Karneval:Verkleidete Kinder laufen durch die Straßen und werfen mit Konfetti um sich. Zentrum der Veranstaltungen ist die Piazza del Popolo.

 

März

Ab ins Museum: Am Sonntag, den 6. März ist der Eintritt in die meisten Museen kostenfrei. Wer ins Kolosseum oder die Engelsburg möchte, sollte sich auf lange Warteschlangen einrichten. 

Festa della Donna: Am internationalen Weltfrauentag bekommen die Damen gelbe Mimosen geschenkt und genießen kostenlosen Eintritt in viele Museen

Rom Marathon: 42 Kilometer Lauf durch eine umwerfend historische Kulisse mit Hunderttausenden von Zuschauern

Ostern: Zu den Osterfeierlichkeiten rund um den Petersplatz werden im Heiligen Jahr besonders viele Pilger erwartet.

 

 

April

Ab ins Museum: Am Sonntag, den 3. April ist der Eintritt in die meisten Museen kostenfrei. In dem ehemaligen Kraftwerk Centrale Montemartini im Stadtteil Ostiense treffen 400 schneeweiße römische Skulpturen auf Industriecharme des beginnenden 20. Jahrhunderts und pechschwarze Dieselmotoren. Eine wirklich sehenswerte Kombination in einer interessanten Gegend von Rom. 

Happy Birthday: Am 21. April feiert Rom rund um den Circus Maximus seinen Geburtstag. Die Parade in historischen Kostümen ist die größte ihrer Art!

Festa della Liberazione: 25. April, Feierlichkeiten und Kranzniederlegung an der Piazza Venezia zur Befreiung Italiens im Zweiten Weltkrieg. 

 

 

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Buon Natale a Roma! Frohe Weihnachten in Rom!

Herzlichen Dank für die Aufnahme an Petra Riehl!
Herzlichen Dank für die Aufnahme an Petra Riehl!

Zugegeben, tagsüber bei strahlendem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen (nach nordeuropäischen Kälteempfinden zumindest) mag in Rom keine heimelige Weihnachtsstimmung aufkommen. Erst nach Sonnenuntergang wenn die weihnachtlichen Lichtdekorationen in der ganzen Stadt zu funkeln beginnt, wird es mir ein wenig warm ums Herz. 

Allen die einen Trip zwischen den Jahren nach Rom geplant haben, sollten sich nicht wundern wenn es in der Ewigen Stadt auch nach dem 26. Dezember noch sehr weihnachtet. Bis zum 6. Januar bleibt die Stadt festlich dekoriert und auch die Möglichkeit bestehen, den Petersplatz mit der geschmückten Weihnachtstanne und der großen Krippe zu besuchen. In nachweihnachtliche Stimmung kommt man auch in der Krippenausstellung "100 presepi" auf der Piazza del Popolo. Weihnachtskrippen aus allen Herren Länder sind hier zu besichtigen. Erst zum Dreikönigsfest wird der Weihnachtsmarkt an der Ponte Milvio schließen. Also noch genug Zeit um zwischen den kleinen Ständen direkt an der wundervollen Brücke zu bummeln. Sportlich geht es hingegen im Stadtteil EUR zu. Bis zum 10. Januar kann man hier auf der Piazza John Fitzgerald Kennedy 1 im Ice Park EUR unter dem römischen Sternenhimmel Schlittschuhlaufen. 

An dieser Stelle verabschiede ich mich bis ins Neue Jahr und wünschen allen Frohe Weihnachten und einen Guten Rutsch!

Römische Vorweihnachts-Impressionen

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By the way: Eine Fassade zum Gruseln!

Nur einen Katzensprung von der Spanischen Treppe entfernt befindet sich eine Hausfassade, die einem das Fürchten lehrt. Wenn man denn nicht wie die Meisten einfach an der Via Gregoriana 28 vorbeiläuft und diese kleine aber feine Kuriosität verpasst. Im 16. Jahrhundert hatte der Künstler Federico Zuccari den Palazzo als Kunstakademie bauen lassen, in dem heute die Bibliotheca Hertziana mit dem Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte ihren Sitz hat. Seinen Spitznamen "Haus der Monster" verdankt der Palazzo Zuccari seiner gruseligen Fassadengestaltung. Die Eingangstüre dient als aufgerissener Mund einer Monsterfratze mit verdrehten Augen und Hörnern auf dem Kopf. Kleinere Ungeheuer umranden die Fenster links und rechts der Türe. Wer sich von dem Schreck erholen möchten, empfehle ich einen kleinen Spaziergang mit sensationellem Blick auf die Dachterrassen der Altstadt über die Viale Trinità dei Monti bis zum Pincio, dem Aussichtspunkt über der Piazza del Popolo. Im Hintergrund der Aussichtsterrasse warten Bänke im Schatten auf müde Besucher. 

