Rom für Individualisten- 16 Erlebnisse Abseits der Touristenpfade

Vor den berühmtesten Sehenswürdigkeiten Roms und auf den beliebtesten Routen zwischen Petersdom, Piazza Navona und Kolosseum ist man selten alleine. Schiebt man sich den ganzen Tag durch die Touristenmassen, kann das so sehr an den Nerven zerren, dass einem die Schönheiten der ewigen Stadt entgehen.  Wenn Ihr eine Verschnaufpause vom Standard-Tourismus-Programm braucht oder grundsätzlich lieber individuell unterwegs seid, dann findet Ihr Inspirationen für 16 Erlebnissen abseits der Touristenpfade. Mehr Ideen, wie und wo Ihr Eure Zeit hinter den Kulissen von Petersdom & Co. verbringen könnt, findet Ihr in der Blog-Rubrik "Backstage" und in meinen  Büchern "Fettnäpfchenführer Rom" und "National Geographic Styleguide Rom".

#1 Den höchsten Berg von Rom erklimmen

Aussicht vom Monte Mario in Rom
Aussicht vom Monte Mario in Rom

Mit seinen 139 Metern ist der Monte Mario der höchste Berg in Rom. Bei klarer Luft ist die Fernsicht von hier oben sensationell. Neben dem römischem Dächer- und Kuppelmeer bekommt Ihr die Albaner Berge zu sehen. Touristen verirren sich kaum auf den bei verliebten Römern so beliebten Hügel. Es gibt einen kleinen Park zum Flanieren und ein Café, das zur Aperitivo-Stunde besonders romantische Ausblicke auf die ewige Stadt bietet. Am einfachsten erreicht Ihr den Monte Mario mit der Buslinie 913. Abfahrt Augusto Imperatore, Nähe Piazza del Popolo, oder vor dem Kino an der Piazza Cavour in Prati bis zur Haltestelle Prisciano- Medaglie D'Oro (Haltestelle für die Rückfahrt liegt auf der gegenüberliegenden Straßenseite). Von da aus sind es über die Piazzale Medaglie D'Oro noch 10 Minuten zu Fuss bis zur Viale del Parco Mellini. Durch das Metalltor auf der rechten Seite erreicht Ihr den kleinen Park. Folgt Ihr weiter der Viale del Parco Mellini erreicht Ihr das Aussichtscafé. 

#2 Über den Campo Verano Streifen

Der Monumentalfriedhof Campo Verano liegt im Studentenviertel San Lorenzo
Der Monumentalfriedhof Campo Verano liegt im Studentenviertel San Lorenzo

Der zweitgrößte Friedhof in Rom liegt im Studentenviertel San Lorenzo. Während rund um den Cimitero Monumentale del Verano das alltägliche Leben tobt, geht es zwischen den prächtigen Grabstätten recht beschaulich zu.  Eingeweiht wurde der Friedhof 1835. Seitdem ist er gewachsen und gewachsen. Heute verkehren sogar kostenlose Busshuttle, um Besucher über das 80 Hektar große Gelände zu transportieren. Ein Grabpilger-Tourismus wie auf dem Friedhof Père-Lachaise in Paris findet hier nicht statt. Die Gräber von italienischen Film-Ikonen wie Marcello Mastrioanni, Vittorio Gassman oder Roberto Rosselini wirken nicht so anziehend wie die letzte Ruhestätte von Jim Morisson. Es sind vor allem die imposanten Familiengräber und anrührenden Skulpturen, die hier sehenswert sind. Allein ein Gang durch die Gräbergalerie im Eingangsbereich reicht, um einen tiefen Einblick in die römische Upper-Class des 19. Jahrhunderts zu bekommen. 

Piazzale del Verano, Tram 3 oder 19 bis Verano, Oktober bis März 7.30 - 18 Uhr, April bis September 7.30 - 19 Uhr

#3 Sich in einer Kirche im Kreis drehen

Santo Stefano Rotondo in Rom auf dem Celio

Die Chiesa Santo Stefano Rotondo steht auf einem der sieben der Hügel, dem Celio.  Sie hält was der Zusatz "rotondo in ihrem Namen verspricht: Die Kirche ist kreisrund. Neben der ungewöhnlichen Form stechen vor allem die Wandmalereien ins Auge. Die vor kurzem restaurierten Szenen sind nichts für sensible Gemüter. In unverblümter Blutrünstigkeit wird das Martyrium von Heiligen und Christen gezeigt. Ein Blick nach oben lohnt sich ebenfalls. Die Holzdecke ist ein Traum, den sich bisher viele Touristen entgehen lassen.

