Viva la Befana....

Nach zwei Wochen beschaulichen Heimaturlaub in Deutschland, bin ich heute wieder mitten im prallen römischen Leben gelandet. Am 6. Januar ist die Befana los und mit ihr ganz Rom. Bevor ich fortfahre sollte ich die Befana erst einmal vorstellen: Der Sage nach handelt es sich um eine alte Hexe, die quasi den Anschluss an die Drei Heiligen Könige verpasst hat. Zu spät war sie los gezogen, die Könige fort, der Stern von Bethlehem bereits erloschen. Seitdem irrt sie auf ihrem Besen auf der Suche nach dem Jesuskind umher. Währenddessen hat sie  Generationen von italienischen Kindern vom 5. auf den 6. Januar die Strümpfe mit Süssigkeiten gefüllt und Geschenke gebracht. Wer schon einmal in Italien einen Supermarkt betreten hat, kennt die im Vergleich zu Deutschland recht spärliche Fläche, die für Süssigkeiten eingeräumt wird. Vor dem 6. Januar jedoch buhlt die Süsswarenindustrie großflächig um die Aufmerksamkeit der Kunden und hat die kleine Hexe zu seltsamen Anglizismen neigend verkommerzialisiert. Ich wünsche "Happyfania"!

 

Wer es weniger süss dafür traditionel mag, sollte sich am 6. Januar einen guten Platz auf der Via della Conciliazione suchen. Hier findet von der Engelsburg abgehend ein Umzug in historischen und wirklich ansehlichen Kostümen statt. Es geht nur stockend voran, da der Verkehr am Lungotevere irgendwie weiter laufen mussen. Die Verkehrsregelung an sich ist da schon ein kleines Schauspiel. Allerdings nicht wenn man wie ich dem Stau steht, dann ist es eher ein Drama.

Im Anschluss lohnt es sich weiter zur Piazza Navona zu ziehen, um sich dort ein bißchen über den Weihnachtsmarkt schieben zu lassen, eine Cambella (kranzförmiger Berliner) oder Panino mit Porchetta (Spanferkelbratenbrötchen) zu essen. Es gibt auch vin brulê. Hot wine. In weiss und rot. Bei den angenehmen Temperaturen habe ich mich für ein Gelato entschieden und beim Schlendern schon einmal einen Blick in die Schaufenster geworfen. Seit dem 4. Januar sind nämlich SALDI. Richtig anständiger WINTERSCHLUSSVERKAUF! In Italien ist der sogar noch einen ausführlichen Bericht in den Nachrichten wert. Ein textiles Spektakel von dem auch ich selbstverständlich in den nächsten Tagen berichten werde.

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