 

 

Kuscheliges Koffein-Vergnügen 

Bei wolkenlosen Himmel und strahlendem Sonnenschein klettern die Temperaturen momentan noch tagsüber auf 17 Grad in Rom. Morgens und wenn die Sonne des nicht durch die Wolken schafft ist es zumindest für Römerinnen und Römer relativ fröstelig. Während ich mir letzte Woche beim morgendlichen Warten auf den Bus Handschuhe und eine Wollmütze gewünscht habe, kam eine Gruppe amerikanischer Studenten an mir vorbei, von denen zwei Herren kurze!! Hose trugen und der Rest nur leichte Sommerjäckchen. Wem es eher so wie mir ergeht und sich nach ein wenig kuscheliger Wärme sehnt, dem empfehle ich einen Caffè-Cappuccino-süße-Leckereien-Stopp im L`Emporio alla Pace. Das kleine Café liegt in direkter Nähe zur Piazza Navona in der Via della Pace 28. Auf roten Plüschsesseln in einer atmosphärischen Mischung aus französischem Bohème-Café und Omas altem Wohnzimmer lässt es sich bei einem koffeinhaltigen Getränk und einer kleinen Süßigkeit (Cornetto gefüllt mit weisser Schokolade ist hervorragend!!) ein wenig verweilen. 

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Sicher ins Heilige Jahr!

An dem Mittwoch nach den Terroranschlägen von Paris nahmen so wenig Menschen wie noch nie zuvor an einer Generalaudienz von Papst Franziskus auf dem Petersplatz teil. Tagelang wurde die U-Bahn stundenweise, aufgrund von falschem Bombenalarm, immer wieder lahm gelegt. Die erste Panik scheint sich mittlerweile in der Ewigen Stadt gelegt zu haben, die Sorge das nächste mögliche Ziel eines Terroranschlags zu werden ist jedoch allgegenwärtig in den Gesprächen auf der Straße, in den Medien und im Straßenbild. Das massiv erhöhte Aufgebot an bewaffneten Militärposten und Polizeibeamten in der ganzen Stadt ist unübersehbar. Und die Sicherheitsmaßnahmen werden noch verstärkt werden, denn am 8. Dezember gegen 9.30 Uhr wird mit der Öffnung der Goldenen Pforte im Petersdom das Heilige Jahr der Barmherzigkeit eingeläutet. Neben vielen Pilgern, werden an diesem Dienstag 2200 Soldaten, 1000 Polizisten und noch einmal so viel römische Ordnungspolizei in der Stadt unterwegs sein. In einigen Stadtzonen besteht Park- und Fahrverbot. Ein 16-stündiges Flugverbot wurde über Rom verhängt. Alle Fahrzeuge, die explosive Substanzen transportieren wie z.B. Tankwagen, dürfen für mehrere Tage nicht auf römischen Straßen fahren. Beim heutigen Angelus Gebet auf dem Petersplatz waren die Sicherheitsmaßnahmen bereits verstärkt. Konnte man bisher einfach auf den Platz gehen, wurden die Pilger dieses mal schon vorab an Straßensperren kanalisiert und einzeln mit Körperscannern kontrolliert. Eine Prozedur, die alle der zahlreichen Besucher mit Geduld über sich ergehen ließen. Zahlreich waren auch die Zimmerstornierungen die nach den Attentaten in Paris bei den römischen Hotels eingingen. Bisher sollen die Reservierungszahlen noch nicht wieder angezogen haben. Während vor ein paar Monaten noch mit 30 Millionen Pilgern für das Heilige Jahr gerechnet wurde, kursiert nun plötzlich die Zahl 11 Millionen durch die Medien und sorgt für Sorgenfalten bei den Römern die vom Tourismus leben. Dass das Heilige Jahr von den Besucher- und Umsatzzahlen her ein Flop werden könnte, davon ist bisher niemand ausgegangen. 