Via Santo Stefano Rotondo 7, Öffnungszeiten: 9.30 Uhr - 12.30 Uhr und 15.30 - 18 Uhr, sonntags nur vormittags geöffnet

#4 Auf der Aurelianischen Mauer Laufen

Neun Jahre lang dauerte der Bau der römischen Stadtmauer, den Kaiser Aurelian 270 n. Chr. in Auftrag gab. Heute sind noch zahlreiche Tore und hohe Wälle der Aurealianischem Mauer verblüffend gut in Schuss. Der langen Geschichte dieses Schutzwalles widmet sich das Museo delle Mura. Das kostenlose Museum ist in einem der Stadttore, der Porta San Sebastiano, untergekommen. Von hier aus habt Ihr nicht nur einen ersten Blick auf die Via Appia Antica, Ihr könnt auch auf der Aurealianischen Mauer spazieren gehen!

Via di Porta San Sebastiano 18, Öffnungszeiten: 09.00 - 14 Uhr, montags geschlossen

#5 Einen Palazzo Besuchen, in dem Schon Audrey Hepburn Residierte

Der Palazzo Barberini. Hier residierte Audrey Hepburn als Prinzessin in "Ein Herz und eine Krone".
Der Palazzo Barberini. Hier residierte Audrey Hepburn als Prinzessin in "Ein Herz und eine Krone".

Ich weiß garnicht mehr wie oft ich Audrey Hepburn dabei zugesehen habe, wie sie als Prinzessin Anne zusammen mit Gregory Peck in "Ein Herz und eine Krone" durch Rom streift.  In dem Palazzo, in dem sie im Film hochherrschaftlich untergebracht war, ist heute  in Realität eine sehenswerte Kunstgalerie untergebracht. An den Wänden des Palazzo Barberini hängen 1400 Kunstwerke, darunter  La Fornarina von Raffael oder der Narziss von Caravaggio.  Wessen Herz nicht hektisch für alte Maler schlägt, der sollte sich auf die Räumlichkeiten konzentrieren.  Die Deckenfresken sind einfach atemberaubend! Trotz all dem bilden sich in  Anbetracht der gut ausgestatteten römischen Museumslandschaft vor der Galleria Nazionale d´Arte Antica keine langen Schlangen.

Palazzo Barberini, Via delle Quattro Fontane 13, Öffnungszeiten: 8.30 - 19 Uhr, Eintritt: 7,- EUR

#6 Pasta Essen unter Römern

Amatriciana - Ein Leibgericht der Römer
Amatriciana - Ein Leibgericht der Römer

Von wegen leichte mediterrane Küche - Römer stehen auf reichhaltige Nudelgerichte. Traditionell werden im ersten Gang Cacio e Pepe (Pasta mit Pecorino und Pfeffer),  Carbonara (Pasta mit Ei und Speck) oder Amatriciana (Pasta mit Speck und Tomatensauce) gegessen. Richtig gut schmeckt die Pasta, wenn Ihr sie zusammen mit Römern esst.  Hier drei Food-Locations, an denen es nicht nur Touristen verkehren:

 

Bucatino in Testaccio

Das Lokal ist bekannt für seine Amatriciana. Damit die rote Sauce nicht auf der Kleidung landet, gibt es auf Wunsch riesige Lätzchen mit Bucatino-Aufdruck. Via Lucca della Robbia 84, Öffnungszeiten: 12 - 15 Uhr, 19 - 23 Uhr

 

Trattoria Da Danilo im Esquilin-Viertel

Von oben bis unten sind die Wände voll mit Fotos von Celebrities, die hier schon Pasta gegessen haben. Bei Da Danilo fällt die Wahl zwischen der Cacio e Pepe und der Carbonara äußerst schwer. Beide Gerichte werden hier excellent umgesetzt. Via Petrarca 13, Öffnungszeiten: 11.30 - 15 Uhr, 18.30 - 23 Uhr

 

Roscioli in der Nähe des Campo de Fiori

Nicht nur in Food-Medien auf der ganzen Welt wird Roscioli als der Ort für eine richtig gute Carbonara zelebriert. Auch Römer kommen gerne zum Essen vorbei. Wenn denn mal ein Platz beim Feinkosthändler frei ist. Via dei Giubbonari 21/22, Öffnungszeiten: 12.30 - 16 Uhr, 19 - 24 Uhr

#7 Auf dem Mercato in Testaccio Chillen

Eine (Mittags)Pause vom römischen Touristentrubel gefällig? Dann empfehle ich Euch eine Fahrt mit der Metro B bis zur Haltestelle Piramide. Von dort aus sind es nur noch wenige Minuten Fußweg bis zum Mercato im Stadtviertel Testaccio. Der moderne, überdachte Markt liegt direkt am Ex-Mattaoio, dem riesigen ehemaligen Schlachthofgelände in dessen Hallen heute Kulturschaffende eingezogen sind. Die schauen gerne zum pranzo (Mittagessen) bei den zahlreichen Street-Food-Ständen des Marktes vorbei und entspannen im Markt-Café.