Die Eröffnung des Heiligen Jahres ist nicht das erste Kirchenevent, das unter massiven Sicherheitsvorkehrungen stattgefunden hat. Nur endet das Heilige Jahr nun eben nicht wie das Osterfest nach ein paar Tagen, sondern dauert 12 lange Monate an. Wie Rom, seine Bewohner und auch seine Besucher den einjährigen Ausnahmezustand erleben werden, wird sich zeigen. Ich zumindest werde am 8. Dezember den Hochsicherheitsbereich und die Menschenmassen in der römischen Innenstadt meiden und lieber ans Meer fahren. Aber schon am Mittwoch wird mich nichts und niemand mehr daran hindern, wieder ins Zentrum zu fahren und angstfrei durch meine Stadt zu laufen!

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Wasser Marsch: Endlich rauscht es wieder im Trevibrunnen!

Endlich hat es ein Ende mit den kollektiven und enttäuschten Lauten des Bedauerns wenn Reisegruppen aus aller Welt den trockengelegten Trevibrunnen zu Gesicht bekamen. Oder besser gesagt das was von ihm hinter all den Gerüsten und Plexiglasabsperrungen zu erkennen war. Endlich ist wieder das vertrauten Rauschen in den Gassen um eine der beliebtesten römischen Sehenswürdigkeiten zu hören. Endlich kann man nicht mehr nur virtuell Geld in den Brunnen werfen, sondern darf es wieder live tun und auf eine baldige Wiederkehr in die Ewige Stadt hoffen. Endlich...!!

Kultur-Schnäppchen in Rom

Jeden ersten Sonntag im Monat öffnet ein Großteil der römische Museen ihre Pforten ohne Eintritt zu verlangen. Solch ein kulturelles Schnäppchen auf höchsten Niveau möchten sich weder Italiener noch Touristen entgehen lassen. Gerade vor dem Kolosseum und der Engelsburg bilden sich lange Schlangen. Mich hat es heute in die Moderne verschlagen: ins GNAM, der National Galerie für moderne und zeitgenössische Kunst. In den ca. 50 Sälen werden Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen aus dem 19. und 20. Jahrhundert ausgestellt. Meist aus den kreativen Händen italienischer Künstler. International bekannte Künstler wie Klimt, von Gogh, Monet und Pollock sind jedoch auch vertreten. Ich mag die Zusammenstellung der Sammlung sehr. Die Fülle an Stilrichtungen und Objekten macht das GNAM auch für schlichte Liebhaber von Kunst, die keine Kenner sind, wie mich abwechslungs- und spannend.

Als ich heute die Treppen zu dem beeindrucken Palazzo hochstieg, saß dort bereits eine kleine Menschenmassen, die auf die Öffnung des Museums um 14 Uhr. Da an Eintrittsfreien Sonntagen der Ansturm umkalkulierbar groß sein kann, werden immer nur maximal 300 Besucher zu bestimmten Uhrzeiten eingelassen. Als die Türen sich endlich 10 Minuten zu spät öffneten, schaute eine Dame heraus und bat die mittlerweile große zusammengezwängte und drängelnde Menschenmasse  jeweils zu zweit nebeneinander eine Schlange zu bilden, wie in der Schule. Das Gelächter in der unentwirrbaren Gruppe war groß und der Wunsch unter den ersten 300 zu sein noch größer. Es wurde gedrängelt und geschubst, bis man irgendwie in den Vorraum des Museum gelangte, wo es erst eine kostenfreie Eintrittskarte gab und anschließend durch eine Sicherheitskontrolle ging. Alle Sorge der Anstehenden war umsonst gewesen. Irgendwie kamen alle rein und niemand wurde abgewiesen. Das nächste Mal komme ich eine halbe Stunde später und erspare mir das unwürdige Vorgedrängel. 

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Für Freunde der Straßenkunst und des Films!

Diavù alias David Vecchiato ist ein alter Hase der römischen Street-Art-Szene, der mit einem neuen Projekt für Aufsehen sorgt. Unter dem Titel POPSTAIRS hat er drei Treppen in Rom mit den Konterfeis von Schauspielerinnen verschönert. Ich muss zugeben,dass der Name Elena Ricci keinerlei Erinnerungen an großartige Kinomomente in mir wachruft. Sie ist eine doch eher in Italien bekannte Schauspielerin. Ihr Treppengemälde liegt am nächsten zum Stadtzentrum, in der Via Ugo Bassi Kreuzung Viale Trastevere (ab Piazza Venezia mit der Tram 8 bis Haltestelle Ippolito Nievo). Auch wenn einem Signora Ricci nicht bekannt sein sollte ist ein Abstecher zu "ihrer Treppe" lohnenswert. Diavù hat das Bild in Schwarzweiß umgesetzt und nur die Treppenfronten bemalt. Geht man auf der Treppe bemerkt man das Gemälde nicht, erst etwas aus der Ferne nimmt es Form an. Ingrid Bergmann ist in der Via Fiamignano und Michèle Mercier, eine französiche Schauspielerin, die in 60er Jahren ihre filmische Glanzzeit hatte, gibt es am Corso Francia zu sehen. 

 

 

 

Neues aus Rom!

"Geschlossen wegen Ferien". Diese Nachricht ist handschriftlich an vielen der Geschäfte in meinem Viertel hinterlassen worden. Der Verkehr ist überschaubar, die Ruhe wird nur von Zikaden gestört und überall gibt es freie Parkplätze. Es wird noch bis Mitte September dauern bis Rom vollends aus dem sommerlichen Dornröschenschlaf erwacht. Medial geht es jedoch jetzt schon wieder heiß her. Zum einen beschäftigt die italienische Presse sich eingehend mit dem spektakulären Begräbnis einer bekannten römischen Mafiagröße. In einer goldenen Kutsche gezogen von 6 schwarzen Pferden zu den Klängen der Filmmusik "Der Pate" wurde der Verstorbene mitten in Rom in einer filmreifen Zeremonie zu Grabe getragen. Die Krone der Provokation setzte dem Ganzen ein nicht genehmigter Flug eines Hubschrauber auf, aus dem es rote Rosenblätter regnete. Wer trägt die Schuld daran, dass sich ein Mafia-Clan so ungeniert in aller Öffentlichkeit inszenieren konnte? Seit der Aufdeckung im Jahr 2014  der "Mafia Capitale" weiss man um die ungeheuren Verstrickungen zwischen Politikern, Unternehmern und Mafia in Rom. Reichlich Schmiergelder sind geflossen für die Vergabe von kommunalen Aufträgen in den Bereichen Müllentsorgung, Betreibung von Flüchtlingsheimen etc. Jahrelang. Allerdings heimlich. Die öffentliche Machtdemonstration bei der Beerdigung war eher neu. Und dann ist da natürlich noch das Thema "Heiliges Jahr". 

 

Es beginnt am 8. Dezember 2015 mit der Öffnung der goldenen Pforte im Petersdom. Erwartet werden Millionen zusätzlicher Besucher. Die Sorge, dass die sowieso ächzende römische Infrastruktur unter dem Ansturm der Pilger (30 Millionen werden erwartet!!) vollends zusammen brechen wird, scheint bei leeren Stadtkassen nicht ganz unberechtigt. Ab September werden auf den letzten Drücker noch Kopfsteinpflaster asphaltiert und Löcher in der Straße notdürftig gestopft, so dass der nächste Regenschutt alles wieder frei spült. Am Ende wird es irgendwie klappen. Glauben einige. Weil immer am Ende irgendwie alles klappt. Zudem hat Ministerpräsident Renzi dem glücklosen römischen Bürgermeister einen Sonderkommissar zur "Seite gestellt". Manche sprechen von "Entmachtung" andere von "Unterstützung". Viele andere halten es für einen geschmeidigen Ausweg um die Zwangsverwaltung Roms aufgrund von Verstrickungen in mafiöse Strukturen zu umgehen. Ganz abgesehen davon, dass die Stadt de facto zahlungsunfähig ist und nur noch durch staatliche Hilfsprogramme ernährt wird. Der italienische Ministerpräsident und der römische Bürgermeister besitzen im Übrigen das gleiche Parteibuch. Es wird auf jeden Fall spannend und voll im nächsten Jahr in Rom. Wer ein wenig für sich und unter Römern sein möchte sollte raus aus dem Zentrum und rein in die Außenbezirke. Besonders Liebhaber der Street-Art kommen in der römischen Peripherie immer mehr auf Ihre Kosten. Zur Orientierung und Anregung kann ich die App "Street-Art Roma" empfehlen. Der Standort der Kunstwerke unter freiem Himmel und Informationen zum Künstler sind hier einsehbar. Die unten zu sehenden Wandgemälde des Projektes "BigCityLife" sind im Viertel Tor Marancia zu bewundern. 