Nuovo Mercato Testaccio, Via Galvani/ Via Beniamino Franklin, Mo - Sa, 7 - 15.30 Uhr

#8 Treppenkunst bestaunen

Rom ist ein Open-Air-Museum. Gezeigt wird jedoch nicht nur antike oder barocke Kunst. Die ewige Stadt hat auch Zeitgenössisches zu bieten. Dazu gehören die Werke des Street-Artisten Diavù, der einige Treppen in Rom mit den Konterfeis italienischer Schaupielerinnen verschönert hat. Diese Treppe findet Ihr in Trastevere an der Kreuzung Viale di Trastevere und Via Ugo Bassi. Übrigens ein toller Foto-Spot. Wer auf der Treppe sitzt, wird automatisch Bestandteil des Kunstwerks. Aus dem Stadtzentrum gelangt Ihr ganz einfach mit der Tramlinien 3 und 8 bis zur Haltestelle Ippolito Nievo. 

#9 Ein Märchenhaftes Viertel Besuchen

Zwischen 1913 und 1926 entstand das Quartiere Coppedè im Südosten der Stadt. Benannt wurde die Wohngegend nach dem Architekten Gino Coppedè aus Florenz, der hier seine Lust am Jugendstil, am Rokoko und der Gotik voll ausgelebt hat. Entstanden sind fantastische und bizarre Wohnhäuser, die den Römern bis vor ein paar Jahren überhaupt nicht gefallen haben. Der unorthodoxe Stil des Herrn Coppedè entsprach nicht dem eher klassischen Geschmack der ewigen Stadt. Als man in Rom verstand, dass dort im Viertel Trieste ein architektonischer Schatz herum stand, wurden die Immobilien nach und nach in Schuss gebracht. Das Ensemble ist nicht nur für Archtiktur-Fans ein absolutes Muss.

Mit der Tram 19 ab Piazza Risorgimento (Nähe Petersdom) bis zur Haltestelle "Buenos Aires". Fahrt dauert zwischen 20 - 30 Minuten, lohnt sich aber. Ihr fahrt über den Tiber, vorbei an der Viall Borghese und dem Zoo. Nach dem Austeigen einfach in die Via Tanaro gehen. Dort seht Ihr schon den Froschbrunnen sprudeln.

#10 Einen Aperitivo in Monti nehmen

Aperitivo in der Blackmarket Hall in Monti
Aperitivo in der Blackmarket Hall in Monti

Die Aperitivo-Zeit beginnt um 18.00 Uhr und endet gegen 21.00 Uhr. In diesen drei Stunden werden in zahlreichen römischen Bars, Cafés und Lokalen nicht nur Drinks, Cocktails und Prosecco geschlürft. Es wir auch eine Kleinigkeit gegessen. Wie üppig diese kulinarischen Kleinigkeiten ausfallen, hängt von der jeweiligen Location ab.  Die Varianten reichen von kleinen raffinierten Happen bis hin zu ausufernden Buffets. In der Regel ist das Essen im Preis für das Getränk inbegriffen. Nicht nur junge Römer wissen dieses unschlagbare Preis-Leistungs-Verhältnis zu schätzen. Vor allem die Lokale mit einer guten Buffetauswahl, platzen um diese Zeit aus allen Nähten. 

 

Ich möchte Euch einen Laden im Szeneviertel Monti vorstellen, der ein anderes Konzept verfolgt. In der Blackmarket Hall habt Ihr die Auswahl zwischen leckeren Finger-Food-Varianten, die zwischen 12 -15 EUR kosten. Im Preis inbegriffen ist ein Aperitivo-Getränk Eurer Wahl und ein ansprechendes Ambiente im amerikanischen Flüsterbar-Look.  Nach dem Aperitivo solltet Ihr übrigens am Wochenende sitzen bleiben. Ab 21 gibt Live-Musik: Swing, Soul oder Jazz.