Out of Rome!

Wie viele Römer verlasse auch ich im Sommer so oft wie möglich die Stadt und ihre ewige Hitze. Dieses Jahr führte es mich an die Küste der Abruzzen, dann weiter gen Süden ins grüne Val d'Itria und zum krönenden Abschluss gab es noch einen Abstecher nach Pozzuoli. Reisetipps gibt es bald unter der Rubrik Out of Rome! 
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Pesce Crudo - Italienisch essen für Fortgeschrittene 

In Deutschland beschränkte sich mein kulinarischer Erfahrungsschatz in Punkto Meerestiere auf Fischstäbchen, Lachs, Heringssalat und Hummer an Silvester. Mittlerweile esse ich in Italien so ziemlich alles was schwimmen kann, solange es gegrillt, gedünstet oder in einer leckeren Sauce gekocht wurde. Roh kam mir bisher nur Lachs, Thunfisch und Schwertfisch über die Zunge. Nun ist mein Gaumen und mein Magen auf eine Probe gestellt worden, die ich nur halb bestanden habe. Ich wurde zum Pesce Crudo Essen animiert. Pesce Crudo ist der Sammelbegriff für alles Mögliche aus dem Meer. Ausschlaggebend ist, dass das es roh ist. Soviel in der Theorie. In der Praxis blieb mir kurz der Atem stehen, als ich den Tellern mit diversen rohen Muscheln, Seeigeln, und Tieren verschiedener Größe alle mit Fühlern und Augen, die ich unter dem Obergriff Scampi zusammenfassen würde, vor mir stehen sah. Letzteres war auch das Einzige was ich zu mir genommen habe. Ohne Auge und Fühler natürlich!  Als die Muschel, die meine Sitznachbarin mit Zitrone beträufelte, munter zu zucken begann, habe ich mich spontan entschieden, ein Weichei zu sein. Für solche wie mich gab es im Anschluss noch eine ausgesprochen leckere verarbeitete Variante von Meeresgetier, die ich wirklich jedem Gaumen und Magen ans Herz legen kann. Wer einmal richtig gut Fisch essen gehen möchte, begibt sich in die 

Pescheria dal Sor Duilio in der Via Agri 9 in Trieste.

Mittwochs und samstags gibt es auch frittierten Fisch!

Erfrischend römisch: Grattachecca 

Bisher läuft der römische Sommer noch nicht auf Hochtouren. Tagsüber erreicht das Thermometer vielleicht mal unangenehme schwüle 30 Grad. Zum Abend hin kühlt es immer wieder ab und ich - als mittlerweile römische Frostbeule - muss zu einer Jacke greifen. Trotzdem lasse ich mich nicht von einem der schönsten römischen Sommervergnügen abbringen. Ein nächtlicher Besuch bei "Sora Maria". Hier gibt es die beste Grattachecca der Stadt! Noch nie etwas von dieser eiskalten Köstlichkeit gehört? Der Name leitet sich von "grattare la checca" ab . Was nicht wirklich appetitlich klingt, aber nichts anderes bedeutet, als einen Eisblock zu schaben. Das geschabte Eis wird mit Sirup geschmacklich zum Leben erweckt. Die Auswahl ist hier schier grenzenlos: Von Minze über Amarena bis hin zu Mandelsahne. On top kommen noch Kokus- und Zitronenstücken oder Waldbeeren. Für jede Geschmacksknospe ist hier die richtige Kombination dabei. 