Blackmarket Hall, Via de Ciancaleoni 31 , ab 18.00 Uhr

#11 Nachts für Grattachecca Anstehen

Im Sommer sind die Nächte in Rom gerne subtropisch. Um sich abzukühlen,  greifen Römer  zu einer Grattachecca. Das ist die römische Antwort auf die sizilianische Granita. Gekratzes Eis wird mit Hilfe von Sirup, Früchten und Kokosnuss-Stückchen in ein kühles Geschmackserlebnis verwandelt. Bei Römern besonders beliebt ist die Grattachecca von Sora Maria im Stadtteil Prati. Im Sommer bilden sich nachts vor dem kleinen Kiosk  lange Schlangen. Das Warten lohnt sich. Die Geschmacksvarianten sind herrlich erfrischend.

Via Trionfale 37, Öffnungszeiten: sobald es warm wird ab ca. 17 Uhr bis spät in die Nacht. 

#12 Raffaels Fresken in Trastevere Bewundern

Die vier Räume, die der Renaissancekünstler Raffael ab 1508 im Vatikan ausgemalt hat, sind weltberühmt.  Um die Stanzen des Raffael zu sehen, reihen sich Menschen aus der ganzen Welt in die endlosen Schlangen vor den Vatikanischen Museen. Vom Massentourismus bisher weitgehend übersehen sind  Raffaeles Fresken in der Villa Farnesina in Trastevere. Im Jahr 1518 hat er hier zusammen mit seinen Schülern die Loggia von Amor & Psyche gestaltet. Die Liebesgeschichte zwischen dem Gott und der liebreizenden Prinzessin wird sehr blumig und farbenfroh auf der langen Decke des Renaissance-Palastes erzählt.

Villa Farnesina, Via della Lungara 230, Öffnungszeiten: Mo - Sa: 9 - 14 Uhr, jeden zweiten Sonntag im Monat 9 - 17 Uhr,

Eintritt: 10,- EUR 

#13 Auf dem Mercato Trionfale Frühstücken

Ein süßes Frühstück auf dem Mercato Trionfale
Ein süßes Frühstück auf dem Mercato Trionfale

Der Mercato Trionfale  liegt nur einen Katzensprung von den Vatikanischen Museen entfernt. Statt Overtourism trefft Ihr hier auf geballte römische Alltagskultur. Die Markthalle ist die größte in Rom. Auf über 200 Ständen wird hier alles verkauft, was ein römischer Haushalt so braucht, von Obst und Gemüse über Fleisch und Fisch bis zu Schuhen und Toilettenpapier.  Wenn Ihr die Halle über den Haupteingang in der Via Andrea Doria betretet, lauft Ihr durch den Gang mit den ältesten Marktständen. Ich empfehle Euch jedoch nach links und rechts auszuscheren und Euch durch die Gänge des Marktes treiben zu lassen. Am schönsten ist der Trubel an einem Freitag oder Samstag. Dann erledigen die Römer ihren Wochenendeinkauf und belagern die Stände auf der Suche nach den besten Produkten. Im äußersten rechten Gang (von der Via Andrea Doria  aus gesehen) befindet sich das kleine Markt-Café.  Hier macht einen nicht nur der starke caffè wach, sondern auch die Atmosphäre. An der kleinen Theke drängeln sich die Marktgäste und frühstücken. Sie trinken Cappuccino und essen Cornetti, während hinter der Theke der eine Barista die Kaffeemaschine schnaufen, krächzen und laut ausatmen lässt und der andere klappernd und scheppernd die Tassen auf die marmorne Theke stellt. Zwischendurch werden Bestellungen von Markthändlern durchgerufen, die ein Kellner auf seinen Rundgängen über den Markt aufnimmt. Wer den Unterschied zwischen deutscher und

italienischer Kaffeekultur kennenlernen möchte, bekommt ihn hier sehr anschaulich vor Augen geführt.