Da Italiener und Römer im Besonderen in kulinarischer Hinsicht recht wählerisch sind, ist allein der Bestellprozess ein Schauspiel. Zeit sollte man mitbringen, wenn man sich in der langen nächtlichen Schlange vor dem Kiosk von Sora Maria anstellt. Für latent neugierige Menschen wie mich vergeht die Wartezeit jedoch wie im Flug. Es gibt im Wechsel römische Nachtschwärmer und die flinke Besatzung des Grattechecca-Kiosk zu bestaunen. Meine persönliche Grattechecca-Empfehlung? "Dissetante"!! Der Durstlöscher. Zitronen- und Orangensirup mit Kokusstückchen. Auf die Zitronenstücke verzichte ich. Was die Kiosbesatzung mittlerweile schon weiss. "Si, si senza limone", murmelt eine der älteren Damen schon bei meinem Anblick. Ich interpretiere dies mal nicht als Hinweis, dass ich zuoft dort bin. Denn jetzt kommt erst das eigentliche Highlight. Man steht mit vielen unbekannten Menschen gedrängt auf dem Bürgersteig in einer nicht wirklich pittoresken Kulisse und löffelt und schlürft seine herrlich kühle, süße, saure, weiche, knackige Grattachecca. Wenn Sie das auch mal machen möchten, dann finden Sie den Kiosk von Sora Maria in der Via Padre Vitale 82 im Stadtteil Prati nicht wirklich weit vom Vatikan entfernt. 

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Rom pur: Sportlich über der Ferrovia!

Nach langer Suche habe ich nun endlich meinen idealen römischen Sportplatz gefunden. Durch mein Stadtviertel fährt die Ferrovia, die Eisenbahn. In einem Tunnel versteckt. Auf diesen Tunnel hat man ein wahrhaftiges Naherholungsgebiet platziert. Mitten zwischen mehrstöckigen und eng stehenden Wohnhäusern verläuft ein breiter Weg, der sogar um einen rot gekennzeichneten Radweg ergänzt wurde. Rechts und links wird das Ganze von tatsächlich geflegten Blumenkübeln geziert. An einer der Bahnstationen wurde eine kleine Piazza mit Bänken und einem Brunnen kreiert. Es ist unwirklich ruhig und dank der reichlichen Balkonbepflanzungen der umstehenden Häuser ausgesprochen grün. Die eigentliche Attraktion dieser Straße über dem Tunnel sind aber die Römer selbst. Sie haben dieses Flecken für ihre tägliche Dosis Sport erobert. In jedem erdenklichen Tempo. Auf jedem erdenklichen Fortbewegungsmittel außer Autos und Motorini. Wenn ich mich wie heute bereits um 7.00 Uhr auf den Weg mache, habe ich die Strecke fast für mich alleine. Aber am Abend tobt hier das römische Leben. Grüppchen von älteren Ehepaaren bewegen sich im Schlendertempo aber im vollen Sportdress samt der offenbar obligatorischen Umhängetaschen fort. Durchtrainierte Profis bereiten sich auf den nächsten Rom Marathon vor. Kinder lernen Fahrradfahren. Erwachsene, die es nie gelernt haben, tun es trotzdem. Hunde aller erdenklichen Rassen führen Ihre Besitzer aus. Auf den Bänken haben diejenigen Platz genommen, die anderen gerne beim Sport zugucken. Aus den geöffneten Fenster der Nachbarhäuser dringen lautstarke Unterhaltungen herunter. Heute Morgen zum Beispiel wurde eine Elisa mehrfach aufgefordert: "Scendi!" "Komm herunter!" "Wo herunter?", habe ich noch gedacht, als die aufgebrachte Männerstimme schon weiter polterte: "Elisa man steht nicht mit Schuhen auf dem Küchentisch." Solche Lebensweisheiten und Einblicke bekommt man frei Haus auf diesem Weg mitten durch den römischen Alltag geliefert. Es wird gejoggt, gewalkt, getratscht und vor allem "Bella Figura" gemacht. Denn auch der Sport über dem Tunnel funktioniert nach dem System: Sehen und gesehen werden. Und zwar offensiv. Hier gibt es keine heimlichen, verstohlenen Blicke, die man einem durchtrainierten Körper (oder wahlweise Körperteilen) hinterherwirft. Hier wird schon von Weitem taxiert und in der Nähe im Detail gecheckt. An diese Schaulust muss man sich als zugezogener Nichtitaliener erst einmal gewöhnen. Zu meiner guten Kinderstube gehörte noch der Hinweis, man solle seine Mitmenschen nicht mit Anstarren belästigen. Hier in Rom ist Selbiges eher ein ritualisiertes Gesellschaftsspiel, bei dem wirklich jeder mitmacht. 

Wenn auch Sie einmal einen Blick mitten ins pure römische Leben werfen wollen, dann fahren Sie z. B. ab der Piazza Cavour mit der Buslinie 990 bis zur Haltestelle De Carolis - Damiano Chiesa. Sie fahren übrigens ins den Stadtteil Balduina. Von dort gehen Sie an der großen Kreuzung in die Via Diamo Chiesa. Auf der linken Straßenseite führen Treppen nach unten auf die Straße über dem Tunnel. Schlendern, schauen und staunen Sie bis zur Stazione Appiano. Hier können Sie mit der Buslinie 990 (Richtung Piazza Cavour) wieder in die Innenstadt fahren. Ideale Uhrzeit für diesen Ausflug ist unter der Woche vor dem Abendessen um 19.00 oder 19.30 Uhr. Momentan sind die Temperaturen noch erträglich. Oder am Wochenende an einem Sonntag ab 9.30 Uhr. Viel Spaß!

Save the date:  29. Juni , 21.30 Uhr, Engelsburg!

Am 29. Juni wird ganz Rom in den Kirchen und auf den Straßen sein. Es jährt sich die "Festa dei Santi Pietro e Paolo". Die Apostel Peter und Paul sind die Stadtpatrone Roms. Seit Mitte des 4. Jahrhunderts wird am 29. Juni  ihrem Märtyrertod gedacht:  Petrus 64 n. Chr. kopfüber gekreuzigt, Paulus 67 n. Chr. enthauptet. Wie der 29. Juni, der nicht der gemeinsame Todestag der beiden Heiligen ist, als Datum dabei ins Spiel gekommen ist, darüber gibt es unterschiedliche Thesen. Eine davon lautet , dass sich aus einem Feiertag der antiken Römer (29. Juni Fest des Quirinus) das christliche Fest entwickelt hat.

Ein im wahrsten Sinne des Wortes besonderes Highlight verpasste den Festlichkeiten Papst Sixtus IV. Er führte ein, dass an hohen kirchlichen Feiertagen über dem Castel Sant`Angelo ein Feuerwerk in die Nachthimmel steigen sollte. Niemand anderer als Michelangelo selbst war für die Konzeption verantwortlich. Unter der Bezeichnung "Il Girandolo di Castel Sant`Angelo" erlangten die Spektakel am Tiber einen unwiderstehlichen Ruf,dem in den folgenden Jahrhunderten eine Vielzahl von staunenden Besuchern aus ganz Europa nach Rom folgten. In der barocken Blütezeit des Feuerwerks übernahm die Organisation der Tausendsasser des römischen Barocks Gian Lorenzo Bernini. Mit dem Ende des Kirchenstaates 1870 wurde auch ein Schlussstrich unter das Feuerwerk gezogen. Erst 2008 wurde diese Tradition von der Stadt Rom wiederbelebt. Seitdem sprüht und funkelt es jährlich am 29. Juni über der Engelsburg. Soviel zu den weltlichen Veranstaltungen.

Hinzu kommen die Feierlichkeiten des Vatikans. So findet um 9.30 Uhr eine Heilige Messe im Petersdom statt, in der bisher der Papst das "Pallium" an die neuen Metropolitan-Erzbischöfe überreicht hat.  Das "Pallium" ist ein Schal, der aus der Wolle zweier männlicher Lämmer hergestellt wird, die von Mönchen der "Abtei delle Tre Fontane" aufgezogen wurden. Zu den "Pallien" wird die Wolle anschließend von Benediktinernonnen aus Trastevere gewoben. Papst Franziskus möchte diese nun ohne Zweifel aufwendigen "Pallien" entgegen der Tradition nicht mehr während der Messe überreichen, sondern in einem privateren Rahmen. Die Bronzestatue des Heiligen Petrus wird hingegen wie üblich in päpstliche Gewänder gehüllt werden. Am Abend soll dann einer Prozession die Reliquie des Heiligen Paulus, eine Eisenkette bestehend aus 14 Ringen aus der Basilika "San Paolo Fuori le Mure" ins Freie getragen werden. 