Mercato Trionfale, Via Andrea Doria 3, Öffnungszeiten: 7 - 14 Uhr, sonntags geschlossen 

#14 Eine Ausstellung im Ehemaligen GEsundheitsamt Besuchen

Der neue Kulturspot im Esquilin-Viertel - Der Palazzo Merulana
Der neue Kulturspot im Esquilin-Viertel - Der Palazzo Merulana

Der Palazzo Merulana ist ein neuer und angesagter Kulturspot im Esquilin-Viertel.  Früher war der Stadtpalast auf der Via Merulana einmal der Sitz des Gesundheitsamtes gewesen. Fünf Jahre hat es gedauert, aus der alten Bausubstanz ein modernes Museum zu machen, in dem die Kunstsammlung der Bauunternehmerfamilie Cesari gezeigt wird. Die hat hauptsächlich italienische Kunst aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts gesammelt, darunter Maler wie Giorgio De Chirico. Ganz ohne Kontroversen lief die Erföffnung des neuen Kulturraumes übrigens nicht ab. Ein Teil der ausgestellten Künstler wurde eine zu große politische Nähe zum  Mussolini-Regime vorgeworfen. Die Werke  wurden entweder als faschistische Kunst gefeiert oder kritisiert. Damit sich jeder Besucher ein eigenes Bild machen kann, gibt es zu jedem Maler einen ausführlichen Lebenslauf. Zu der Daueraustellung kommen Wechselausstellungen, die sich gerne mit zeitgenössischer Kunst beschäftigen. Die unterste Etage könnt Ihr kostenlos betreten. Hier befindet sich auch das sehr cleane Museums-Café.

Palazzo Merulana, Via Merulana 121, Kollektion + Ausstellungen: Mi - Mo, 10 - 20 Uhr, Café + Bookshop: Mi-Mo, 8.30 - 21 Uhr

#15 Im Pigneto-Viertel Ausgehen

Das ehemalige Eisenbahnerviertel Pigneto liegt im Südosten von Rom. In den letzten Jahren hat die Wohngegend sich zu einer beliebten Ausgehzone der urbanen römischen Szene entwickelt.  Zwischen schnuckeligen Einfamilienhäusern, anonymen Wohnblocks und reichlich Streetart haben sich zahlreiche Bars rund um die Via del Pigneto niedergelassen. Die mit Abstand bekannteste Location heißt Necci dal 1924 (Via Fanfulla da Lodi 68, täglich von 08.00 - 01.00 Uhr).  Seinen guten Ruf verdankt das Restaurant/Bar/Bistro-Ensemble - meiner Meinung nach - dem lässigen Garten, in dem ein Spritz im Grünen besonders gut schmeckt. Von Kennern der Szene gelobt wird auch das Co.so (Via Braccio da Montone 80, mo geschlossen, sonst ab 18.30 Uhr).  Die Cockailbar ist berühmt für ungewöhnliche und gute Drinks. Mitten zwischen Römern sitzt man  gut im Cargo (Via del Pigneto 20).  Hier wird auch Vegetarisches und Veganes zum Drink gereicht. Nach Pigneto kommt Ihr mit den Tramlinien 5, 14, 19 oder mit der Buslinie 50 ab Termini.

#16 Eine Pyramide Bestaunen

Die Pyramide des Cestio wurde in die Aurelianische Stadtmauer integriert.
Die Pyramide des Cestio wurde in die Aurelianische Stadtmauer integriert.

Auch wenn die Existenz der Pyramide des Cestio kein großes Geheimnis ist, hat sich der Standort des skurillen Bauwerks inmitten der Aurelianischen Mauer noch nicht bis in die ganze Welt herumgesprochen. Auf Menschenmassen werdet Ihr hier im Stadtteil Testaccio auf jeden Fall nicht treffen. Die Pyramide steht hier bereits seit 12. v. Chr. Dies ist das Todesjahr des Prätors und Volkstribun Gaius Cestius Epolu, der sich dieses - aus heutiger Sicht - recht exzentrische Grabmal hat erbauen lassen. Zu Lebzeiten des Cestius war alles ägyptische jedoch absolut en vogue. Auch wenn es um den eigenen Tod ging. So spektakulär das 36 Meter hohe Bauwerk von außen ist, so schmucklos ist es übrigens von Innen. Am besten bestaunt Ihr die Pyramide vom alten Teil (große grüne Wiese) des Protestantischem Friedhofes  aus. Der Campo Cestio ist seit dem 18. Jahrhundert letzte Ruhestätte für Nichtkatholiken in Rom. Laut päpstlichem Dekret durften "Nichtkatholiken" damals nur außerhalb von Rom und der aurelianischen Stadtmauer beerdigt werden. Ihr trefft hier auf die Gräber zahlreicher berühmte Dichter, Denker und Künstler aus aller Welt sowie Katzen, die sich auf den Gräbern in der Sonne räkeln. Die halbwilden Vierbeiner werden von der Katzenstation am Fuße der Cestio Pyramide betreut.

Campo Cestio, Via Ciao Cestio 6, Mo - Sa: 9 - 17 Uhr, So: 9 - 13 Uhr, letzter Einlass halbe Stunde vor Schließung