Mehr Informationen zu den Feierlichkeiten folgen noch zeitnah. 

Im Juni in Rom: Machen Sie die Nacht zum Tag!

Der römische Sommer steht vor der Tür. Die Temperaturen klettern schon leicht über 30 Grad. Im  Zentrum bewegt sich kein Lüftchen in den engen Gassen. Die schattenfreie Via Fori Imperiali verwandelt sich auf dem Weg vom Kolosseum zur Piazza Venezia in den Mittagsstunden zu einem gnadenlosen Glutofen. Viele altersschwache römische Busse fahren ohne funktionierende Klimaanlage als mobile Sauna durch die Stadt. Die Tage in Rom fangen an eine schweisstreibende Angelegenheit zu werden. Wie gut, dass es im Sommer noch die römische Nächte gibt. Ich nenne Sie die 5. römische Jahreszeit und sie ist meine Liebste! Das nächtliche Rom hat einen ganz eigenen Zauber, der die anstrengenden Tage vergessen lässt.

Hier meine Tipps für die Abendgestaltung im Juni: 



Nachts im Vatikan


Jeden Freitag Abend öffnen die Vatikanischen Museen von 19 - 23 Uhr ihre Pforten. Um 21.30 ist der letzte Einlass, um sich die Sistinische Kappelle anzuschauen. Eintrittskarten müssen online vorbestellt werden. www.mv.vatican.va


Open Air Kino


Ab dem 2. Juni findet auf der Piazza San Cosimato in Trastevere ein wunderbares Kinofestival im Freien statt. Der Eintritt ist kostenfrei. Filmstart ist immer um 21.15 Uhr. Das Programm bietet etwas für jeden Geschmack . Von italienischen Klassikern über amerikanische Evergreens bis hin zu WaltDisney-Produktionen. Auch wer des Italienischen nicht mächtig ist, wird auf seine Kosten kommen. Die Atmosphäre ist wunderbar. Das Programm finden Sie hier.


Nachts im Museum


Jeweils mittwochs am 10., 17., 24. Juni öffnet das Museum des Chiostro del Bramante auch abends von 19 bis 24 Uhr. Zur Zeit sind hier Werke von Chagall unter dem Thema "Love and Life" zu bewundern. 



Lungo il Tevere - Ein Fluss der Kultur


Ab dem 12. Juni lädt wieder die weisse Zeltstadt mit ihren Restaurants, Strandbars, Verkaufsbuden und einem abwechslungsreichen Kulturprogramm am Tiber ein. Zur Orientierung für "Lungo il Tevere"-Neulinge: Gehen Sie zur Ponte Sisto oder zur Tiberinsel

Noch einmal mit Julia Roberts durch Rom!

Vor geraumer Zeit hatte ich bereits einige Zeilen über das Rom aus der Filmversion von Eat,Pray,Love geschrieben (hier nachzulesen). Aufgrund Ihrer häufigen Anfragen, meine lieben Damen, habe ich nun einen kleinen Spaziergang zusammengestellt, auf dem Sie den Spuren von Julia Roberts folgen können, wenn Sie denn mögen. Sie werden nicht jeder Filmkulisse begegnen, aber können mit ein bisschen Glück und Fingerspitzengefühl was die Tageszeit angeht auf die wunderbar kitschig romantische Bilderwelt des Films treffen. Ich wünsche Ihnen viel Spaß dabei! Auf den Spuren von Julia Roberts.

Oasen in Rom: Das zauberhafte Garbatella!

Das Stadtviertel Garbatella liegt im Süden Roms. Zwischen der Via Ostiense und der vielbefahrenen Via Cristoforo Colombo. Zwischen der Cestio Pyramide und der Basilika San Paolo Fuori le Mure. Ein Viertel, dessen unerwartet ländlich rustikale Charme mitten in Rom mich mitten ins Herz traf! Rosenhecken blühen vor schmucken Häuschen. Hasen hoppeln auf gehegten Rasenflächen. Die engen Sträßchen sind frei von Verkehrslärm. Es ist unfassbar ruhig, grün und idyllisch. 

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